Neumarkter SPD-Kandidat Matthias Sander setzt auf Wohnen, Energie und Familie

Von Eva Gaupp · 10. März 2023 um 12:00

Die Neumarkter SPD war die erste Partei, die ihren Oberbürgermeisterkandidaten nominiert hat. Nun stellt sie als erste ihr Wahlprogramm vor. Den Vorsprung will Matthias Sander mit seinem Team nutzen.

Die ersten Flyer sind gedruckt, am heutigen Samstag startet der OB-Kandidat Sander mit seinen Genossen die Haustürbesuche in der Stadt. In der Siedlung Wolfstein soll es losgehen.

„Wir wussten, wen wir als Kandidaten wollen – also warum hätten wir warten sollen? Wir wollten kein taktisches Geplänkel“, sagte Stadtrat und stellvertretender Ortsvorsitzender André Madeisky bei einem Pressegespräch am Donnerstagabend.

Auch wenn sich CSU und Freie Wähler noch Zeit lassen, um ihren OB-Kandidaten bekannt zu geben, die Sozialdemokraten wollen jetzt schon mit dem Wahlkampf loslegen. „Ein Haustürwahlkampf kurz vor dem Wahltermin kommt eher negativ rüber“, sagte Sander. Außerdem wollten sie die Anregungen und Wünsche der Neumarkter aus den Gesprächen noch in ihre Agenda mit einfließen lassen.

OB-Wahl: SPD lädt zum Ostereiersuchen ein

Der frühe Start hat aber noch einen anderen Grund: Die SPD will ihren Kandidaten möglichst vielen Wählern bekannt machen. Dafür sind einige Veranstaltungen geplant.

Beispielsweise ein Themenabend zu sogenannten Agri-PV-Anlagen: Das sind Photovoltaikanlagen, die so hoch stehen, dass Landwirte den Boden darunter noch für Ackerbau nutzen können. Das Thema Energie hatten die Neumarkter Sozialdemokraten bereits vergangenes Jahr mit ihrem umfangreichen „Konzept zur Stromwende“ auf ihre Fahnen geschrieben. Zu der Veranstaltung wollen sie breit einladen – von Landwirten, über Stadtwerke und Bund Naturschutz bis zur IHK.

Mit einem Ostereiersuchen sprechen sie vor allem Familien an, mit einem Speed-Dating mit der 40-jährigen SPD-Bundestagsabgeordneten Carolin Wagner aus Regensburg richten sie sich gezielt an jüngere Leute. Den Kontakt zu dieser Zielgruppe sucht Matthias Sander besonders auch über die Sozialen Medien.

Neben der Energiewende und dem Klimawandel setzt der Oberbürgermeister-Kandidat auf klassische soziale Themen: bezahlbaren Wohnraum sowie Kinder und Jugendliche fördern.

„Wir müssen jedes Jahr 20 bis 25 neue Wohneinheiten schaffen“, gibt der 49-jährige Bautechniker als Ziel vor. Es reiche nicht, nur ein Objekt zu realisieren,nimmt er Bezug auf Ankündigungen des amtierenden OB Thomas Thumann. Außerdem kritisiert er, dass die Stadt Neumarkt den Baukostenzuschuss für Familien pro Kind eingestellt habe. Man könnte Bauträger mit sozialem Wohnungsbau beauftragen oder sie verpflichten, bei Wohnanlagen eine Quote für Sozialwohnungen einzurichten.

Matthias Sander: Turnhallen Hasenheide und Woffenbach sanieren

Anders will Sander auch die Prioritäten setzen, wenn es um die Sanierung von Schulen und Turnhallen geht. Woffenbach und Hasenheide würden bereits seit Jahren immer wieder hinausgeschoben. „Man kann auch Architekten beauftragen, wenn die Stadtverwaltung keine Kapazitäten hat.“„An der Bautätigkeit sieht man, was einem OB wichtig ist“, ergänzte Madeisky.

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft den Radverkehr: Bei einer Radtour möchte die SPD mit allen Interessierten neuralgische Punkte in der Stadt abfahren „und schnell Lösungen dafür finden“, sagte Sander.

Das Wahlkampfteam der Neumarkter SPD: Jan Seibel kandidiert für den Bezirkstag, Matthias Sander als Oberbürgermeister, Stadtrat Andre Madeisky und Martin Hollweck, der für den Landtag nominiert wurde. -Foto: Eva Gaupp