mechtron: Neue Halle für große Stückzahlen wartet auf Verwirklichung

Von Christoph Klöckner · 9. März 2023 um 15:45

Noch gibt es kein Baurecht, zwei Häkchen fehlen im digitalen Bauantrag und der Genehmigung dafür noch. Doch für Ralph Schwarzfischer steht die neue Halle, die dritte im Bunde und wieder ein Meilenstein für die Firma Mech-tron, irgendwie schon.

Das allein, weil sie dringend gebraucht wird. „Das Wachstum geht allein von Bestandskunden aus“, sagt er. In der neuen Halle sollen Großserien mit hohen, sechsstelligen Stückzahlen gefertigt werden. Die Erweiterung entspreche zudem dem Firmenspirit, meint Schwarzfischer: „Wer vorne dabei sein möchte, muss sich weiterentwickeln!“

Abwarten auf Genehmigung

Doch aktuell ist der Geschäftsführer der Firma in Roding-Altenkreith, die technologische Produkte mit Mechanik verpackt – also Gehäuse für alle möglichen Maschinen oder Elektronik herstellt – zum Abwarten verurteilt. Dennoch sieht er sie schon nebenan stehen – auch, weil wenige Kilometer weiter in der Stadt eine Großmaschine auf ihren Einsatz wartet.

Die hat eine siebenstellige Summe gekostet und soll einmal das Herzstück der neuen Produktionshalle werden. Es ist eine Amada aus Japan, eine gewaltige und vor allem wieder energieeffizientere Stanzlaser-Kombianlage, die Schwarzfischer zu einem siebenstelligen Angebotspreis gleich von der jüngsten internationalen Messe EuroBLECH aus Hannover mitgenommen hat. Die steht nun eingepackt in einer angemieteten Lagerhalle und wartet ebenso wie Schwarzfischer aufs Weiterkommen.

Woran es hängt bei den Genehmigungsbehörden in Cham kann der Geschäftsführer nicht sagen. Denn eigentlich ist der Baugrund bereits vorbereitet und unspektakulär: Gebaut werden soll die etwa 30 mal 16 Meter große Halle gleich neben der 2011 entstandenen zweiten Produktionshalle zur Straße hin. Da ständen aktuell drei Bäumchen – aber das sei wohl kein Problem, meint der Geschäftsführer.

Zehn neue Arbeitsplätze

Schwieriger wird es, neue Mitarbeiter zu finden: Etwa zehn neue Arbeitsplätze sind zu besetzen. Normalerweise bilde man selbst viel aus, doch habe man den Fehler gemacht, in der Coronazeit damit auszusetzen. So sei eine Lücke entstanden, erklärt Schwarzfischer. Zwei der vier Azubistellen für Herbst seien aktuell besetzt. Gleich hinter dem Betriebsgelände ist das übrigens anders als am vorgesehenen Bauplatz. Dort stehen richtige Bäume.

Doch auch hier hat Mech-tron sich bereits eventuelle Flächen zusichern lassen, falls das Industriegebiet in diese Richtung erweitert wird. Denn die Firma ist in der gleichen Lage wie andere Unternehmen im dortigen Industriegebiet, die über Erweiterungen nachdenken, aber Flächen Mangelware sind.

Doch noch steht die Halle nicht. Erste Angebote für den Innenausbau seien vom Preis her ernüchternd gewesen, so Schwarzfischer. Dabei sei das kein Hexenwerk, was gebaut werden soll: Sanitäranlagen mit zwei Toiletten, Umkleiden, Druckluft-, Stickstoff- und Elektroleitungen und eine Verbindung zur Gasheizung nebenan. In der Halle selbst seien zwei Kantbänke, eine Entgratanlage, ein Platz fürs Laserschweißen und eine Waschstraße vorgesehen.

Für den Bau der Halle selbst gebe es bislang noch kein Angebot. Geplant sei, mit einem hiesigen Bauunternehmen zu bauen, wie bei den anderen Firmenprojekten bisher auch. Definitiv sei das aber auch immer eine Frage des Preises, betont Schwarzfischer. Bislang sei die Zusammenarbeit immer zufriedenstellend gewesen. Wie auch immer – der Startschuss für den Bau der Halle soll eher heute als morgen erfolgen.

Sobald die Genehmigung da sei, werde begonnen, plant Schwarzfischer: „Wir gehen davon aus, dass wir im Frühsommer drin sind. Angepeilt ist der 30. Juni!“ Für ihn ist das eher schon ein Fixdatum, schließlich sei er mal davon ausgegangen, im Mai einzuziehen, so der Mech-tron-Chef.

Die Firma im Blick

Firma:Mech-tron, im Jahr2000 gegründet, gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Gehäusesystemen für Elektronik- und Embedded-Equipment.

Angebot:Das Spektrum der Firma reicht von Beratung und Konstruktion über CNC-Stanz- und Lasertechnik, CNC-Biegeund Zerspanungstechnik bis zu Oberflächentechniund Logistik

Tochter:In Tschechien hat das Unternehmen 2013 eine Tochterfirma gekauft, die Mec-tron – das auch, weil ein Kunde die Produkte in Osteuropa kaufen wollte.

Kunden:Die Kunden bestimmen mit ihren Aufträgen, was produziert wird

Branche. Das geht bei der Stückzahl 1 los und kann aktuell bis zu sechsstelligen Produktzahlen anwachsen.

Energie:Das sei heute ein großes Thema, sagt Schwarzfischer. Obwohl die Firma immer effizienter arbeite, würden die Einsparungen durch Preissteigerungen aufgefressen. Für ihn werde vieles in Deutschland für Umwelt- und Klimaschutz überreguliert, was Nachteile im Wettbewerb bedeute.

Abwarten aufs Baurecht: Mech-tron-Geschäftsführer Schwarzfischer hofft auf eine schnelle Genehmigung.