Für den schönsten Blick über Regensburg ist der Einsatz von Freiwilligen nötig

Vom Turm der Dreieinigkeitskirche aus lässt sich ein herrliches Altstadt-Panorama genießen. Doch alles hängt von freiwilligen Helfern ab.
Gut zwei Wochen vor ihrerersten Predigt als Pfarrerin der Dreieinigkeitskirchehatte sich Marjaana Marttunen-Wagner einen besonderen Überblick verschafft. „An Silvester war ich mit meinen Kindern oben. Das habe ich mir gegönnt, das neue Jahr auf dem Turm zu beginnen“, erzählt sie.
Spätestens seither ist ihr bewusst, dass sie nicht nur in einer der imposantesten Kirchen Regensburgs wirkt, sondern dass diese auch über ein weiteres Alleinstellungsmerkmal verfügt: Der knapp 70 Meter hohe Nordturm des Gotteshauses bietet die schönste für jedermann zugängliche Panoramasicht über die Stadt.
Am 26. März startet die neue Saison. Bis zum letzten Oktober-Wochenende steht der 157 Stufen zählende Aufgang dann wieder zur Besteigung bereit. Dieses Erlebnis ermöglichen etwa 20 Ehrenamtliche, die jeweils zu zweit in zweistündigen Schichten ihren Dienst verrichten. „Ich bin begeistert, dass es dieses eingespielte Turm-Team gibt“, sagt die Pfarrerin.
Viel Betrieb erwartet
Sie weiß, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist. Als nämlich vor genau einem Jahr der reguläre Turm-Betrieb wieder starten sollte, wurden die Folgen der coronabedingten Unterbrechung deutlich.
„Unsere Mannschaft war zwar erfahren und eingespielt, aber auch in die Jahre gekommen“, formuliert es Christine Massinger, aktiv im Kirchenvorstand, im Bachorgel-Verein und im Turm-Team. So manch langjähriger Mitstreiter machte aus Altersgründen den Neustart nicht mehr mit, weshalb plötzlich die gesamte Zukunft der Attraktion auf der Kippe stand.
Gelöst wurde die prekäre Situation erst durch einen Zeitungsaufruf, der tatsächlich für frisches Blut für das Turm-Team sorgte. Diesen Schwung will man nun auch heuer entfachen. Denn im ersten Jahr ohne jede Corona-Einschränkung wird viel zu tun sein, wie Massinger jetzt schon weiß: „Schon 2022 haben sie uns die Leute beim Jazzweekend fast überrannt. Das wird dieses Mal noch stärker der Fall sein, es werden auch wieder mehr Touristen in der Stadt sein. Und obendrein ist auch noch Bürgerfest.“
Weil also jede zusätzliche Kraft willkommen ist, lädt Marjaana Marttunen-Wagner am kommenden Freitag, 17. März, um 17 Uhr alle Interessierten zu einem zwanglosen Kennenlern-Treffen in die Kirche ein. Nach einem Begrüßungsgetränk gibt es dabei eine Einführung in das Aufgabengebiet der Mitglieder des Turm-Teams sowie Informationen über das, was die Dreieinigkeitskirche sonst noch zu bieten hat.
Bühne am Gesandtenfriedhof
Denn die Besucher sollen nicht nur auf den Turm geschickt werden, sondern einen umfassenden Eindruck von Pracht und Geschichte des Baus bekommen. Deshalb führt der Weg zum Turm zunächst durchs Kirchenschiff, und trotz Sanierung bleibt auch der Gesandtenfriedhof zugänglich. „Es ist eine offene Restaurierung geplant, damit man jederzeit drauf gehen kann. Wir planen dort auch eine kleine Bühne, die Kick-off-Veranstaltung wird am 16. April sein“, kündigt Marjaana Marttunen-Wagner an.
Die Pfarrerin sieht die Turm-Besteigung nicht als isoliertes touristisches Schmankerl, sondern als ganzheitliches Erlebnis: „Der Turm bietet den Weitblick, dergesamte Besuch soll ein Blick über den Tellerrandsein.“