Ira Hörndler kandidiert als Oberbürgermeisterin in Neumarkt

Die Neumarkter FDP tritt mit einer eigenen Kandidatin bei der OB-Wahl am 8. Oktober an. Ira Hörndler, erst vor wenigen Wochen in den Stadtrat nachgerückt, kandidiert.
Ursprünglich hätten die Liberalen überlegt, einen gemeinsamen Kandidaten mit den Grünen und der SPD aufzustellen – vorausgesetzt, der amtierende Oberbürgermeister Thomas Thumann würde für keine weitere Amtszeit anstreben, sagte Hörndler.
Doch inzwischen dürfte klar sein, dass Thumann sich erneut zur Wahl stellen wird, auch wenn die Freien Wähler noch nicht offiziell nominiert haben. Jedoch hatte er mehrere Bemerkungen fallen lassen, die darauf schließen lassen. Im Vorfeld waren Gerüchte kursiert, Thumann habe Ambitionen, für den Landtag zu kandidieren.
Matthias Sander kandidiert für die Neumarkter SPD
Außerdem haben die Neumarkter Sozialdemokraten inzwischen bereits Matthias Sander ins Rennen geschickt. Ein weiterer Kandidat ist Marco Winkler von den Linken. Ob die Grünen einen eigenen Kandidaten aufstellen, sollte spätestens im März feststehen, hieß es zuletzt. Die Mitglieder von FLitZ verzichten darauf.
„Wenn die anderen nicht wollen, müssen wir eben selbst aktiv werden“, sagte Kreisvorsitzender Sascha Renner am Mittwochabend im Hotel-Gasthof Dietmayr, in dem die Versammlung stattfand. Auch wenn ihre Chance zu gewinnen, relativ gering sei, „traue ich mir das Amt durchaus zu“, sagte Hörndler. Und: „Wunder geschehen“, fügte sie an.
Etwas ernüchternd war jedoch das Interesse an den eigenen Mitgliedern. Nur vier des Ortsverbands Neumarkt waren zu der Versammlung gekommen. An den anschließenden Delegiertenwahlen für Landesverband und Bezirksverband nahm dann immerhin gut ein Dutzend Mitglieder teil. Nach Angaben des Ortsvorsitzenden Peter Fuhrmann zählt die FDP in Neumarkt rund 30 Mitglieder, im Landkreis etwas mehr als 70.
Ira Hörndler ist Fachanwältin für Immobilienrecht
Die promovierte Juristin Ira Hörndler ist seit 2019 Mitglied in der FDP und arbeitet als selbstständige Immobilienanwältin. Als solche beschäftige sie sich seit rund 30 Jahren mit Stadt- und Quartiersentwicklung. „80 Prozent der Themen in einer Stadt sind Bauthemen.“ Sie lese sich schnell in solche Projekte ein.
Und welche Schwerpunkte will die 55-Jährige setzen? Grundsätzlich gehöre sie nicht zu den Personen, die in Neumarkt alles schlecht finden, stellt Hörndler klar. „Vieles läuft in Neumarkt sehr gut.“ Das liege vor allem an der guten finanziellen Lage der Stadt. Und die garantierten bis jetzt die Unternehmen, die für hohe Gewerbesteuereinnahmen sorgten. Und dies garantierten die Mitarbeiter dieser Firmen, die gute Gehälter verdienten.
„Aber wir müssen aufpassen, dass es Neumarkt noch in zehn Jahren gut geht.“ Und da sieht die 55-Jährige noch Luft nach oben – beispielsweise seien schon einige Neumarkter Firmen abgewandert, weil keine passenden Gewerbeflächen mehr vorhanden seien.
Ira Hörndler setzt Schwerpunkt auf Neumarkts Innenstadt
Priorität will sie außerdem der Innenstadtentwicklung geben und einen Schwerpunkt bei den Neumarkter Stadtteilen setzen. Diese wiesen zum Glück noch immer teilweise gewachsene traditionelle Strukturen auf mit ihren Vereinen. „Ich möchte die Dörfer stärken, damit sie als Dörfer existieren können.“ Das sieht sie in Gefahr, wenn etwa Neubaugebiete in den Dörfern entstehen und das Leben dieser Bewohner aber eigentlich woanders spielt.
Ira Hörndler nennt außerdem ein Beispiel aus der aktuellen Kommunalpolitik, bei dem sie baurechtlichen Sachverstand im Stadtrat vermisst hat. Das betrifft die neue Hauptfeuerwache. Diese war aufgrund der massiv gestiegenen Baukosten in die Diskussion geraten. Die OB-Kandidatin kritisiert, dass der Standort zwischen OBI-Kreuzung und altem Kanal aus den falschen Gründen gewählt worden sei.
Dieser sei nur deshalb günstiger als die Fläche des alten Bauhofs am ehemaligen Real gewesen, weil das Areal nicht als Baugrund ausgewiesen war. Doch jetzt müsse für viel Geld die OBI-Kreuzung umgebaut werden, führt Hörndler an.
Sie engagiert sich schon seit Jahren politisch – allerdings vor allem in bundesweiten fachlichen Gremien des Deutschen Anwaltsvereins oder des Dachverbands der deutschen Immobilienwirtschaft. Sie fungierte aber auch schon als Sachverständige für den Rechtsausschuss des Deutschen Bundestags.
Ansonsten sagt die FDP-Politikerin: „Eine Oberbürgermeisterin muss sich um alles kümmern – um Alt und Jung, Autofahrer und Radfahrer, Industrie und Kultur.“ Ein Stadtoberhaupt müsse darauf schauen, dass alles funktioniert. Deshalb reiche es nicht, nur einzelne Schwerpunkte zu setzen.