Elvis’ bewegende Auferstehung im Burglengenfelder Bürgertreff

Von Josef Schaller · 5. März 2023 um 17:00

Mit über einer Milliarde verkaufter Tonträger gilt Elvis Presley als erfolgreichster Solo-Künstler aller Zeiten. Mit seiner Musik prägte er Generationen. Im ausverkauften Bürgertreff hatten Fans am Samstag Gelegenheit, bei einer Hommage auf den Musiker seine größten Hits nochmal zu hören.

Macher der Veranstaltung war Klaus Sauerbeck. Ein ganzes Jahr lang hat der 64-jährige Elvis-Fan recherchiert. Dabei hat er auch das Kunstmuseum in Grafenwöhr besucht. Dort war Elvis einst als US-Soldat stationiert. Das Museum hat dem Musiker eine ganze Abteilung gewidmet. Unter anderem ist dort sein Original-Flügel ausgestellt. Bei seinen Recherchen ist Sauerbeck schließlich auch auf Elvis-Imitator „Arny“ Arnold Wurm aus Arrach (bei Kötzting) gestoßen.

Der Hype nach dem Tod prägte

„Elvis beeinflusste jeden mit seiner Musik“, soll Al Green, Sänger und Prediger, nach dem Tod des King of Rock-’n’-Roll gesagt haben. Für Elvis-Darsteller Arny Wurm war es jedoch nicht seine Musik, die ihn zum großen Fan werden ließ, sondern der Hype nach dem Tod. Das habe ihn 1977 als Elfjähriger so fasziniert, dass er sein ganzes weiteres Leben dem Ausnahmekünstler gewidmet habe, wie er verraten hat. „Es war der beste Elvis Presley seit Elvis Presley“, so Sauerbeck nach der Veranstaltung, der während des Konzerts in die Rolle seines Managers Colonel Tom Parker schlüpfte. Er war es auch, der viele Interna über Elvis ausplauderte.

Es dauerte nur einen Song, „Blue Suede Shoes“, dann hatte der Elvis aus dem Bayerischen Wald die Herzen erobert. Du kannst alles mit mir machen. Du kannst mich schlagen, du kannst mich verleumden. Aber steig nicht auf meine blauen Wildlederschuhe! Am 10. Januar 1956 spielte Elvis mit seinen „Blue Moon Boys“ den Song „Heartbreak Hotel“ im Studio ein. Danach sei nichts mehr wie vorher gewesen, wie Parker anmerkte. Drei Monate später veröffentlichte Elvis eine „Monster Single“ mit den Songs „Don’t Be Cruel“ und „Hound Dog“, eine Single, die über 50 Wochen in den Charts vertreten war.

1957 zeigte Elvis mit dem Song „Teddy Baer“, der sieben Wochen lang an der Spitze der US-Charts stand, seine weiche Seite. Er will für seine Geliebte nicht Löwe sein und auch nicht Tiger, sondern ihr Teddy Bear.

Auch als Schauspieler machte er Karriere

Der Song „It’s Now Or Never“ (1960) soll in nur einer halben Stunde geboren worden sein. Jetzt oder nie! Halt mich fest. Morgen wird es zu spät sein. Es sollte die meist verkaufte Single des King of Rock-’n’-Roll werden. Noch im selben Jahr erschien „Are You Lonesome Tonight“, ebenfalls in vielen Ländern ein Nr.1-Hit. Elvis fragt seine Ex, ob sie ihn vermisse und denkt an die schönen gemeinsamen Zeiten zurück.

1963 erschien ein Song, in dem Elvis über eine Frau singt, die aussieht wie ein Engel, die geht wie ein Engel und die spricht wie ein Engel. Aber in Wahrheit ist sie ein verkleideter Teufel: „Devil In Disguise“.

Nach einer mehrjährigen Schauspiel-Karriere kam Elvis 1969 wieder als Musiker auf die Bühne zurück mit seinem Hit „Dont Cry Daddy“. Dabei singt er aus der Perspektive eines Mannes, der seine Frau verloren hat und wird von seinem Kind getröstet.

„Holt die Taschentücher raus!“ Mit diesen Worten kündigte Colonel Parker diesen Song an. Als ob der Text dieses wunderschönen Songs nicht ausreichte, für feuchte Augen zu sorgen, setzte Tochter Katherine noch einen drauf, als sie plötzlich auf die Bühne kam, um mit ihrem Vater zu singen.

Song gegen Rassismus und Diskriminierung

Auch bei „In The Ghetto“ bekam „Elvis“ Unterstützung von Tochter Katherine. Es geht um ein Kind, von dem von Anfang an klar war, dass es keine Chance haben würde. Elvis sei dieser Song sehr wichtig gewesen, wie der Colonel sagte. Er appelliert darin, nicht wegzusehen. Es war ein Song gegen Diskriminierung und Rassismus.

Selten hat Parker so einen traurigen Elvis gesehen, als bei der Aufnahme von „Always On My Mind“. Priscilla hatte ihn verlassen. Sie war danach immer in seinen Gedanken gewesen bis zu seinem Ende. Elvis wurde nur 42 Jahre alt. Er starb am 16. August 1977 auf seinem Anwesen Graceland.

Am 29. April gibt es im ATT-Tagungszentrum in Furth im Wald eine Neuauflage dieser Veranstaltung.

Klaus Sauerbeck ist der Macher dieses „MusiTextical". Er spielte dabei den Manager von Elvis, Colonel Tom Parker. -Foto: Josef Schaller