Nach Insolvenz-Ankündigung: Große Sorge um Peek & Cloppenburg in Regensburg

Das Modeunternehmen beantragt ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Der Chef des Donau-Einkaufszentrums, Thomas Zink, sagt: „Das hat uns wie der Blitz getroffen“. Hat die Insolvenz Auswirkungen auf den Einzug der P&C-Tochter Anson`s am Neupfarrplatz?
Es war die Hiobsbotschaft, ein weiterer Tiefschlag für den Einzelhandels-Standort Regensburg: Das Modeunternehmen Peek & Cloppenburg, das deutschlandweit 67 Filialen betreibt, hat einen Antrag auf Eröffnung eines Schutzschirm-Insolvenzverfahrens gestellt. Bekannt wurde dies durch ein Interview mit der Wirtschaftswoche. In Regensburg sorgte diese Nachricht am Freitag für einige Unruhe: „Das traf uns wie der Blitz aus heiterem Himmel“, sagte dazu der Geschäftsführer des Donau-Einkaufszentrums, Thomas Zink. Sofort versuchte Zink, Kontakt aufzunehmen mit dem Ansprechpartner bei Peek & Cloppenburg, der für das Immobilienmanagement in der Zentrale in Düsseldorf verantwortlich zeichnet.
„P & C zahlt stets pünktlich“
Überrascht ist Zink vor allem deshalb, weil es im Vorfeld keinerlei Auffälligkeiten in Bezug auf P & C im DEZ gegeben habe. „Alles hat ganz normal funktioniert, die vereinbarten Mietzahlungen sind bei uns in voller Höhe und termingerecht eingegangen“, sagte Zink weiter. Wie die Stimmung unter den Mitarbeitern des beliebten Modehauses ist, konnte Zink noch nicht sagen. „Ich habe leider auch die Leiterin der Filiale noch nicht erreichen können“, so der DEZ-Geschäftsführer.
Für das Donau-Einkaufszentrum, einem wichtigen Wirtschaftsfaktor im Regensburger Stadtnorden, ist es bereits die zweite Insolvenz eines Ankermieters.
Kaufhof: Zwei Filialen, muss eine schließen?
Seit Monaten ist auch der Kaufhof von einem Insolvenzverfahren betroffen. Zunächst gab es nur sehr dünne Informationen für die DEZ-Geschäftsführung. Doch schon bald wird es Gewissheit darüber geben, wie es weitergeht. Mitte März muss der Sanierungsplan stehen, denn Ende März soll die Gläubigerversammlung zusammenkommen und diesen absegnen.
Regensburg hat zwei Filialen, eine im DEZ, eine am Neupfarrplatz mitten im Welterbe. Wie es dort weitergeht, ist auch noch völlig offen. Bisher hieß es stets, dass vor allem die Doppel-Standorte wie in Regensburg nicht mehr erhalten bleiben sollen. Einer, der doppelt von den Hiobsbotschaften betroffen ist, ist Andreas Insinger, Besitzer des Nachbar-Gebäudes am Neupfarrplatz. Der Unternehmer hatte nach dem Auszug der Modekette Zara, die in die Arcaden abgewandert ist, nach einem Nachfolge-Mieter gesucht. Fündig wurde er beim Herrenausstatter Anson’s. Dieses ist wiederum ein Tochterunternehmen von Peek & Cloppenburg Düsseldorf. Insinger hat sofort Kontakt aufgenommen zu dem Unternehmen, um zu klären, ob der Insolvenzantrag Auswirkungen auf den Einzug von Anson’s am Neupfarrplatz haben könnte. „Man hat mir gegenüber sofort Entwarnung gegeben“, sagte Insinger am Freitag kurz nach Bekanntwerden der Nachricht. „Das ist eine reine Tochtergesellschaft und dieses Verfahren des Mutterkonzerns hat keine Auswirkungen“, so Insinger.
Peek & Cloppenburg-Tochter Anson`s soll kommen
„Das ist für mich eine Bank“, sagte Insinger weiter. „Anson’s will einen fünfstelligen Betrag in das Gebäude investieren, auch, weil man das Filialnetz neu aufstellen möchte.“ Die Einschätzung des Regensburger Immobilienbesitzers ist aber auch, dass derzeit viele Unternehmen und deren Management die Situation nach Corona und mit den schwierigen Rahmenbedingungen durch Zinserhöhungen und Ukrainekrieg nutzen wollten, „um klar Schiff zu machen“. Er erlebe das im Moment auch bei einem Mieter ein paar Meter weiter Richtung Gesandtenstraße: Auch Salamander ist Ende 2022 in ein Schutzschirm-Insolvenzverfahren gegangen. 93 Filialen und 950 Vollzeitstellen sollen wegfallen.
„Ich hatte erst letzte Woche ein Gespräch geführt mit den Salamander-Vertretern und wir haben uns auf Mietminderungen geeinigt“, sagte Insinger. „Diese Einigung läuft bis 2024, dann wird neu verhandelt.“ Die Schutzschirm-Verfahren würden dafür genutzt, um das Filialnetz auf Vordermann zu bringen und Mieten zu senken, meint Insinger.
P&C zieht die Kunden an
Auch Zink sagt, er könne sich die Insolvenz nicht erklären. „Aufgrund der Zahlen, die uns vorliegen, hat es für uns keinen Grund zur Besorgnis gegeben.“ Der Peek & Cloppenburg im DEZ sei ein absoluter Kundenmagnet weit über Regensburg hinaus. „Aber ich bin positiv“, schloss Zink, „dass es weitergehen wird“.
