Freibad-Sanierung in Roding: Sind Extrawünsche doch realisierbar?

Von Oliver Hausladen · 4. März 2023 um 11:00

Wenn nicht unerwartete Mehrkosten kommen, könnten „Extras“ wie eine zweite Rutsche bei der Sanierung des Rodinger Freibads eventuell doch erfüllt werden: 500.000 Euro weniger als kalkuliert ist das Ergebnis der ersten Ausschreibungen. Noch will die Stadt aber abwarten.

Das erste Vergabepaket, das knapp 79 Prozent der Bausumme umfasst, kann um etwa 500000 Euro günstiger vergeben werden als im Haushalt vorgesehen, 8,1 Millionen Euro waren einkalkuliert.

Vergabe ist erfolgt

Zusammen mit dem im Gesamtbudget von rund 14 Millionen eingeplanten Sicherheiten für etwaige Kostensteigerungen ergibt sich damit eine Einsparung in Höhe von rund einer Million Euro, teilte Kämmerer Josef Zwicknagl in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend mit. Die Stadt wolle aber erst abwarten, ob dadurch Extra-Wünsche für die Sanierung in Erfüllung gehen, erläuterte Bürgermeisterin Alexandra Riedl, vor allem im Hinblick auf mögliche Baugrund-Risiken.

Über die Auftragsvergabe hat der Verwaltungsrat der Städtischen Betriebe am Donnerstagvormittag entschieden. Der offizielle Baubeginn der Sanierung desdeutlich in die Jahre gekommenen Badesist für Anfang April vorgesehen, Vorbereitungsarbeiten sowie die notwendigen Leitungsverlegungen im Bereich Wasser/Abwasser starten bereits früher. Bereits jetzt wurden Bäume gefällt, dies sei für den Bau des neuen Technikgebäudes nötig, erläuterte Riedl.

Optionen prüfen

Nach mehrmaligen Budgeterhöhungen im Laufe des Jahres 2022 ergibt sich durch das Ausschreibungsergebnis erstmals die Option für eine Budgetsenkung in Höhe von einer Million Euro, teilte Zwicknagl mit. Dies wäre angesichts des sonstigen hohen Investitionsbedarfs im städtischen Haushalt (unter anderemErweiterungen im Kindertagesstätten-Bereich, Neubau der Grundschule und vieler weiterer kleinerer Projekte) sowie im Hinblick auf die Signalwirkung der Stabilisierungshilfe (Gewähr unter aufschiebender Bedingung) aus Sicht der Finanzverwaltung geboten, so Zwicknagl. Zudem sei zu beachten, dass im Rahmen des Haushalts für 2023 nochmals 1,3 Millionen Euro für die Unterhaltssanierung des Eingangsgebäudes des Freibads zur Verfügung gestellt werden müssten.

Stadt und Städtische Betriebe sprechen sich hingegen dafür aus, angesichts nach wie vor vorhandener Risiken für Baukostensteigerungen, insbesondere beim Baugrund, derzeit noch über über keine Budgetsenkungen beziehungsweise die Umsetzung diverser vorerst zurückgestellter Maßnahmen (unter anderem zweite Rutsche, Kletterwand im Springerbecken, Freianlagen-Pflegegebäude oder Umkleidestation bei der oberen Liegewiese) entschieden werden, es gelte, bis zum Vorliegen gesicherter Erkenntnisse bei Abbruch und Aushub zu warten.

Bald wieder im Stadtrat

Dies werde wahrscheinlich noch sechs bis acht Wochen dauern, dann würde das Projekt wieder im Gremium diskutiert, sagte Riedl. Es gäbe „viele tolle Ideen“, die umgesetzt werden könnten, wenn es bei der Preiseinsparung bleibe, aber: „Wir wissen beim Boden halt nicht, was alles darunter ist.“

Das Gremium zeigte sich mit diesem Vorgehen einverstanden. Einstimmig wurde beschlossen, über eine mögliche Budgetsenkung beziehungsweise die Wiederaufnahme zurückgestellter Maßnahmen erst nach dem Vorliegen gesicherter Erkenntnisse im Hinblick auf Baugrund-Risiken zu entscheiden.

Die Bürgermeisterin stellte angesichts anderslautender Gerüchte klar, dass diese Saison das Freibad nicht genutzt werden könne: „Das ist eine Baustelle, die nicht betreten werden darf.“ Sie zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Generalsanierung nach Plan verläuft, und in der Saison 2024 zumindest teilweise wieder geschwommen und geplanscht werden kann.