Stadt Neumarkt strebt nach neuen eigenen Windrädern

Der Stadtrat beriet über die Haltung der Stadt zu ersten Plänen, wo neue Windräder erlaubt sein könnten. Ausgelöst haben die regionale Planung neue Gesetze des Bundes. Die Stadt will die Kontrolle behalten und selbst mit Windrädern mitmischen.
Wie ihre Kollegen in anderen Kommunen hatten sich die Stadträte mit der Windkraftplanung zu beschäftigen. Hintergrund sind die gesetzlichen Vorgaben des Bundes, die den Ausbau der Windkraft beschleunigen sollen. Dazu müssen die Länder bestimmte Flächenmengen für Windenergie zur Verfügung stellen. Der Freistaat hat diese Aufgabe an die regionalen Planungsverbände weitergereicht.
Im Bereich der Kreise Neumarkt, Cham, Regensburg, Kelheim und der Stadt Regensburg hat der Planungsverband einen Kriterienkatalog aufgestellt, um Potenzialflächen zu identifizieren. Er forderte die Stadt auf, Stellung zu diesen ersten Planungen zu nehmen.
Teilflächennutzungsplan aus 2014 sieht Fläche für Windräder bei Pelchenhofen vor
Wie OB Thomas Thumann erklärte, sei es für die Stadt wichtig, sich an der Planung zu beteiligen. Werden die vorgegebenen Flächenziele für die Region (1,1 Prozent bis 2027) nicht erreicht, werden Windräder nahezu überall im Außenbereich zu privilegierten Bauvorhaben. Die Kommunen könnten dann nicht mehr steuern. Zudem würden andere steuernde Instrumente wie bestehende Flächennutzungspläne und Raumordnungspläne unwirksam. Werden die Teilflächenziele erreicht, greift hingegen der Regionalplan, an dem die Kommunen mitwirken können.
Die Stadt will dies tun. Sie sieht sich zudem gut aufgestellt mit einem 2014 erstellten Teilflächennutzungsplan. Es sei davon auszugehen, dass vorerst noch die Möglichkeit erhalten bleibe, steuernd einzugreifen. Dieser Plan weist eine Fläche nordöstlich von Pelchenhofen aus. In dieser Gegend stehen bereits einige der insgesamt neun Windräder auf Stadtgebiet.
Dass es nicht die Letzten gewesen sein werden, war aus den Worten OB Thumanns zu entnehmen. Wenn neue kommen sollten, sei es für ihn wichtig, dass die Bürger Neumarkts davon profitierten. Stadt und Stadtwerke überlegen daher offenbar, Windräder zu bauen.
Landkreis Neumarkt hat bereits viele Windräder
CSU-Stadtrat Werner Thumann kritisierte das Vorgehen der hohen Politik. Dass bei der Suche nach Flächen nicht berücksichtigt werde, dass der Landkreis bereits viel zur Windkraft beigetragen habe, sei falsch. Er befürchtet, dass die Zustimmung in der Bevölkerung kippen könnte.
Peter Grewe (UPW) betonte hingegen, dass sich der Landkreis selbst als Musterregion nicht zurücklehnen könne. Zum einen sei man eben eine Region, in der es mehr Wind gebe und zum anderen steige der generelle Strombedarf in den kommenden Jahren.
Im Januar hatte die Verwaltung im Stadtrat die Idee eines Nahwärmenetzes für die neue Feuerwache, das Kinderhaus Donauer, die Jurahallen, das G6 und die Schule West vorgestellt. Der Ring aus Leitungen könnte beispielsweise mit Wärme aus Hackschnitzeln aus den stadteigenen Wäldern betrieben werden. Diese Idee wurde nun erweitert: Zusätzlich sollen die Gebäude durch Stromleitungen verbunden werden. Der Strom könnte aus PV-Anlagen auf den Gebäuden kommen, vor allem aus der großen geplanten auf der neuen Feuerwache. Der Stadtrat gab weitere Planungen frei.
Ebenso stimmten die Räte einem weiteren Solarenergie-Projekt zu. Auf dem Dach des Hochschulgebäudes soll für 90000 Euro eine PV-Anlage mit 33 Kilowattpeak Leistung gebaut werden. Und zwar so, dass sie von der Straße nicht einsehbar ist.