Regensburger Christopher Street Day expandiert nach Stadtamhof

Von Juliana Ried · 2. März 2023 um 19:26

Die neuen Organisatoren des Christopher Street Day in Regensburg bekamen im Stadtrat viel Unterstützung. Die Brücke blitzte mit ihrem Förderantrag aber trotzdem ab.

Die Vereine und Initiativen, die in Regensburg für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt einstehen, haben seit Ende 2022 ein großes Dach: den Verein Queeres Regensburg. Der hat viele Pläne, darunter die Expansion des Christopher Street Day (CSD) nach Stadtamhof, steckt aber noch in Gründungs-Formalien. So blitzte die Brücke am Donnerstag im Sozialausschuss des Stadtrats ab mit ihrem Antrag auf eine regelmäßige CSD-Förderung – obwohl die große Mehrheit die Veranstaltung unterstützt.

Die Brücke hatte einen festen jährlichen Zuschuss in Höhe von 5000 Euro für Queeres Regensburg für die nächsten fünf Jahre gefordert, der die bisherige fallweise Unterstützung ablösen soll. Im Antrag hieß es: „Angesichts der enormen gesellschaftlichen Bedeutung des Christopher Street Day, der ein Schlaglicht auf die queere Community wirft und damit den gesellschaftlichen Zusammenhang fördert, stünde es der Stadt allerdings gut zu Gesicht, der Veranstaltung mit einem festen jährlichen Betrag etwaige Finanzierungsrisiken abzunehmen und für Planungssicherheit zu sorgen.“

Queeres Regensburg steckt noch in Gründungs-Formalien

SPD-Stadtrat Alexander Irmisch stimmte nicht mit, er erklärte sich als Vorstandsmitglied von Queeres Regensburg für befangen. Vor der Sitzung sagte er: „Ich finde das super, das Engagement der Brücke.“ Eine regelmäßige Unterstützung sei auch das Ziel des Vereins, doch es gelte: „Die Stadt kann uns erst Geld geben, wenn wir als Verein selber einen Förderantrag gestellt haben.“ Die nötigen Formalien seien wohl im April erledigt. Sozialamtschefin Doris Ebenhöch betonte ebenfalls: „Wir brauchen zunächst einmal einen Antrag.“ Auch ein Finanzierungsplan sei notwendig, denn die Förderung gebe es nur, wenn ein Defizit drohe.

SPD-Stadträtin Evelyn Kolbe-Stockert sagte, natürlich unterstütze die SPD das Thema, aber nicht den Antrag samt fester Summe: „Da legen wir uns fest – das können wir gar nicht.“ So stimmten nur die Grünen und Einzelstadtrat Jakob Friedl mit der Brücke. Sozial-Bürgermeisterin Astrid Freudenstein (CSU) betonte, dass die Stadt den CSD schon bisher gesponsert habe. Auch sei sie sich „nicht ganz sicher, ob das ein Fall fürs Soziale ist“ oder eine politische Veranstaltung. CSD-kritisch äußerte sich nur AfD-Stadtrat Erhard Brucker, der die gesellschaftliche Bedeutung infrage stellte.

In Stadtamhof hat Christopher Street Day mehr Platz

Die Planungen für den CSD sind fortgeschritten. „Wir werden den CSD erstmalig in Stadtamhof stattfinden lassen“, kündigte Irmisch an. Zwar werde der Zug wie gewohnt in der Altstadt starten. Kundgebung und Straßenfest sind allerdings jenseits der Steinernen Brücke geplant. Das ist einer Terminkollision geschuldet, denn am Haidplatz soll am CSD-Wochenende im Juli das Klangfarben-Festival steigen. Aber der neue Standort passe auch gut, er biete mehr Platz.

Auch die weiteren Vereinsaktivitäten sollen über das hinausgehen, was es bisher gab. Der Dachverband will laut Irmisch Beratungen anbieten für queere Menschen. Auch Lehrkräfte wolle Queeres Regensburg schulen, um gegen Mobbing und Diskriminierung an Schulen vorzugehen, etwa nach einem Outing von Schülern. Daneben soll es neue Veranstaltungen geben, zum Beispiel einen Regenbogenempfang.