Weniger Turbinen, aber mehr Strom: Bögl-Beton macht Windpark grüner

Von Bernhard Fleischmann · 27. Februar 2023 um 19:00

Die Neumarkter Max Bögl-Gruppe ist bei einem großen Windparkprojekt beteiligt, das in mehrerer Hinsicht neue Wege geht. Siemens Gamesa, der Projektierer VSB und Bögl kooperieren bei einem der größten sogenannten Repowering-Projekte Europas.

Darum geht es: Im Windpark Elster in Sachsen-Anhalt werden 50 alte Windenergieanlagen durch 16 moderne ersetzt. Dadurch sinkt nach den Angaben der beteiligten Unternehmen der Flächenverbrauch um 30 Prozent. Im Gegenzug steige der Energieertrag um das Sechsfache. Mit einer Gesamtleistung von 105,4 Megawatt (MW) zähle der Park zu einem der größten Repowering-Vorhaben Europas und sei das bislang größte An-Land-Projekt von Siemens Gamesa in Deutschland.

Ein besonderes Konzept

Die Siemens-Anlagen werden auf einer Nabenhöhe von 165 Metern errichtet. Jede einzelne Anlage liefert 6,6 Mewawatt Leistung, so dass der Windpark jährlich rund 235 Gigawatt-Stunden (GWh) Strom erzeugen und circa 150000 Menschen mit Energie versorgen werde.

Im Windpark Elster komme ein besonderes Konzept von Siemens Gamesa und der Max Bögl Wind AG zum Einsatz, erklärte Thomas Winkler, Geschäftsführer der planenden und bauausführenden VSB Neue Energien Deutschland GmbH. Dieses Unternehmen hat seinen Sitz in Dresden und erst vor wenigen Monaten eine Filiale in Regensburg eröffnet. Die Projektpartner werden getrennt beauftragt: Siemens Gamesa liefere die Turbinen, Max Bögl Wind sei zuständig für den Bau der Fundamente und des Betonturms. Das solle die Wirtschaftlichkeit steigern.

Für Bögl und Siemens Gamesa ist das Konzept nicht mehr ganz neu. Beide Unternehmen haben dieses Kooperationsmodell bereits bei einem Windpark vor zwei Jahren im westlichen Münsterland praktiziert.

Josef Knitl, Vorstand der Max Bögl Wind AG, erklärte: „Zur Herstellung des Hybridturms kommen eigene nachhaltige Betontechnologien zum Einsatz. Durch die Verwendung von Betonzuschlagstoffen reduzieren wir die CO2-Emissionen unseres Betons um bis zu 40 Prozent und verbessern den Fußabdruck im Vergleich zu alternativen Turmkonzepten.“

Im Windpark Elster hat die Demontage der Altanlagen den Angaben zufolge bereits begonnen. Erste Flächen könnten wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Der Abstand zur nächsten Siedlung vergrößere sich von derzeit 600 auf mindestens 1000 Meter. Die ersten Bauarbeiten zur Errichtung der neuen Anlagen sollen im Frühjahr 2023 beginnen. Die Installation der Anlagen starte Anfang 2024, die Inbetriebnahme sei für das dritte Quartal 2024 geplant.

Die Bögl-Gruppe

Die Max Bögl Wind ist nach eigenen Angaben Deutschlands Marktführer bei der Herstellung, Lieferung und Errichtung von Hybridtürmen und stellte 2017 den Rekord der weltweit höchsten Onshore-Windkraftanlagen mit 178 Metern Nabenhöhe auf. Im Bereich Energie biete man mittelständischen Unternehmen Hilfe bei der Konzeption, Planung und Realisierung von Energiekonzepten zur Eigenstromversorgung mit erneuerbaren Energien, Speichertechnologien bis hin zum Energiemanagement und der Stromvermarktung. Max Bögl Wind AG ist eine Tochter der Firmengruppe Max Bögl. Mit über 6500 Mitarbeitern an weltweit mehr als 40 Standorten und einem Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro zählt Max Bögl zu den größten Bau-, Technologie- und Dienstleistungsunternehmen der deutschen Bauindustrie. fl

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