Kinderkrippe in Langquaid bekommt Außenstelle in Wohnhaus

Von Alexandra Nurtsch · 24. Februar 2023 um 15:25

Der Markt Langquaid schafft weitere Betreuungsplätze für die Kleinsten und baut dafür ein Wohnhaus um.

Im Mai soll die Gruppe, die zu den Krabbelkäfern gehören wird, ihren Betrieb aufnehmen.

Im Markt Langquaid gibt es mehr als 300 Kindergartenplätze. Doch die sind alle belegt und bei den Kleinsten sieht es nicht viel besser aus. Doch zumindest bei den Krippenkindern wird sich die Situation etwas entschärfen, denn ab Mai gibt es bei den Krabbelkäfern eine weitere Gruppe. Die ist jedoch nicht in dem Gebäude in der Schulstraße untergebracht, sondern ein paar Meter weiter in der Herrnwahlthanner Straße. Der Markt hat hierfür ein Wohnhaus gemietet und baut es derzeit zu einer Kinderkrippe um.

In Langquaid leben viele junge Familien und es gibt viele Kinder. Das freut Bürgermeister Herbert Blascheck. Doch es stelle den Markt auch vor Herausforderungen. Um weitere Krippenplätze zu schaffen, wurde bereits das Betreuungsangebot in den Kinderkrippen Krabbelkäfer und Schatzinsel um jeweils sechs Plätze erhöht. Die Ausnahmegenehmigung soll bis zum Ende des Kindergartenjahrs gelten.

Große, helle Räume

Derzeit laufen die Umbauarbeiten im früheren Wohnhaus auf Hochtouren. Die alte Küche und der alte Fußbodenbelag im Erdgeschoss wurden schon entsorgen. Hier sind zwei Gruppenräume mit rund 40 Quadratmeter Fläche vorgesehen. Die großen Terrassentüren und Fenster lassen viel Licht in die Räume. Im Obergeschoss sind der Schlafraum der Kinder wie auch Räume für das Personal geplant. Die Sanitäranlagen im Haus werden kindgerecht erneuert und Wickelbereiche eingerichtet. Die Garage wird als Kinderwagenstellplatz genutzt.

Damit alle Sicherheitsstandards erfüllt werden, die es bei einer Kinderkrippe zu beachten gibt, wird in die Terrassentüren Sicherheitsglas eingesetzt. Unter anderem erhält die Treppe ins Obergeschoss einen zweiten Handlauf, am Geländer muss nachgearbeitet und die Heizkörper abgedeckt werden. Erforderlich ist auch ein zweiter Fluchtweg. Der wird vom Balkon über eine Stahltreppe in den Garten führen, der Spielgeräte erhalten und dementsprechend gestaltet wird.

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Einen Großteil der Arbeiten führen die Mitarbeiter des Bauhofs aus, sagt Bauamtsleiter Stefan Krausenecker. Er rechnet mit Kosten zwischen 80.000 und 100.000 Euro.

Die Betriebserlaubnis wird vorerst für drei Jahre beantragt. Blascheck betont, dass die Kinderkrippe im Wohnhaus keine Notlösung sei. Hier stimme die Qualität, die Lage und die Hol- und Bringsituation. Der Zugang zur Krippe ist von der Schulstraße aus. Hier wird der Markt einen Weg vom Familienzentrum über die Brachfläche bis hin zum Eingang anlegen.

Bauarbeiten ab April

Zum Bringen und Abholen können die Parkplätze beim Familienzentrum genutzt werden. Auch in der Nähe zu den Krabbelkäfern in der Schulstraße sieht Blascheck einen Vorteil. Während sich mit der neuen Krippengruppe die Betreuungssituation bei den Kleinsten etwas entspannt, wird sich im März zeigen, ob die Kindergartenplätze im Markt ausreichen. Dann findet die Kindergartenanmeldung statt. Blascheck ist sich sicher, dass die Kinder, die einen Anspruch haben, auch einen Platz bekommen werden. Falls nicht, „dann werden wir uns etwas überlegen“.

Doch auch hier wird sich etwas tun. Wie der Bürgermeister sagt, erweitert die Kelheimer B+Z Gruppe ab April das Familien- und Bildungszentrum in Richtung Parkplatz. Im Obergeschoss des Neubaus entstehen Pflegeplätze für Senioren, im Erdgeschoss sollen eine Kindergartengruppe und eine Krippengruppe einziehen. Die AWO werde den Erweiterungsbau erwerben und sich dazu verpflichten, den Kindergarten und die Kinderkrippe 25 Jahre lang zu betreiben, sagt Blascheck. Im Gegenzug zahle der Markt Langquaid einen Baukostenzuschuss. Parkplätze fallen durch den Neubau nicht weg, sie würden nur anders angeordnet, sagt Blascheck.

Bis vor wenigen Monaten war das Haus in der Herrnwahlthanner Straße noch bewohnt. Nun wird es zur Krippe umgebaut. -Foto: Nurtsch
Bürgermeister Herbert Blascheck und Bauamtsleiter Stefan Krausenecker (r.) sehen sich auf der Baustelle um.