Ex-Gastwirt will Mandat niederlegen – Unternehmer rückt nach

Er ist ehemaliger Metzger und Gastwirt und bald auch Ex-Stadtrat: Georg Bottenhofer. Der 67-jährige Neunburger will aus dem Gremium ausscheiden. Über den Antrag auf Entlassung aus dem Ehrenamt entscheiden am Donnerstag seine Ratskollegen.
Das Ausscheiden des Stadtrates der Freien Wähler ist eine Formalie. Bis vor einigen Jahren mussten Räte einen wichtigen Grund nennen, um ihr Amt aufgeben zu dürfen – so etwa eine schwere Krankheit, den Beruf, die Familie oder das Alter. Nach einer gesetzlichen Neuregelung brauchen sie inzwischen keinen Grund mehr anzugeben. Der Stadtrat nimmt die Niederlegung des Mandats zur Kenntnis und entscheidet über das Nachrücken des Listennachfolgers.
Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen
Es gibt natürlich Beweggründe, warum Georg Bottenhofer den Neunburger Stadtrat verlässt. Aus gesundheitlichen Gründen könne er den Sitzungen nicht mehr so gut folgen. Auch die Vorlagen, die sich auf 700 bis 800 Seiten summieren würden, zu verarbeiten, bereite ihm Probleme, erklärt der 67-Jährige. Sein Arzt habe ihm geraten, sich zu schonen. Deshalb will der Neunburger nun einen Schlussstrich unter das Kapitel Stadtrat ziehen.
Dem Gremium gehörte Bottenhofer seit 2014 an. Schon zuvor hatte er kandidiert, vor neun Jahren gelang ihm dann der Sprung in den Stadtrat.Bei der Wahl 2020 erhielt er 1288 Stimmen.Als sechster von sechs FW-Stadträten gelang ihm der erneute Einzug. Im Stadtrat stimmte Bottenhofer unter anderemgegen das Pfalzgrafencenter an der Amberger Straßeund sah die kommunale Verkehrsüberwachung kritisch. Beides wurde mit der CSU-Mehrheit im Rat dennoch durchgesetzt.
Nicht immer nur Ja sagen
Er habe sich das anders vorgestellt, blickt der 67-Jährige auf seine Zeit als Stadtrat zurück. 2020 sei er noch mal angetreten mit der Hoffnung, dass es vielleicht doch besser werde. Es wurde nach seiner Einschätzung aber nicht besser. „Der ganze Aufwand rentiert sich nicht“, meint er etwas resigniert. Nun sei für ihn der Zeitpunkt gekommen, sich zurückzuziehen.
Georg Bottenhofer war nie einer, der immer nur Ja sagen wollte. Deshalb kehrte er vor Jahren auch der CSU den Rücken und schloss sich 1996 den Freien Wählern an. Hier sei er besser aufgehoben, weil er auch mal eine andere Meinung äußern könne, findet er.
Den familieneigenen Metzgerladen hatte Georg Bottenhofer bereits 1995 verpachtet. Er ist inzwischen aufgegeben worden. Der Neunburger übernahm später die Küche bei Veranstaltungen in der alten Stadthalle, betrieb lange den Kiosk im Stadtpark und das Gasthaus „Zum Mappl“. Das Traditionslokal nahe der Schwarzachtalhalle schloss im Frühjahr 2019 für immer seine Pforte.
Mit dem Stadtpark bleibt er weiterhin verbunden. Nicht nur, weil sein Blick aus dem Haus direkt auf das innerstädtische grüne Areal fällt. Seit 2014 ist Bottenhoferder Beauftragte für den Stadtparkund möchte diese Aufgabe auch nach seinem Ausscheiden weiter übernehmen.
1215 Stimmen bei Wahl 2020 geholt
Im Stadtrat wird seinen Platz derImmobilienunternehmer und Bankkaufmann Maximilian Baumgärtnereinnehmen. Der jetzige Wechsel kam für ihn nicht wirklich überraschend, erklärt der 57-Jährige. 2020 hatte der gebürtige Neunburger das erste Mal für den Stadtrat kandidiert und 1215 Stimmen geholt. Neunburg habe in den vergangenen Jahren eine tolle Entwicklung erlebt, steht für Baumgärtner fest. Er wolle sich als Stadtrat parteiübergreifend für gute Lösungen für Neunburg einsetzen. Schon vor drei Jahren war sein Motto „Miteinander Neunburg noch besser machen!“ Damals hatte er auch erklärt: „Mir ist wichtig, dass in allen anstehenden Fragen immer Sachlösungen und das Wohl unser Heimatgemeinde Neunburg statt Parteiideologien im Vordergrund stehen.“
Baumgärtner engagiert sich bereits seit gut 30 Jahren ehrenamtlich in Neunburg. So war er Vorstandsmitglied im Tennisclub und bei den Fußballern. Beide Ämter hatte er 2022 aufgegeben.
