Goldene Schallplatte für Tream: Besuch beim Schlager-Rapper daheim in Schwandorf

Von Martin Kellermeier · 17. Februar 2023 um 15:24

Dieser junge Schlager-Rapper macht sein Heimatdorf zum Gold-Dorf: Timo Grabinger (24), besser bekannt als Tream, hat für seinen Song „Lebenslang“ die goldene Schallplatte bekommen. Die hängt unübersehbar an der Rezeption im familieneigenen Hotel in Büchelkühn. Ein Besuch beim neuen Schwandorfer Promi.

Wo Tream ist, ist die Hütte voll. Wenn der junge Mann mit dem blau-weißen Latzerl um den Hals auftritt, kommen sie in Scharen. Bei den jungen Leuten hat der Büchelkühner längst den richtigen Nerv getroffen. Wenn er oberkörperfrei mit dem Mikro in der einen und dem Weizenglas in der anderen Hand auf der Bühne steht und Zeilen wie „Wir alle haben Leberschäden, aber das ändert nichts“ rappt, sind sie voll dabei. Sie mögen es, wenn Tream von seiner „Goldmarie“ singt, und fühlen sich wohl selbst hinterm Steuer, sobald es um den „3er BMW“ geht.

Bei Florian Silbereisen würde Tream wie ein Fremdkörper wirken

Timo Grabinger ist kein Schmusesänger wie Semino Rossi. Er ist nicht der klassische Schlagerstar, aber eben auch kein eiskalter Rapper. Würde man die Dieter Bohlens der Nation fragen, sie würden den Büchelkühner wohl irgendwo dazwischen verorten. In den Fernsehsendungen von Florian Silbereisen würde er dennoch wie ein Fremdkörper wirken. Die Songtexte sind für das gediegene Samstagabendpublikum dann wohl doch stellenweise zu derb. „Ich will mit dir hinters Bierzelt, Baby. Dein Ausschnitt macht mich verrückt“, singt Tream eben auch mal gern.

Aber zum Silbereisen will der Schwandorfer ohnehin nicht. Er macht lieber Party, und darauf sind seine Lieder auch bestens ausgelegt. Die Beats sind satt, perfekt abgemischt. Und der Plan – sofern der spontane Künstler einen solchen je hatte – geht auf, bombastisch sogar.

200 Millionen Streams bei Spotify & Co.

200 Millionen Streams streicht der Schwandorfer im vergangenen Jahr auf den verschiedensten Plattformen ein. Sein Song „Lebenslang“, veröffentlicht am 7. Januar 2022, geht durch die Decke, spätestens als das DJ-Duo „HBz“ einen Remix dazu veröffentlicht. Der Hit läuft seitdem in den Clubs rauf und runter, steht bei jeder Party auf der Playlist, erreicht Gold-Status und wohl auch noch Platin.

Grabinger realisiert anfangs gar nicht, welche Welle der Begeisterung er da von Büchelkühn aus lostritt. Erst als er das erste Mal in seiner jungen Karriere vor großem Publikum auf der Landshuter Dult spielt, nimmt er das wahr. „Oida, bist du deppad“, denkt er sich da nur.

Auch im Megapark auf Mallorca stand er schon auf der Bühne

Es beginnt eine Zeit, die wie im Flug vergeht. Tream tritt in Kroatien, Österreich, Deutschland „und Bayern“, wie er betont, auf. Er wird für große Festivals gebucht und spielt im Megapark auf Mallorca. „Das war alles sehr unerwartet, einfach unglaublich“, sagt der Künstler.

Einer, der die Karriere von Tream ganz genau verfolgt, istPhilipp Lang. Er hat sich alsDiskobetreiberlängst einen Namen in der ostbayerischen Partyszene gemacht und bewies schon öfter den richtigen Riecher bei Künstlern. Tream hatte er im Juli gebucht und legte sich nach dessen Auftritt fest: „Von ihm werden wir noch sehr viel hören. Er entwickelt eine Strahlkraft über Bayern hinaus!“

Früher hat Timo Grabinger nur 300 Euro verdient

Lang sollte Recht behalten. Wenige Monate später hält Timo Grabinger die goldene Schallplatte in den Händen. Stolz hat er noch weitere, handgefertigte Exemplare des Gold-Awards (Stückpreis: 700 Euro) bestellt und an seine Unterstützer verteilt.

Was hat sich durch den Erfolg geändert? „Mein Kontostand“, lacht der junge Mann. Er wisse das zu schätzen, sagt er. Denn es sei noch gar nicht so lange her, da habe er seinen geliebten BMW E36 abmelden müssen, weil die Musik nur 300Euro im Monat einbrachte. Und die Mädels, die hätten ihn nun „auch mehr lieb“, ergänzt der überzeugte Single.

Wer Tream treffen will, hat in Schwandorf übrigens gute Chancen. Er feiert mit seiner „Bande“ gerne im JT’s in Wackersdorf oder im Pearls in Nabburg, er geht öfter auf eine Halbe ins Schuierer, die Terrasse vom Eiscafé de Pellegrin am Marktplatz kennt er auch ziemlich gut und für die Zigaretten stolpert er nur zur Haustür hinaus. Tream, Timo Grabinger, ist gern daheim. Am kommenden Freitag veröffentlicht er sein neues Album. Das trägt, wie sollte es anders sein, diesen einfachen Titel: Büchelkühn.

Mit dem Song „Lebenslang“ haben Timo Grabinger und sein Team das geschafft, was nur wenige Künstler erreichen: Gold-Status. Auch Platin ist in Reichweite, sagt das Management. -Foto: steinsohnimages
Das blau-weiße Latzerl ist das Markenzeichen von Tream. -Foto: steinsohnimages
Eine goldene Schallplatte schenkte Tream auch seinen Freunden. Flo Kraus (Mitte) und sein Sohn Simerl hängen sie im Haisl auf. -Foto: Martin Kellermeier
Die Zapfanlage im familieneigenen Hotel Grabinger kennt Timo bestens. Bier und Weizen trinkt er gern. -Foto: Martin Kellermeier