Lifting für ein altehrwürdiges Regensburger Hotel – Frühstücksraum wird neues Cafe

Pächterwechsel in einem großen Traditionshaus im Herzen der Altstadt: Nach umfassender Sanierung des Hotels Arch am Haidplatz gibt es eine neue Leitung. Hintergrund: Die Pächterfamilie, die das Hotel seit fast 40 Jahren leitete, hat aufgehört.
Jetzt hat sich die Eigentümerfamilie Rödl entschieden, das Hotel selbst zu betreiben – allerdings mit einem professionellen Management der Firma Treugast an der Seite. Für das frisch sanierte Innenleben des Hotels zeichnete auch Thomas Rödls Frau Petra verantwortlich.
„Wir wollen, dass dieses Schmuckstück im Herzen Regensburgs auch für die Bürger ein Ort ist, an den sie gerne kommen“, sagt Rödl. Der Frühstücksraum des Hotels, das immerhin 87 Zimmer vorweist, wurde vom ersten Stock ins Erdgeschoss verlegt. Apropos erster Stock: Im Zentrum der Arch, wie das Gebäude und das Hotel heißt, da schlug bis 1997 das Herz einer Regensburger Zeitungsgeschichte: Die Redaktion der Woche hatte hier ihren Sitz. 1975 kaufte die Familie Rödl das Gebäude. Heute weist dashistorisch hoch interessante Ensemblenicht nur die Pizzeria auf, sondern eben auch eines der modernsten Hotels Regensburgs.
Das Gebäude des Hotels Goliath gehört der Familie Rödl ebenfalls, doch dort ist die Familie Birnthaler bekanntlich Betreiber. Auch das Bonaparte in der Wahlenstraße gehört den Rödls, auch dort sind sie nicht Betreiber. „Wir sind Bauunternehmer“, sagt Rödl. „Deshalb haben wir das Hotel in die Hände eines professionellen Management-Unternehmens gegeben.“
Moderne und Historie
DasHotel vereint nun modernstes Interieur mit dem Charmeeiner der interessantesten mittelalterlichen Patrizier-Wohnburgen Regensburgs. Hier hat die Evangelische Wohltätigkeitsstiftung ihren Ursprung, als der Eigentümer Stephan Notangst 1419 Regensburgs erstes Altersheim gründete. In der Hauskapelle St. Laurentius fand man 1863 einen Grabstein aus dem 16. Jahrhundert, der heute im Nationalmuseum München ist.
Moderne und Tradition – für Rödl ist diese Kombination entscheidend. „Ich mag Präzision“, sagt Rödl. Der Unternehmer zeigt die Visitenkarte des Hotels. Sie ist in einem Petroliumgrün gestaltet. Das Logo zeigt in Senfgelb zwei stilisierte Großbuchstaben „A“ - das Gebäude hat die Form eines „A“s und die Buchstaben ahmen die Form der Kreuzgewölbe nach.
Das Petroliumgrün findet sich in den neuen Frühstücksräumlichkeiten wieder. Doch umso näher man sich in Richtung des Innenhofs zuwendet, umso heller werden die Grüntöne. „Die Stadt lebt davon, dass die Stadt belebt ist – gerade wenn Veranstaltungen sind“, sagt Moritz Dietl von der Betreiberfirma Treugast. „Die Gäste wollen das auch erleben. Deshalb haben wir die Frühstücksräume vom ersten Stock ins Erdgeschoss verlegt“, erläutert Dietl.
Diese Räume sollen auch die Regensburger einladen. „Wir werden hier Kaffee und Kuchen anbieten, die Räumlichkeiten im Erdgeschoss sollen ein Anziehungspunkt werden“, sagt Rödl. Er kann sich sogar vorstellen, da sich das Hotel durchaus auf Geschäftskunden spezialisiert hat, dass aus den Plätzen unter dem Kreuzgewölbe Co-Working-Arbeitsplätze werden. „Das W-Lan ist top“, sagt Dietl. „Das ist in diesen dicken Altstadt-Mauern gar nicht so einfach gewesen“, schmunzelt Rödl.
Individuelle Gestaltung
Die Zimmer sind individuell gestaltet und entsprechen einem gehobenen Standard. Der Individualität ist hier einmal mehr viel Raum gegeben: Fotografien des Regensburgers HC Wagner von einprägsamen Denkmälern wie dem Bruckmandl oder dem Dom schmücken die Wände. Da es sich um einen Altstadtbau handelt, weist jedes Zimmer einen individuellen Zuschnitt auf. Rödl ist zuversichtlich, dass das Hotel fit für die Zukunft ist. Nun wünscht er sich, dass auch die Stadt innovative Ideen umsetzt.
Für eine autofreie Altstadt kann sich Rödl durchaus erwärmen. „Wenn wir noch ein Abholsystem für Koffer hätten, das digital funktioniert – das wäre eine super Sache“, sagt der Unternehmer. Wer weiß: Vielleicht folgt den Investitionen aus der Wirtschaft ja manche Investition der Stadt zum Wohle des Tourismus.


