Seit zehn Jahren gibt es in Miltach ein Haus für die Katzen

In diesem Jahr feiert der Tierfreundekreis Bad Kötzting den zehnten Geburtstag seiner Katzenaufnahmestation in Miltach. „Dank der engagierten ehrenamtlichen Helfer und der hervorragenden Aufnahme- und Vermittlungsarbeit gehen jährlich 250 bis 300 Fundkatzen in der Aufnahmestation ein und aus“, sagt Karl Wartha, Vorsitzender des Vereins.
Alle Katzen würden medizinisch versorgt, geimpft, kastriert, gechipt und bis zur Abgabe an tierliebe Menschen gepflegt. So verweilten Katzen durchschnittlich drei bis acht Wochen im Katzenhaus, bis sie ein neues Zuhause fänden.
Eine Versorgung, die viel Geld, Zeit und Kraft koste. Rund 5000 ehrenamtliche Stunden investierten die ehrenamtlichen Helfer jedes Jahr. Gerade in Zeiten von Pandemie, Krieg und den damit einhergehenden steigenden Kosten sei der Verein weiter auf Spenden, angewiesen. „Wir standen darum vor einem Jahr vor finanziellen und personellen Problemen“, weiß der Vorsitzende.
Finanzspritze aus den Orten
Karl Wartha brachte 2022 einen Plan auf den Tisch, um die klammen Kassen aufzufüllen: Die Kommunen, aus denen die Katzen kommen, könnten mit jährlichen Abgaben den Verein finanziell absichern. Eine Idee, die auch beim Bad Kötztinger Bürgermeister Markus Hofmann auf fruchtbaren Boden gefallen sei und durch dessen Einsatz im Juni 2022 alle Bürgermeister von Lam bis Cham eingeladen und von Wartha überzeugt werden konnten – die Geburtsstunde der Solidargemeinschaft von Lam bis Cham, wie Wartha sich erinnert. Der Verein sei sehr glücklich über die so gewonnene finanzielle Unterstützung der Gemeinden, bei denen sich der Verein herzlich bedanke.
In ein paar Gemeinderäten habe vorab etwas Skepsis gegenüber dieser Unterstützung geherrscht. Gerade darum sei es wichtig, dass der TFK in regem Kontakt mit den Städten und Gemeinden bleibe, um Transparenz über die ehrenamtlichen Tätigkeiten und die positiven Auswirkungen zu schaffen sowie die Tragweite der ehrenamtlichen Vereinstätigkeiten weiter ins Bewusstsein zu rufen. „Was wäre, wenn sich Tierschutzorganisationen nicht dafür einsetzen würden, herrenlose Katzen, Katzen die niemand braucht und niemand will, zu kastrieren, medizinisch zu versorgen und schlussendlich in ein liebevolles Zuhause zu vermitteln?“, fragen Wartha und seine Mitstreiter. Allein der TFK habe seit seiner Gründung vor 20 Jahren rund 3750 Katzen versorgt. Wäre diese Hilfe ausgeblieben, hätten sich diese Tiere kolossal weiter vermehrt. Jede weibliche Katze bekomme ein- bis zweimal pro Jahr insgesamt etwa drei bis sieben Junge – „Es gäbe Katzenleid ohne Ende.“ Mit all den Katzen gingen Krankheiten und Seuchen einher, die sich über den Landkreis ausbreiten und auch auf Hauskatzen übertragen würden können. Vögel würden ebenso auf ihrem Speiseplan stehen wie Teichfische, n icht zuletzt wären die Auswirkungen auf den Straßen jeden Tag deutlich zu sehen.
Lesen Sie hier:So fiel die Entscheidung vor zehn Jahren
Der TFK habe sich nun auch noch einer zusätzlichen Herausforderung gestellt und setze sich seit einem Jahr für die Rehkitz-Rettung auf Waldwiesen ein. Durch Drohne und Wärmebildkameras hätten bereits im ersten Jahr 57 Rehkitze vor dem sicheren Mähtod gerettet werden.
Umso erfreuter seien die Vorstandschaft und die ehrenamtlichen Mitarbeiter des TFK darüber, dass alle Kommunen dem neuen Finanzierungskonzept für die kommenden fünf Jahre zugestimmt hätten und auch Mitglieder geworden seien. Diese Beiträge deckten seit diesem Jahr rund die Hälfte aller Ausgaben des TFK ab. Die andere Hälfte trage der Verein selbst durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Vermittlungspauschalen. Derzeit zähle der Verein circa 1100 Mitglieder. „Über jedes neue Mitglied freuten sich Mensch und Tier, das nächste Vereinsziel liegt bei 1500 Mitgliedern“, sagt Wartha.
500 Tierarztfahrten
Viele Katzen kämen krank und verletzt in die Katzenaufnahmestation. Die Behandlungen seien oft kostspielig und teuer in Form von Impfung, Kastration und das Implantieren eines kleinen Transponders. Dazu kämen die Treibstoffkosten für circa 500 Tierarztfahrten sowie Energiekosten für Strom und Heizung und der Bedarf für den Alltag plus Futter, Streu, Medizin und weiteres Zubehör eines regulären Haushalts.
Der Verein beschäftige nun auch eine 520-Euro-Kraft, die zusätzlich zu ihrer bezahlten Arbeitszeit auch viele ehrenamtliche Stunden absolviere. „Die morgendlichen Dienste, Tierarztfahrten und Termine wären ohne diese Arbeitskraft ehrenamtlich kaum noch zu stemmen“, weiß der Vorsitzende.
Darum bleibe es auch in den kommenden mindestens zehn Jahren wichtig, dass der Tierfreundekreis Bad Kötzting Spenden erhält, die gerne auf das Konto der Sparkasse unter DE11 7425 1020 0240 3953 35 eingezahlt werden könnten.
Mitglieder der Solidargemeinschaft
Solidargemeinschaft:Lam, Arrach, Hohenwarth, Grafenwiesen, Rimbach, Blaibach, Miltach, Zandt, Chamerau, Traitsching und Bad Kötzting.
Besonderer Dank:Jährliche Unterstützung erfährt der Verein seit Januar in Form einer Einwohnerfallpauschale in Höhe von zwei Euro pro Kommune. Dank geht auch an Bürgermeister Stadträte in Cham, die den TFK mit 230 Euro pro Katze unterstützen.
