Geplante Mehrfamilienhäuser sorgen in Schwandorf für Probleme

Neue Mehrfamilienhäuser sind in Schwandorf eigentlich erwünscht, denn Wohnraum ist knapp. Die eingereichten Bauvorhaben fallen aber regelmäßig zu massiv aus. Zwei solcher Projekte beschäftigten jetzt den Bauausschuss.
Bei Vorhaben Nummer eins plant die Firma binner + meixner Massivhaus GmbH zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils fünf Wohneinheiten auf einem Grundstück an der Lerchenstraßeim Ortsteil Fronberg. Vorgesehen sind auch sieben Garagen in Fertigbauweise. Eine Genehmigung richtet sich nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches.
Mit 6,63 Metern einfach zu hoch
Der besagt vereinfacht, dass ein Vorhaben in seinen Dimensionen in die bestehende Umgebungsbebauung passen muss. Das ist nach Einschätzung der Verwaltung hier aber nicht der Fall, wie Klaus Boxhorn, Sachgebietsleiter Bauordnung bei der Stadt, erläuterte. Während es im Umfeld lediglich ein- bis zweigeschossige Wohngebäude gebe, plane der Investor mit drei Vollgeschossen. Auch die projektierte Traufhöhe von 6,63 Metern werde im Wohnquartier nur einmal erreicht.
„Das passt da nicht rein“, kommentierte SPD-Stadtrat Alfred Braun. Grundsätzlich sei es sicher sinnvoll, „soviel wie möglich zu verdichten“, doch die Bebauung sollte sich schon nach der Umgebung richten. Ähnlich argumentierte CSU-Stadtrat Alfred Merl, der Investoren allgemein dazu aufrief, „etwas Genehmigungsfähiges einzureichen“. Marion Juniec-Möller (Grüne) erinnerte daran, dass die Stadt mit ihren Entscheidungen Standards setze. „Bei einer Genehmigung wäre das nächste Projekt noch einen Happen größer“, sagte sie. Das Vorhaben wurde am Ende einstimmig abgelehnt.
Ähnlich erging es einem Projekt an der Tannenstraße, das den Bauausschuss bereits zum zweiten Mal beschäftigte. Hier plant die Karree GmbH drei Einzelhäuser mit je drei Wohneinheiten und ein Einfamilienhaus. In einer vorangegangenen Sitzung hatte der Bauausschuss das Vorhaben bereits abgelehnt, weil drei Befreiungen vom Bebauungsplan notwendig gewesen wären. Von den ursprünglichen Plänen unterschied sich der neue Entwurf aber nur wenig, wie Boxhorn im Detail erläuterte.
Auch im zweiten Anlauf keine Mehrheit
Auch im zweiten Anlauf fand das Vorhaben keine Mehrheit, wurden die gewünschten Befreiungen vom Bebauungsplan nicht erteilt. Allerdings war die Entscheidung durchaus umstritten. UW-Stadtrat Jochen Glamsch sprach im Zusammenhang mit dem Projekt von einem Dilemma: „Eine sanftere Neuverdichtung ist schwer zu realisieren. Welche Art für Verdichtung halten wir eigentlich für wünschenswert?“