Tiny-Häuser liegen im Trend – auch in Neunburg sollen mehrere entstehen

Seit mehr als einem Jahr sind die neuen Blöcke am Forstmeisterberg in Neunburg nun bewohnt. Bald gibt es hier neue Nachbarn – denn die Wohnanlage soll erweitert werden.
Investor Michael Häusler, der bereits die zwei Mehrfamilienhäuser mit ihren insgesamt 24 Wohneinheiten errichtet hat, will auf der angrenzenden Fläche drei Mini-Wohnhäuser bauen. Die einzelnen Objekte sollen eine Grundfläche von jeweils 30Quadratmeter haben.
Derart kleine Häuser werden gern als Tiny-Häuser bezeichnet. Solche Häuser werden in Deutschland immer beliebter. Der Trend schwappt nun auch nach Neunburg. Auf dem Campingplatz am Eixendorfer See ist eine ganze Siedlung von 16Tiny-Häusern geplant. Auch in Kröblitz hat die Stadt den Bau mehrerer Tiny-Häuser genehmigt. Im neuen Baugebiet Hofenstetten sind ebenfalls Flächen für Tiny-Häuser vorgesehen, wie Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) bestätigt.
Und nun sollen auch direkt am Innenstadtkern drei solcher Mini-Wohnhäuser entstehen. Wobei Michael Häusler bewusst den Begriff Tiny-Haus vermeidet. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Häusern dieser Art werden die Objekte am Forstmeisterberg in Neunburg nicht auf Rädern gebaut.
Bebauungsplan muss geändert werden
Für die geplante Bebauung wurde bereits ein Bauantrag eingereicht, zu dem der Bauausschuss der Stadt Neunburg das gemeindliche Einvernehmen erteilt hat. Allerdings ist dafür eine Änderung des bestehenden Bebauungsplans „Wohnanlage am Forstmeisterberg“ erforderlich. Deshalb stand das Vorhaben nun auch wieder auf der Tagesordnung des Neunburger Stadtrates. Der stimmte einer Vereinbarung zur Kostenübernahme durch den Projektträger einstimmig zu.
Ursprünglich war auf dem Areal auch ein Bungalow geplant, der dann aber nicht mehr realisiert werden sollte. Deshalb war er auch nicht mehr Teil des am 28. September 2020 in Kraft getretenen Bebauungsplans. Die jetzt vorgesehenen Mini-Wohnhäuser erfordern daher eine Änderung dieses Plans.
Staatsregierung hat Abstandsflächen verringert
Im Neunburger Rathaus steht man dem Vorhaben wohlwollend gegenüber. Denn es entspreche dem Ziel der Innenstadtverdichtung. Statt immer mehr außen zu bauen, sollen vielmehr Freiflächen im Innenbereich für Neubauten genutzt werden. Das fordert auch die Bayerische Staatsregierung und hat dafür die erforderlichen Abstandsflächen verringert.
In Neunburg gebe es in Sachen Nachverdichtung mehrere positive Beispiele, erklärt Bürgermeister Birner. Eines sei die Bebauung des alten Bahndamms an der Kolpingstraße. Mehrere Einfamilienhäuser sind hier bereits errichtet worden, mehrgeschossige Gebäude sollen noch folgen.
Die Wohnanlage am Forstmeisterberg ist ein weiterer Erfolg bei der Nachverdichtung der Neunburger Kernstadt. Gleichzeitig wird damit eine langjährige Brache wieder sinnvoll genutzt. Zuvor stand hier ein altes, zusammengefallenes Gartenhaus. „Wir sind froh, dass die Fläche wieder vermarktet wird“, so der Neunburger Rathauschef.
Sobald der geänderte Bebauungsplan vorliegt, werde der Stadtrat darüber entscheiden, kündigt Birner an. Er rechnet damit, dass der Beschluss im März gefasst werden könnte. Auch die Öffentlichkeit hat dann noch die Möglichkeit, sich dazu zu äußern.
Nachbar hatte Bedenken gegen Wohnblöcke
Ein Nachbar hatte seinerzeit Einwendungen gegen den Bau der beiden Mehrfamilienhäuser. Kritisiert wurde unter anderem die Höhe der Gebäude. Die Untere Bauaufsichtsbehörde des Landratsamtes hatte deshalb auch die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal empfohlen.Parallel verständigte sich der Investor mit dem Nachbarn über einige Änderungen in der Planung.Im Vorfeld der jetzt geplanten Erweiterung habe es kein Gespräch mit ihm gegeben, sagt Michael Häusler.
Bevor der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt wird, müsse der Investor aber klären, ob es für die drei Mini-Wohnhäuser eine eigene Zufahrt geben soll oder die bestehende Zufahrt zu den Mehrfamilienhäusern mit genutzt wird, meint Martin Birner. Michael Häusler bestätigt, dass es diesbezüglich einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern des Straßenbauamtes Amberg-Sulzbach geben wird. Er ist zuversichtlich, dass die Behörde die eigene Zufahrt genehmige, da es hier bereits früher eine Zufahrt gegeben habe und auch der Bordstein schon abgesenkt ist.
Über die künftige Nutzung der Mini-Wohnhäuser werde noch entschieden, erklärt der Investor. Man sei sowohl für lang- wie kurzfristige Vermietungen offen.