„Revolution statt Krieg“: Linksextreme rufen zu Demos auf - auch vor einer Schule

Wer die Revolution will, muss früh aufstehen. Der Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD ruft am 1. März zu drei Demonstrationen auf – und beginnt dabei schon um 7.30 Uhr.
Für diese Uhrzeit ist eine Demonstration unter dem Titel „Revolution statt Krieg“ vor der Kerschensteiner Berufsschule in der Alfons-Auer-Straße angemeldet, wie die Stadt auf Anfrage mitteilt. Dahinter stecken die Kommunisten. Die Versammlung ist demnach bis 10 Uhr angemeldet. Schulleiter Josef Schmidbauer macht sich deswegen allerdings keine größeren Sorgen. „Das hatten wir vor zehn Jahren schon einmal. Da war das relativ harmlos.“ Mit einem „kleineren Aufbau“ seien die Kommunisten damals an der Schule vorbeigezogen. Auch eine Rakete sei Teil der Demonstration gewesen, erinnert sich Schmidbauer.
Im Anschluss wollen die Aktivisten ab 13.30 Uhr vor dem BMW-Werk in der Herbert-Quandt-Allee demonstrieren. Das Unternehmen rechnet mit einer „friedlichen Kundgebung“, teilt der Regensburger BMW-Sprecher Christian Dürrschmidt mit. „Wir haben keine Anhaltspunkte, dass es in diesem Zusammenhang Auswirkungen auf unsere Produktion gibt.“ Zwar kämen Protestaktionen vor den Toren von BMW selten vor, der Arbeiterbund habe allerdings in den vergangenen Jahren immer wieder in der Herbert-Quandt-Allee demonstriert.
Demonstration in Regensburg: Polizei rechnet mit rund 15 Menschen
Die letzte Kundgebung am 1. März findet schließlich am Ernst-Reuter-Platz statt. Die Kommunisten wollen ab 18 Uhr in Richtung Schwanenplatz ziehen, wie die Stadt auf Anfrage mitteilt. Gegen 19.30 Uhr soll der Zug vorbei sein. Die Polizei rechnet damit, dass rund 15 Menschen an den Kundgebungen teilnehmen werden.
Der selbst ernannte Arbeiterbund sorgt immer wieder für Aufsehen mit der martialischen Gestaltung seiner Kundgebungen. Mit Raketen ziehen sie durch deutsche Innenstädte und erinnern damit – womöglich auch gewollt – an Aufmärsche in der Sowjetunion.
Bei ihren Kundgebungen verbreiten sie extremistische Thesen. Dem Aufruf zu den Demonstrationen am 1. März ist beispielsweise zu entnehmen, dass jeder Militärtransport und jede Kriegsmaschinerie aus deutschen Fabriken ein Völkermord am ukrainischen Volk sei. Zudem rufen die Extremisten dazu auf, die Bundeswehr „nicht erst vor Stalingrad“ zu stoppen.
Freie Deutsche Jugend: Regensburger Jugendgruppe fällt auf
Der Arbeiterbund zum Wiederaufbau der KPD wird auch im Verfassungsschutzbericht erwähnt. In Regensburg demonstrieren die Kommunisten gemeinsam mit der Freien Deutschen Jugend. In der Domstadt existiert eine Ortsgruppe der FDJ. Diese fällt immer wieder durch Aktionen auf, beispielsweise störten Anhänger vor einigen Jahren eine Veranstaltung an der Universität, bei der der ehemalige CSU-Bundesfinanzminister Theo Waigel zu Gast war.
Letztmalig in Erscheinung traten die Gruppierungen in Regensburg im März 2022. Damals demonstrierten sie auf dem Arnulfsplatz. Rund einen Monat nach dem russischen Überfall auf die Ukraine behaupteten die Aktivisten damals, dass der Westen und der Kapitalismus Schuld am Krieg seien.