Situation in der Baubranche sorgt für Tristesse auf Regensburgs Spielplätzen

Von Heike Haala · 9. Februar 2023 um 05:00

Die Gründe, warum manche Regensburger Spielplätze voraussichtlich erst Ende 2023 und damit nach der Freiluftsaison fertig werden, klingen wie die, mit denen Eltern überdimensionierte Geburtstagswünsche ihrer Kinder abschmettern.

Zu teuer, das gibt es gerade nicht und es ist ohnehin keiner da, der es aufbauen kann. Auch sie werden die Kleinen nicht im geringsten interessieren, sondern für Frust oder Langeweile sorgen – und in der Folge für Stress bei den Eltern.

Oft sind Hauptattraktionen betroffen

Zwar gibt es in der Stadt insgesamt 200 Spiel- und Bolzplätze und damit reichlich Ausweichmöglichkeiten. Zudem sind die Spielplätze, die einer Sanierung bedürfen, nicht komplett gesperrt, sondern nur in Teilen.Allerdings kommt es nun in einigen Fällen zu Verzögerungen.Und davon sind nicht nur ausgerechnet auch einige der beliebtesten Anlagen betroffen, sondern dort auch noch die Hauptattraktionen.

Zum Beispiel gibt derSpielplatz beim Inselparkgerade ein trauriges Bild ab. Die Stützen, an denen einmal die berühmt-berüchtigte Riesenrutsche und die Seilbahn montiert waren, sind abgesägt und die Stümpfe ragen wie Grabkreuze aus der Erde. Die Sanierung war laut einer Vorlage für den Stadtrat aus dem vergangenen Sommer bereits für 2021 in Planung und auf 2022 geschoben worden. Während die Stadt vor einem halben Jahr noch davon ausging, dass sie Mitte 2023 abgeschlossen sein könnte, ist laut Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, nun voraussichtlich Ende 2023 anvisiert.

Ähnlich stellt sich die Situation beimSpielplatz am Stadtparkdar: Für die Sanierung der bereits in Teilen abgebauten Spielkombination und des Fallschutzes hatte die Stadt zunächst Juli 2023 anvisiert, jetzt soll es auch hier voraussichtlich Ende des Jahres werden, schreibt die Pressesprecherin.

Auch auf demSpielplatz in der Weingassesieht es gerade beklemmend aus: Die Spielburg und die Schaukel, an der ein Brett nur noch an einer Kette baumelt, sind mit Absperrgittern verstellt, ebenso die Wipptiere. Nutzbar sind gerade nur der Sitzplatz und die Rutsche samt Kletterbereich. Die neue Spielkombination soll zwar Ende April geliefert werden, allerdings könnte sich die Fertigstellung laut Stadt ebenfalls noch bis Ende 2023 hinziehen.

Spielplätze als Treffpunkte

Für Michael Straube, Vorstand beim Verein Regensburger Eltern, haben diese Verzögerungen mehrKonsequenzen, ein wenig Geduld von Seiten der Kinder. So sei der Kinderbeirat in die Sanierung des Spielplatzes am Inselpark einbezogen worden. Die Mitglieder konnten konkrete Vorschläge zur Gestaltung machen. „Wenn sich das immer weiter verzögert, sind die Kinder irgendwann aus dem Alter heraußen, in dem sie sich für Spielplätze interessieren“, sagt er. So werden sie die Konsequenzen ihres demokratischen Engagements nicht betreffen, befürchtet Straube. Zudem seien Spielplätze auch Treffpunkte. „Die Anlage in der Weingasse ist der Altstadtspielplatz schlechthin“, verdeutlicht er.Im schattigen Inselpark seien im Sommer oft bis zu 30 Familien auf dem Spielplatz.Deswegen sei es schwierig, wenn die Haupttraktionen einfach eine weitere Saison wegfallen.

Warum aber kommt es zu diesen Verspätungen bei den Prognosen für das Ende der Spielplatz-Baustellen? Von Roenne-Styra nennt die ausstehende Genehmigung des Haushalts als Grund. Erst danach könnten Vergabeverfahren angestoßen werden. Zudem hätten sich die Lieferzeiten von Spielgeräten erhöht. Das würde gerade fünf Monate dauern. Weiterhin seien die Auftragsbücher der Firmen gut gefüllt und die Erhöhung der Baupreise sorge für Mehraufwand. Der personelle Engpass im Gartenamt tue sein Übriges.

In Harting gibt es viel Platz für Fantasie.
Am Spielplatz im Weinweg
Im Osten stehen Arbeiten an.
Wipptiere hinter Gitter