Zwei Firmensitze heben sich vom Einerlei ab

Die Dömges Architekten AG ankert mit einem Vorzeigeprojekt im Hafen – Unternehmer Stephan Schimpel wagt am Altstadtrand Spektakuläres.
In Regensburg wachsen zwei ungewöhnliche Firmensitze in die Höhe. In der Budapester Straße, zwischen Wohnbebauung und Industrie, zeigt die Dömges Architekten AG mit ihrem ökologischen Holzhybrid-Bau mit einem „Touch 50er-Jahre“, was sie kann. Das „Be Orange“ von Immobilienunternehmer Stephan Schimpel mit eine korallenartigen, illuminierten Fassade wird in der Fritz-Fend-Straße hervorstechen.
Der Weg zum neuen Firmensitz der Dömges Architekten AG führt in den Hafen. Man fährt vorbei am Hottentotten-Inn, am Stadtlagerhaus, das sich in ein Kreativ-Quartier wandelt, und passiert das Hafenbecken. Links taucht hinter alten Bäumen das viergeschossige Rechteck auf. Noch ist es von einem Gerüst umgeben.
Interessante Lage
Dömges-Vorstandschef Thomas Eckert schätzt die spannende Lage. Vom Grundstück aus sieht man den Dom und auf der anderen Seite die Kräne. Die Gegend lässt das ein wenig raue Hafenflair spüren.
Das Planungsbüro mit 85 Beschäftigten ist aus dem bisherigen Sitz in der Boelckestraße herausgewachsen und musste weitere Räume anmieten. Der neue Standort bietet eine Geschossfläche von insgesamt 2300 Quadratmetern. Das Haus ist in der Mitte geteilt. Die vier Etagen der Westhälfte bezieht Dömges. 120 Mitarbeiter haben dort Platz.
Drei Stockwerke der Osthälfte werden ein Ingenieurbüro und eine Spedition aus dem Hafen mieten, die sich vergrößern wollen. „Die sind auf uns zugekommen“, sagt Eckert. Im östlichen Erdgeschoss ist noch eine Fläche frei. Das Grundstück hat Dömges für 75 Jahre vom Bayernhafen gepachtet.
Als Bauherren und Planer realisieren Thomas Eckert und Zweiter Vorstand Eric Frisch ihre Vorstellungen. Wegen der Hafen-Lage haben sie eine einfache Form gewählt: ein Rechteck mit einer hochgedämmten Holzfassade und einer Tragkonstruktion aus Holz. Dunkelrote Fensterrahmen und rote Stoffmarkisen werden Akzente setzen und an die 50er-Jahre erinnern. Alles an dem acht Millionen teuren Vorzeigeprojekt wird dem ökologischen Gedanken unterworfen. Auf fossile Brennstoffe wird verzichtet, auf das Dach kommt Photovoltaik. „Wir heizen und kühlen mit Donaugrundwasser“, erklärt der Bauherr. Dafür wurden Brunnen gebohrt.
Unter Lieferschwierigkeiten leidet das Vorhaben nicht. Zwar gab es keine Baubuche, doch die wurde durch ebenbürtiges Holz ersetzt. Die haustechnischen Geräte – für Heizung, Lüftung und Sanitär – hat Dömges vorfinanziert und gelagert, sonst hätten wohl noch höhere Preise bezahlt werden müssen. Am 17. März feiert die Firma das Richtfest und am 6. Oktober die Einweihung.
Ein spektakuläres Gebäude aus Stahl, Glas und Beton ziehen die Arbeiter in der Fritz-Fend-Straße hoch. Der Kran ist weithin zu sehen und die Baustelle ragt bis in die Straße. Stephan Schimpel, Geschäftsführer der V.I.S. Vermögensverwaltung GmbH, schwärmt von der korallenartigen 3-D-Fassade in Orange, die bald leuchten wird. Er will ein Unikat schaffen – und „einen Lebensraum für die Menschen, die dort arbeiten“. Der Bauherr verweist auf das großzügige Foyer. Nicht jeder Quadratmeter werde in Büros umgewandelt. Das Gebäude mit 6600 Quadratmetern Gesamtgeschossfläche und fünf Stockwerken wird vermietet. 50 Prozent sind weg.
Sternekoch zieht ein
Neben dem Foyer zieht Sternekoch Anton Schmaus mit einem neuen Vorhaben ein. Eine Etage gehört dem Co-Working und für eine weitere haben sich Ärzte entschieden.
Lieferschwierigkeiten gab es keine, aber die eine oder andere Preisdiskussion. Der Bauherr hat ausschließlich an Mittelständler aus der Region vergeben. Er investiert circa 29 Millionen Euro.
Ob die Fassade aus 3-D-Druckern oder von einem Formenbauer kommen wird, entscheidet sich nächste Woche. „1000 Einzelteile werden auf der Baustelle eintreffen“, verrät Stephan Schimpel. Die Firmen werden ab Ende 2023 in das vom Neumarkter Büro Berschneider+Berschneider GmbH entworfene Gebäude ziehen. Schimpel spricht von einer „Top-Lage“ in der Fritz-Fend-Straße.
Thomas Eckert von Dömges urteilt, dass der Osten aufblüht. Gut angebunden und versorgt sind beide Stadtteile.

