Recup, Vytal, Relevo: In Regensburg sind verschiedene Mehrwegsysteme beliebt

Mit der Einführung der Mehrwegpflicht müssen Restaurants, Cafés und Co. jetzt auch wiederverwendbare To-Go-Behälter anbieten. Regensburger Gastronomen berichten, auf welches Pfandsystem sie setzen – eines ist besonders beliebt.
Seit Anfang des Jahres müssen Gastronomien wiederverwendbare Alternativen für Einweg-Verpackungen anbieten. In Regensburg nutzen viele Betriebe schon länger Mehrwegbehälter. Auch bekannte Mehrwegsysteme wie Recup oder Relevo sind hier bereits etabliert.
Besonders verbreitetunter den Gastronomiensind die Becher und Schüsseln der Firma Recup. Diese funktionieren über ein Pfandsystem: Einen Euro pro Becher, fünf pro Schüssel. Zurückgegeben werden können die in allen Partnerbetrieben. Gerade wegen dieses altbekannten Systems setzt auch das Café Wanderlust bereits seit 2020 auf die Mehrwegprodukte. Schichtleiter Amadeus Hildebrandt sagt, „für Neukunden oder ältere Personen ist das Pfandsystem einfacher als das über eine App zu kontrollieren.“ Insbesondere die Becher sind im Wanderlust eine beliebte Alternative zu Einwegbechern. „Zwischen 25 und 35 Prozent nehmen ihre To-Go-Bestellung im Recup“, schätz Hildebrandt.
Digitales Pfand weit verbreitet
84 Recup-Ausgabestellen gibt es laut der Firma in Regensburg, darunter auch einige Betriebsgastronomien. Allein im vergangenen Jahr kamen rund 30 Standorte hinzu.
Aber nicht alle sind Fans des klassischen Pfands. Der Besitzer des Café Jolie, Joachim Christian, hat das Mehrwegsystem gerade gewechselt. Statt Recup mit Pfand gibt es bei ihm jetzt Relevo mit QR-Code zum Scannen. Bei Mehrwegsysteme wie Relevo müssen Kunden kein Geld hinterlassen, sondern registrieren die Leihgabe über das Scannen eines QR-Codes in einer App. Nur wenn der Behälter nicht innerhalb der Leihfrist zurückgegeben wird, fällt eine Gebühr an.„Für uns ist das weniger Aufwand, weil wir keinen Pfand aufschlagen müssen und Kunden das selber verwalten können“, erklärt er. Vier Jahre lang hatte Christian die Recups zuvor angeboten. Dass Kunden die Mehrwegalternative für das To-Go-Getränk wählen, sei aber nach wie vor selten.
Mehrwegsystem aus der Oberpfalz
Bisher sind die digitalen Mehrwegsysteme in Regensburg weniger verbreitet als Recup mit seinem analogen Pfand. Mit einigen Neuzugängen wie dem Café Jolie zählt Relevo hier bald 24 Standorte – die Hälfte davon gehören zum Studentenwerk Niederbayern Oberpfalz. Auch das System von Vytal funktioniert über App und QR-Code und zählt aktuell 22 Standorte in Regensburg. Ganz ohne Pfand kommt dasSystem von Bomoaus. Kunden können die Boxen der Regener Firma für zehn Euro erwerben und anschließend benutzte Boxen beim Einkauf in Partnerbetrieben gegen eine gereinigte tauschen. Vier Standorte hat Bomo aktuell in Regensburg. Einer davon ist die Metzgerei Eschenwecker, die Bomoboxen bereits seit über einem Jahr benutzt. Geschäftsleitung Diane Augustin sagt, „wir wollen möglichst regional sein und haben uns auch deswegen für die Boxen aus der Oberpfalz entschieden.“
Es geht aber auch ganz ohne externes Pfandsystem, zum Beispiel bei Metzgerei und Partyservice Schmid. Vor zwei Jahren hat der Betrieb sich mit eigenen Boxen ausgestattet. Juniorchefin Alexandra Schmid sagt, „gerade für unsere ältere Kundschaft wäre ein System mit QR-Code nicht das Richtige. Außerdem haben die eigenen Boxen herausnehmbare Einsätze, die für unser Sortiment besser geeignet sind.“ Das hat allerdings seinen Preis: Die Box kostet 20 Euro Pfand, die Einsätze fünf. Dennoch scheint das Mehrweg-Angebot gut angenommen zu werden. „Rund jeder dritte bis vierte Kunde leiht sich eine Box“, sagt Schmid.
Kein Mehrweg für Pizza
Während auch Metzgereien nun häufig Mehrwegverpackungen anbieten müssen, bleiben Pizzerien davon ausgenommen. Ein Dämpfer für dasRegensburger Start-Up Tornerò, das wiederverwendbare Pizzaboxen produziert. Bisher werden die Boxen für sechs Euro Pfand aber nur im Il Baretto angeboten. Das Unternehmen denkt deswegen auch über einen Strategiewechsel nach. Barbara Zettel von Tornerò erklärt: „Wir denken über einen Wechsel zum digitalen Pfand über QR-Codes nach, um den Pizzerien das Pfandeinsammeln abzunehmen.“
Bisher haben sich Mehrweg-Pizzaboxen ohne gesetzliche Verpflichtung in Regensburg noch nicht durchgesetzt. Abgesehen davon haben Gastronomen Mehrwegbehälter hier bereits vor der Mehrwegspflicht ausprobiert.