40 Kilometer: Pferdehalter joggte mitten in der Nacht zum Rossmarkt

Pferdehalter Gerhard Gattenmeyer hatte zwar nicht die weiteste Anreise – war aber dennoch wohl am längsten unterwegs, um zum Rossmarkt nach Berching (Landkreis Neumarkt) zu kommen. Warum er mitten in der Nacht bei Eiseskälte fast einen Marathon läuft.
Etwa sechs Stunden hat der 64-Jährige mit drei weiteren Marathonläufern, einem Hund und zwei Pferden von Höttingen nach Berching gebraucht. Von der mittelfränkischen Gemeinde im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen aus sind es – je nach Strecke – etwa 40 Kilometer. Warum tut er sich das an? „Weil der Sonnenaufgang gigantisch ist“, sagt eine seiner Begleiterinnen. Und, weil Gattenmeyer 1984 mit dieser verrückten Idee angefangen hat und sie weiterführen möchte, solange es geht. „Wir haben den Lauf auch gemacht, als der Rossmarkt ausgefallen ist.“
15.000 Besucher auf dem Rossmarkt in Berching
Gerhard Gattenmeyer war einer von den 41 Pferdehaltern, die zusammen etwa 100 Rösser präsentierten. Laut Polizei waren am Mittwoch circa 15.000 Besucher auf dem Rossmarkt. Dabei blieb laut Polizeisprecher Martin Meier „alles absolut friedlich“.
Nicht nur deshalb war der Organisator glücklich. „Wir sind unendlich dankbar, dass uns die Pferdehalter auch nach der Corona-Pause die Treue gehalten haben“, freute sich Reinhard Buchberger von der Stadt Berching. An die 200 Fieranten sorgten für eine tolle Atmosphäre auf dem Markt.
Rossmarkt: Ministerpräsident Markus Söder sprach
Bei perfektem Rossmarkt-Wetter (kalt, trocken, sonnig) zogen die Pferde ab 9 Uhr nacheinander in die Altstadt ein, angeführt von Martin Deflorins Pferden aus Pollanten. Gegen 10.30 Uhr sprachMinisterpräsident Markus Söder. Davor und danach knipsten viele Besucher Selfies mit Söder.
Nachdem der Ministerpräsident in zahlreiche Handys gegrinst hatte, verließ er Berching wieder. Die Besucher dagegen blieben in Scharen: Sie schlenderten über den Markt und ließen sich das ein oder andere Getränk in den voll besetzten Gaststätten schmecken.
Auch Gerhard Gattenmeyer verdiente sich eine Stärkung im Wirtshaus. Nachdem er mit seiner Truppe gegen 7 Uhr am Vormittag in Berching angekommen war, zog er sich um und frühstückte erst einmal. Danach war er beim Auftrieb dabei und ließ den Tag gemütlich ausklingen, bevor er von einem Kollegen mit dem Auto abgeholt wurde. „Nach Hause zu laufen, wäre dann doch ein bisschen zu viel“, scherzte er.
Jury bewertete die prächtigsten Pferde
Folgende Pferdehalter erhielten Preise: Albert Graf aus Richthofen (Ehrenpreis Kaltbluthalter), Michaela Hajdini aus Gollermühle (Ehrenpreis Warmbluthalter/Spezialrassen), Raziel Rogelji (Ehrenpreis Haflinger, Isländer, Fjordpferde, Sonstige Kleinpferde), Florian Günthner aus Landershofen (Ehrenpreis Ponyhalter), Anton Keil aus Berletzhof (Ehrenpreis für langjährige Unterstützung, seit 36 Jahren), Martin Deflorin aus Pollanten (Ehrenpreis der Stadt Berching für die Präsentation von drei Kaltblutstuten)



