In Berching werden im Durchschnitt zwei Falschparker pro Stunde erwischt

Die Parkraumüberwacher des Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit haben in Berching im vergangenen Jahr 2014 Verstöße festgestellt. Die Meinungen zu den Kontrollen gehen auseinander. Was die Stadt zu den Beschwerden sagt.
Bahnhofstraße, Reichenauplatz und Pettenkoferplatz: Das sind die Bereiche, in denen die Parkraumüberwacher im vergangenen Jahr in Berching mit großem Abstand die meisten Verstöße geahndet haben.
Das geht aus den Zahlen hervor, die der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz auf Anfrage unserer Zeitung bereitgestellt hat. Größtenteils handle es sich um Verstöße gegen die Parkscheibenpflicht und um Parken im Halteverbot, wie Pressesprecherin Julia Rösch mitteilt.
Seitdem der Zweckverband den ruhenden Verkehr in Berching überwacht (12. Januar 2022), haben die Mitarbeiter bis Ende des vergangenen Jahres 2014 Ordnungswidrigkeiten geahndet. Insgesamt hat der Zweckverband in Berching 959,3 Überwachungsstunden geleistet. Setzt man die Verstöße und die Zeit ins Verhältnis, registrierte der Zweckverband durchschnittlich 2,10 Fälle pro Stunde.
Falschparker: Stadt Berching liegt im Durchschnitt
Damit liegt Berching fast genau im Durchschnitt aller Kommunen, in denen der Zweckverband kontrolliert (2,12 Fälle pro Stunde in 2022). In vielen Gemeinden, in denen der Zweckverband schon seit mehreren Jahren tätig ist, konnte er die Fälle pro Stunde senken, verweist Rösch auf die Erfolgsquote.
Und das sei auch das Ziel in Berching. Durch regelmäßige Kontrollen soll die Anzahl der Verstöße dauerhaft verringert werden. „Dadurch soll das Miteinander auf der Straße gefördert und die Verkehrssicherheit erhöht werden.“
Pro Monat hat die Stadt 100 Überwachungsstunden gebucht. In der Regel sind die Parkraumüberwacher zwei- bis viermal in der Woche in Berching unterwegs – morgens, mittags, abends. Eine Stunde Überwachung tagsüber kostet Mitgliedsgemeinden des Zweckverbandes 50 Euro. Pro Fall, den die Mitarbeiter des Zweckverbandes bearbeiten, werden elf Euro zusätzlich fällig. Profit erwirtschaftet die Stadt damit nicht.
Im vergangenen Jahr lagen die Kosten für die Verkehrsüberwachung bei 70440 Euro, die Summe der Verwarnungs- und Bußgelder bei 42210 Euro. Diese erhält die Stadt zu 100 Prozent. Weil die Kosten aber über den Einnahmen lagen, musste die Stadt Berching das Defizit von 28230 Euro an den Zweckverband entrichten.
Dass die Stadt keinen Gewinn erwirtschaftet, war Markus Amon vom Ordnungsamt bewusst. Darum ginge es aber auch nicht. Viel entscheidender seien die Verkehrssicherheit und freie Anfahrtswege für Feuerwehr, Rettungsdienst und Müllabfuhr in der Innenstadt. Darüber hatten laut Amon vorab Anwohner geklagt. „In dieser Hinsicht ist die Parkraumüberwachung ein Erfolg.“ Die Klagen über versperrte Zufahrtswege hielten sich seitdem in Grenzen.
Parken in Berching: Neue Tafeln aufgestellt
Amon leugnet aber auch nicht, dass es wegen der Überwachung viele Beschwerden gegeben habe. „Kritik gab es etwa, weil sich Autofahrer nicht ausgekannt haben.“ Deshalb habe man zusätzliche Schilder aufgestellt, unter anderem Tafeln mit QR-Codes. Diese führen auf eine Internetseite der Stadt, auf der die in Berching gültigen Parkregeln erklärt sind. Zudem wurden beziehungsweise werden die Parkmarkierungen am Parkplatz nahe der Europahalle, am Reichenau- und am Pettenkoferplatz optimiert, damit die Stellflächen deutlich sichtbarer sind. Mit Erdnägeln statt mit wechselnden Pflastersteinen wurden beziehungsweise werden die Stellflächen gekennzeichnet.
Auch wenn die Stadt immer wieder nachjustiert hat, fällt die Jahresbilanz von Markus Amon positiv aus: „Insgesamt macht die Überwachung aus unserer Sicht Sinn.“
Dass es die Stadt nicht jedem Recht machen könne, weiß Amon auch. „Die meisten finden die Überwachung gut, bis sie selbst bestraft werden.“
Umfrage zur Parkraumüberwachung in Berching
Die Meinungen zur Parkraumüberwachung gehen in Berching auseinander. Das wurde zuletzt in der Bürgerversammlung deutlich. Und das zeigt auch das Ergebnis einerOnline-Umfrageunserer Zeitung (Stand: 5. Februar, 14.30 Uhr). 46 Prozent der User (115 Stimmen) halten die Überwachung für unnötig, weil Autos dennoch kreuz und quer parken und die Verkehrsschilder für Verwirrung sorgen. 34 Prozent der Teilnehmer (85 Stimmen) finden die Kontrolle gut. Seitdem habe das Wildparken ein Ende. Die restlichen20 Prozent der User(51 Stimmen) sind unentschlossen. An sich sei die Überwachung gut, aber an manchen Stellen müsste man nach nachjustieren.
An der Anzahl der Überwachungsstunden pro Monat ändert sich aber laut Markus Amon erst einmal nichts. Es bleibt bei 100 Stunden. „Wir hoffen aber, dass wir die Zahl mittelfristig irgendwann herunterschrauben können.“ Aber erst, wenn alles funktioniert.