Neue Pläne zur Alten Post in Ponholz: Boarding House mit 15 Wohneinheiten geplant

Gleich für zwei Themen, die seit längerer Zeit in der Schwebe liegen, zeichnen sich nach der jüngsten Sitzung des Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschusses Lösungen ab: für die Alte Post und das Grundstück Amberger Straße 18.
Die Alte Post stand zwischenzeitlich auf einem Kleinanzeigen-Portal zum Verkauf. Das war passiert, nachdem der Ausschuss vor zwei Jahren dem Ansinnen von Eigentümer Robert Gerstl skeptisch gegenüberstand, den ursprünglichen Vierseithof wiederherzustellen und dabei ein neues Dorfzentrum für Ponholz zu schaffen. Appartements, Läden, ein Schützenheim für den Verein Alt Ponholz sowie zahlreiche neue Arbeitsplätze versprach das großgedachte Projekt.
Alte Post: Grünes Licht für Bauvoranfrage
Verkauft wurde die Alte Post dann tatsächlich an eine Immobiliengesellschaft von Gerstl, der sich doch nicht von seinem „Herzensprojekt“ trennen wollte. So fand sich auf der Tagesordnung am Mittwoch der Punkt „Vorbescheid für den Neubau eines Boarding Houses mit 15 Wohneinheiten und Nebengebäude“ im Rückraum der Alten Post. Dafür gab es einstimmig grünes Licht im Ausschuss.
Auf Nachfrage sagte Robert Gerstl, dass er nach wie vor sehr bedauere, dassdie ursprüngliche Planung scheiterte, doch dieses Projektsei für ihn mit dem neuen Antrag endgültig abgehakt. Das Boarding House wolle er voraussichtlich in Verbindung mit Veranstaltungen auf Schloss Pirkensee nutzen.
In Sachen Amberger Straße 18 (Birkenzell) deutet nach der Sitzung des Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschusses alles auf einen Kompromiss hin. Einmütig erteilten die Ausschussmitglieder einer geänderten Planung das gemeindliche Einvernehmen. Dieses war lange verweigert worden. Zum einen protestierten die Anwohner gegen eine aus ihrer Sicht überdimensionierte Planung mit acht Reihenhäusern, da die Umgebung des Grundstücks von Einfamilienhäusern geprägt sei.
Auch die städtische Bauverwaltung befand in dem seit 2019 laufenden Verfahren mehrfach, dass sich die Planung mit acht Reihenhäusern nicht in die Umgebung einfüge. Da das Landratsamt die Planung für genehmigungsfähig hielt und das verweigerte gemeindliche Einvernehmen als übergeordnete Instanz ersetzte, reichte die Stadt Klage ein. Diese Hartnäckigkeit könnte nun zum Erfolg führen. Sachbearbeiter Ludwig Berg stellte in der Sitzung zwei reduzierte Planvarianten der Firma AES (Tegernheim) vor.
Schnell war klar, am besten gefiel eine Planung mit zwei Doppel- und einem Reihenhaus. Auf Nachfrage von mehreren Stadträten konnte Berg dazu mitteilen, dass die direkten Anwohner dieser Planung positiv gegenüberstünden. Sollte der Kompromiss zum Erfolg führen, würde die Klage der Stadt zurückgenommen.
Formsache war die Zustimmung zu einem Bauantrag der Stadtwerke. Das Regenrückhaltebecken Verau Nord wird umgebaut. Schnell erledigt war auch die Zustimmung zur Vergabe der Ingenieurleistungen für die Planung der Sanierung der Teublitzer Straße an das Büro Derori, Regenstauf.
Mit diesem Thema ging es auch weiter, als nach dem beschließenden Teil die Vorberatungen für die Empfehlungen an den Stadtrat begannen. Reiner Roith vom Büro Derori erläuterte den aktuellen Stand der Planungen für die Sanierung der Teublitzer Straße.
Bushaltestelle in der Teublitzer Straße wird verlegt
Gegenüber der ersten Version vom November 2022 war die augenfälligste Änderung die Verlegung der Bushaltestelle bei der Kirche von der Teublitzer Straße in die Fischbacher Straße auf die Kirchenseite. Auch das sei keine optimale Lösung – wie Planer und Ausschuss befanden, doch eine bessere Lösung wäre nur möglich, wenn von der Kirchenstiftung Grund erworben werden könnte. Das soll geprüft werden. Die Empfehlung lautete, auf Basis des Entwurfs die Ausschreibung durchzuführen.
Zwei Gegenstimmen gab es für die Empfehlung zum Feststellungsbeschluss für ein „Sondergebiet Pferdehaltung am Vogelherd“ (Pirkensee).
Formsache waren die Empfehlungen für den Satzungsbeschluss zur zweiten Änderung des Bebauungsplans „Pirkensee – südlicher Teil“ und zum Erlass einer Außenbereichssatzung für den Bereich „Binkenhof“.
Tempo 30-Zone für Verau?
Zum Thema Geschwindigkeitsbegrenzung für Verau informierte 2. Bürgermeister Franz Brunner, dass Tempo 30 für die Teublitzer Straße allein nicht erlassen werden könne. Möglich wäre für den Ortsteil eine „30er Zone“. Dann würde überall „Rechts vor Links“ gelten. Ob das aus Sicht der Anwohner Sinne mache und gewünscht werde, prüfe die Verwaltung aktuell.