Städtische Betriebe vor großen Investitionen: Etat steigt um fast 60 Prozent

Sehr viel investiert wird in diesem Jahr bei den Städtischen Betrieben Roding: Der Wirtschaftsplan liegt mit einem Ansatz in Höhe von 14,162 Millionen Euro um rund 59 Prozent höher als im Vorjahr. Hauptgrund ist die Generalsanierung des Freibads „Platschare“, doch auch in anderen Bereich wird viel investiert, berichtet Vorstand Manfred Janker.
Gestiegen sind die Kosten für die Städtischen Betriebe auch im Bereich der Abwasserentsorgung, so dass auch der Preis für den Endverbraucher von 1,90 auf 2,36 Euro pro Kubikmeter steigt.
„95 Prozent externe Gründe“
Die Erhöhung habe zu 95 Prozent externe Gründe, berichtet Janker. Die Preise für Energie sind stark gestiegen, und in der Kläranlage, in den Pumpwerken sowie anderen Maschinen und Geräten wird viel davon benötigt, „da können wir nicht aus.“ Zwar wollen die Städtischen Betriebe künftig auch noch mehr auf Photovoltaik-Anlagen und andere erneuerbare Energien setzen, aber das gehe nicht von heute auf morgen, sagt der Vorstand, zudem müsste erst gerechnet werden, was sich dann auch wirklich rentiere.
Ebenso sind die Anschaffungspreise etwa für diverse Zusatzmittel für den Betrieb der Kläranlage gestiegen, ein wichtiger Anteil ist auch die Klärschlammentsorgung. Dies hatte auch Einfluss auf die neue Preisgestaltung. „Wir hatten keine andere Wahl“, sagt Janker. Der Preis sei für die kommenden vier Jahre kalkuliert, danach könnte es auch wieder günstiger werden: „Wenn sich die Energiepreise einpendeln und wir etwas einsparen können, wird das mit einfließen“, erläutert Janker. Ihm ist bewusst, dass die Belastung für den Bürger groß ist, „aber wir können nicht anders, als die Gebühren umzulegen.“
Beim Trinkwasser ändert sich für den Endabnehmer (noch) nichts, Ende des Jahres steht aber auch in diesem Bereich eine Neukalkulation der Kosten an.
Ein großer Ausgabeposten bei den Städtischen Betrieben in diesem Jahr ist dieGeneralsanierung des Freibads „Platschare“. So fällt etwa der Umbau des Eingangsbereichs mit den Sanitäranlagen in deren Aufgabenfeld. „Es macht viel Sinn, das gleich mitzumachen, zumal jetzt ja eh kein Publikumsverkehr ist“, sagt Janker. Rund 1,5 Millionen Euro sind für die Gesamtmaßnahme, die sich auch auf das nächste Jahr zieht, im Wirtschaftsplan vorgesehen.
Fertiggestellt werden in diesem Jahr die Arbeiten an den Außenanlagen des neuen Verwaltungsgebäudes der Städtischen Betriebe am Chamer Steig. „In den neuen Büros ist es ein sehr schönes arbeiten“, berichtet Janker.
Im Bereich der Wasserversorgung werden laut Konzept wieder etwa 1,5 Kilometer alte Leitungen erneuert, unter anderem in Trasching, in der Buchberger Straße und am Hohen Kreuz. Beim Freibad müssen wegen der Umbauarbeiten Wasserleitungen verlegt werden. Es gibt eine Priorisierungsliste, wann welche Wasserleitungen ersetzt werden müssen, erklärt der Vorstand. Dies hänge maßgeblich von Alter und Zustand der Leitungen ab. „Ab einem gewissen Alter kommen oft Probleme wie Rohrbrüche“, weiß Janker, in jedem Jahr würden daher 1,5 Kilometer ersetzt. Insgesamt etwa 1,5 Millionen Euro werden in die Leitungserneuerung fließen, das Doppelte normalen Jahresdurchschnitt.
Kläranlage großer Posten
Ein weiterer großer Posten im Wirtschaftsplan ist die Kläranlage, die so umgebaut wird, dass sie auch mit Notstrom laufen kann. „Damit wollen wir für den eventuellen Fall eines Blackouts gerüstet sein“, lässt Janker wissen. Ebenso werden die Elektroanlage und die Maschinentechnik der Kläranlage modernisiert.
Kanalsanierungen stehen unter anderem am Hohen Kreuz, in der Buchberger Straße und beim Freibad auf der To-Do-Liste. Im Zuge der Bauarbeiten an der B 85 muss ein Kanal in Mitterdorf umgelegt werden. Abwasserkanäle verlegt werden müssen im neuen Industriegebiet am Kammermoosweg im Ortsteil Mitterkreith. Insgesamt 1,4 Millionen Euro sind für diesen Maßnahmenbereich vorgesehen, „damit bewegen wir uns im normalen Rahmen“, berichtet Janker. Froh ist er darüber, dass die Entsorgung des Klärschlamms nun geregelt ist.
Wirtschaftsplan und Neuverschuldung
Wirtschaftsplan: Der Wirtschaftsplan der Städtischen Betriebe Roding und der Bäderbetriebe mbh beläuft sich 2023 auf einen Gesamtansatz von 14,162 Millionen Euro. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr (8,887 Millionen Euro) eine deutliche Steigerung in Höhe von 59,36 Prozent.
Neuverschuldung:Um die vielfältigen Investitionen im Bereich der Wasser- und Abwasserentsorgung schultern zu können, ist bei den Städtischen Betrieben eine Netto-Neuverschuldung in Höhe von 1,73 Millionen Euro eingeplant.
