Berngau muss Konzentrationszonen für Windkraftanlagen planen

Von Dagmar Fuhrmann · 26. Januar 2023 um 13:00

Die Gemeinde Berngau muss sich Gedanken darüber machen, wo die zwei oder drei Windkraftanlagen stehen sollen, die aufgrund des neuen Wind-an-Land-Gesetzes kommen werden. „Tut sie dies nämlich nicht, können Windräder in Vorranggebiete gebaut werden, da dies als privilegiertes Vorhaben nicht abgelehnt werden könnte“, informierte Bürgermeister Thomas Meier die Gemeinderäte.

Das Gesetz besage, dass bis 2032 1,8 Prozent der bayerischen Flächen zur Windenergienutzung freigegeben werden müssen. Wenn die Gemeinde im Flächenplan allerdings ausreichend Flächen für Windenergieanlagen über Konzentrationszonenplanung darstelle, könnten die restlichen Gemeindeflächen für Windenergieanlagen gesperrt werden. Der Gemeinderat stimmte der Aufstellung eines Teilflächennutzungsplanes Windenergie zu. Meier sagte, die Verwaltung werde sich von Fachleuten bei der Bauleitplanung unterstützen lassen.

Gemeinde Berngau hat mehr Geld zur Verfügung

Von einem Segen sprach Meier in Bezug auf den Haushalt. Die Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt sei gegenüber der Finanzplanung des letzten Jahres um 435 000 Euro höher ausgefallen. Als Grund nannte Meier die stark gestiegene Schlüsselzuweisung und Gewerbesteuereinnahmen sowie die angepassten Gebührenplanungen bei Wasser und Abwasser. Allerdings hat die Gemeinde in den kommenden Jahren auch einiges vor. Für 2024 sind Investitionen von fünf Millionen Euro in das Gewerbegebiet Mühlfeld und das Wohnbaugebiet „Am Dümpfel“ geplant. Daher hält die Verwaltung eine Kreditaufnahme von 550 000 Euro im Jahr 2024 für notwendig. In den Folgejahren werde sich die Gemeinde Gedanken machen, ob sie der Sanierung des Rathauses oder der Infrastruktur des Baugebietes Seewiese Vorrang geben will. „Das Ziel ist es, keine zwei Millionen Euro Schulden zu haben, sondern Kosten zu reduzieren“, merkte Meier an. Ein Posten in der Finanzplanung ist eine Skateranlage neben dem Schulgelände. Am 10. März ist ein Workshop für Jugendliche geplant, bei dem diese ihre Vorstellungen mitteilen können.

Die Erschließung des Baugebiets „Am Dümpfel“ beschäftigte das Gremium nicht nur wegen des finanziellen Aspekts. Ein Bodengutachten hat fehlende Versickerungsfähigkeit bescheinigt. Daher regte Meier an, geplante Grünflächen zu verkleinern, da sie sowieso kein Wasser aufnehmen könnten. Statt dessen könnte ein weiterer Bauplatz oder ein Kinderspielplatz entstehen. Einige Gemeinderäte trugen Bedenken vor, ob es der richtige Weg sei, diesem Problem mit weiterer Versiegelung beizukommen. Mit vier Gegenstimmen beschloss das Gremium, die Fläche zu verkleinern, sie aber im Baugebiet zu belassen.

Der Eigentümer des Sendner-Anwesens hat einen Bauantrag auf Sanierung, Erweiterung und Nutzungsänderung eingereicht.

Im Sendner-Anwesen ist eine Arztpraxis geplant

Demnach soll im Erdgeschoss eine Arztpraxis entstehen – die Bäckerei wurde bereits geräumt – und durch einen Neubau erweitert werden. Desweiteren sollen zwei barrierefreie Wohnungen entstehen. Auch für die Haustechnik wird es einen Neubau geben, in dem später auch Wohnungen entstehen könnten. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag zu.

Weitere Anträge betrafen die Errichtung eines freistehenden Carports und einer Lagerhalle. Auf Anregung von Stefan Meyer beschlossen die Räte eine Eingrünung zu empfehlen.

Christa Kleebauer stellte die Bilanz der Nachbarschaftshilfe vor. Sie leistete 16 Fahrten mit 21 Stunden und 300 Kilometern und organisierte Gemeindenachmittage.

Seit Mittwoch ist die Berngau App online. Schulungen für Gewerbetreibende, Bürger und Gastronomen wird es am 8. Februar um 18.30 Uhr im Berngauer Hof geben.