Skurriler Nachbarschaftsstreit in Burgweinting: Harte Strafe für Bremsspur-Unterhosen

Der Burgweintinger Nachbarschaftsstreit beschäftigt erneut die Justiz. Das Gericht stellt fest: Dreckige Slips sind eine Beleidigung.
Neue Runde im wohl bizarrsten Nachbarschaftsstreit Regensburgs: Ein Burgweintinger liegt seit Jahren im Clinch mit seinem Nachbarn. Nun stand einer der beiden erneut vor Gericht und muss wohl ordentlich blechen – für ein paar Unterhosen mit Bremsspuren, die er direkt an der Grundstücksgrenze hisste.
Der Mittelbayerischen liegt der Strafbefehl gegen den Nachbarn vor. Darin schreibt die Staatsanwaltschaft, dass der Burgweintinger Anfang Oktober 2021 ein rund fünf Meter hohes Gerüst direkt an der Grundstücksgrenze aufgebaut haben soll. Dort habe der Beschuldigte drei Unterhosen gehisst, die zumindest den Eindruck erwecken sollten, als seien sie getragen und mit Kot beschmiert worden, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.
Burgweintinger widerspricht Strafbefehl
Der Burgweintinger widersprach dem Strafbefehl, wodurch der Fall vor dem Amtsgericht Regensburg landete. Das Gericht stellte bei einer Verhandlung vor wenigen Tagen fest: Es handelt sich bei dem Unterhosen-Gerüst um eine Beleidigung. Das Amtsgericht verurteilte ihn zu 100 Tagessätzen, wie Richter Thomas Schug, Sprecher des Amtsgerichts, bestätigt. Zur genauen Höhe der Strafe wollte Schug unter Verweis auf die Persönlichkeitsrechte des Angeklagten nichts sagen. Die beiden Nachbarn wollten sich auf MZ-Anfrage nicht zu dem Fall äußern.
Der Streit zwischen den Burgweintingern schwelt seit Jahren. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte der Zwist im August 2021, als der Nachbar, der am Montag vor Gericht stand, einen „Kackebeutel-Christbaum“ – er hatte das Konstrukt seinerzeit selbst so bezeichnet – mit mehreren Hundekot-Säckchen an die Grundstücksgrenze gestellt hat, um damit zum Ausdruck zu bringen, wie „scheiße“ er seinen Nachbarn findet.
Burgweinting: Selbstjustiz am Kot-Gerüst
Das ließ dieser jedoch nicht auf sich sitzen und übte sich in Selbstjustiz: Vor den Kameras vieler Journalisten ging er in den Garten seines Nachbarn, stieg auf das Gerüst und schnitt einen Hundekot-Beutel nach dem anderen ab. Später rief er Arbeiter, die das Gerüst abmontierten.
Nach der Aktion im Sommer 2021 zeigte er sich selbst an – die Staatsanwaltschaft wertete den Akt der Selbstjustiz allerdings als Notwehr und stellte die Ermittlungen ein.
Es folgte eine Reihe von Verfahren gegen den streitfreudigen Nachbarn – bei denen er stets den kürzeren zog und teils auf hohen Prozesskosten sitzen blieb. Das führte allerdings nicht zu einem Einsehen bei dem Burgweintinger: Er ging bei den Verfahren meist in Berufung. Es scheint also gut möglich, dass dieser bizarre Streit unter Nachbarn bald die nächste Runde dreht.