Altweiberhexen, Perlhütte „light“: Das ist das Faschingsprogramm 2023

Von Petra Schoplocher · 25. Januar 2023 um 11:00

Kurz vor knapp konnte Helmut Blahnik die Vorstellung dann doch nicht ertragen. Denn bis vor wenigen Tagen noch deutete alles darauf hin, dass der beliebte Perlhütter Wagerlzug ersatzlos gestrichen werden müsste. Nun gibt es ihn doch, allerdings in einer „Light-Variante“ – und dennoch mit einem großen Ziel.

Das drohende Aus vor Augen, hat sich Faschingsfreunde-Sprecher Blahnik der Traditionsveranstaltung angenommen und unter potenziellen Mitstreitern – auch aus Reihen des FSV – „ein wenig herumtelefoniert“. Herausgekommen ist die Perlhütter „Faschingsgaudi“ – Blahnik will den Begriff Wagerlzug bewusst nicht nutzen – ist als Einstieg für 2024 gedacht. Das kommt seinem Bauchgefühl entgegen. „Ganz wohl ist mir mit dem Krieg nicht.“

Abgespeckte Form

Das Faschingstreiben in abgespeckter Form, „in erster Linie von Perlhüttern für Perlhütter“ soll aber niemanden ausschließen. „Wer da ist, ist da und gerne gesehen.“ Wenn auch Wagen nicht geplant sind, „gegen sie spricht nichts“, meint Blahnik, „wer also was zusammenzimmern möchte...“

Der Rahmen fürdie Veranstaltung– in diesem Jahr am Sonntag, 19. Februar – bleibt. Ab 11 Uhr geht es im Perlhütter Trepferl los, um 14 Uhr ziehen die Narren dann durch die Straßen. Ausklang ist dann ebenso wieder vor und im Trepferl. Ende? Blahnik schätzt so gegen 20 Uhr „oder wie lange es halt geht“.

Der Weiberfasching

Der Waldmünchner Weiberfasching hat seine Wurzeln gleichermaßen in Perlhütte. Der dortige „Weiberstammtisch“ beschloss eines Tages, sich am Wagerlzug zu beteiligen – im ersten Jahr als Waschweiber. Das machte Lust auf mehr, erzählt Steffi Zigan, der sich der Planungen am Unsinnigen Donnerstag angenommen hat.

Zwei Termine stehen schon fest: Um 14 Uhr „überfallen“ die Hexen am 16. Februardas Rathaus(Ziel natürlich die Krawatte des Bürgermeisters). Auch der Besuch in der Grundschule ist schon fix, angefragt sind Kindergärten sowie BRK-Heim und Pflegestift.

Zwei „Leihhexen“

Krankheitsbedingt müssen die Perlhüttererinnen am 16. Februar auf zwei „Leihhexen“ aus der Stadt zurückgreifen, um die alte Stärke von etwa zwölf bis 15 zu erreichen. „Wenn sie gut sind, dürfen sie bleiben“, erklärt Zigan verschmitzt. Denn im Grunde sind die Hexen in ihrer aktuellen Zusammensetzung eine eingeschworene Gemeinschaft, Teamgeist wird groß geschrieben – auch bei der Arbeitsteilung. „Alleine könnte ich das nicht stemmen.“

Die Waldmünchner Hexen

Ideen- und kostümtechnisch orientieren sie sich an der Wolfshäger Hexenbrut. Für letzteres gilt: Getragen werden kann und darf „eigentlich alles“, von der Oma-Unterhose bis zum Schultertuch. Bezüglich des Hexen-Engagements ist für Zigan Luft nach oben, die Wolfshäger etwa „ziehen das richtig groß auf“. Dafür brauche es aber eine Menge Enthusiasmus.

Helau? Alaaf?

Und der Faschingsruf, Helau oder Alaaf? „Eigentlich gar nix, aber das kann ja noch werden.“ Einen Komplettausfall des Faschingszugs in Perlhütte hätte Zigan sehr bedauert – und schon befürchtet. Die Light-Version sieht sie als gute Möglichkeit, die Tradition am Leben zu halten.

Vorstand = Komittee

Das scheint in Tiefenbach zu gelingen. „Die Planungen stehen“,vermeldet Alfred Mauerer für das neue Organisationsteam, alias Festkomitteee. Das ist identisch mit dem Vorstand der SG Silbersee, die sich in die Pflicht hat nehmen lassen. „Das hat sich nach einem Fußballspiel mal so ergeben“, erzählt er. Tenor: Es wäre schade, wenn die Tradition wegbrechen würde.

„Ohne“ ist der Tiefenbacher Umzug am Faschingsdienstag nicht. Zwischen 40 und 50 Helfer, schätzt Mauerer, sind nötig. So viele auch, weil wieder Anstecker verkauft werden und erstmals für Speisen und Getränke am Straßenrand (an zwei oder drei Ständen) gesorgt sein wird. Traditionsgemäß hingegen gibt es einen Ausklang, respektive Party. Im Sportheim des SV wird für Stimmung gesorgt sein.

Start um 14 Uhr

In Bewegung setzen wird sich derGaudiwurmum 14 Uhr, Aufstellung ist ab 13 Uhr. 17 Gruppen haben sich schon angemeldet, weitere – egal, ob zu Fuß oder mit Wagen – sind laut Mauerer gerne gesehen. Wer Interesse hat, kann (und soll!) sich bei ihm melden: Telefon (09673) 91180. „Der Faschingsdienstag in Tiefenbach ist wirklich etwas ganz Besonderes“, ermutigt er potenzielle Mitwirkende und Zuschauer. Also: Helau, Alaaf oder was und wo auch immer.

FASCHINGSBÄLLE - EINE AUSWAHL

Waldmünchen:Die Geiganter Feuerwehr lädt an diesem Samstag zum Schwarz-Weiß-Ball in die Turnhalle ein. In Waldmünchen selbst steht mit dem Faschingsball der Feuerwehr Prosdorf am 11. Februar in der Festhalle der nächste Höhepunkt der Session an. Am Freitag, 17. Februar, folgen die Höller, die „zuhause“ feiern.

Treffelstein:Die Feuerwehr Treffelstein bittet bereits am 28. Januar in der Mehrzweckhalle zum Ball, die Sportler ziehen am 11. Februar an gleicher Stelle nach.

Tiefenbach:Am gleichen Tag will die Feuerwehr Schönau (im Vereinsheim) für ein paar unbeschwerte, närrische Stunden bereiten, im Gasthaus zum Deutschen Eck Steinlohe will es am 18. Februar die dortige Wehr zusammen mit ihren Gästen krachen lassen.

Schönthal:Ob in Schönthal Fasching gefeiert wird? Zumindest nicht offiziell oder auf einem Ball.

Noch ein Jahr länger Pause machen musste der Tiefenbacher Umzug, der traditionell im Wechsel mit Rötz stattfindet. Nach 2019 startet der nächste Gaudiwurm am Faschingsdienstag.