Im ehemaligen WAA-Bau in Wackersdorf richtet BMW ein Batterie-Testzentrum ein

Eine „hochwertige Bereicherung für den Standort“ und „weitere qualifizierte Arbeitsplätze“ sieht der Wackersdorfer Bürgermeister Thomas Falter in den jüngsten Plänen der BMW AG. Im Innovationspark entsteht ein Batterie-Testzentrum des Autobauers.
Von positiven Veränderungen sprach Bürgermeister Thomas Falter bei der öffentlichen Gemeinderatsitzung zum ersten Tagesordnungspunkt, dem Bauantrag der BMW AG zur Umstrukturierung des Logistikbereichs der Halle 80.0. Zwar konnte das Gemeindeoberhaupt nach eigenen Worten über das Thema „noch nicht allzu viel“ berichten. Aber die BMW AG möchte den bisher genutzten Lagerbereich in einen Logistikbereich sowie Lager und Werkstattflächen für ein Batterie-Testzen-trum umbauen.
Wie bereits berichtet, plant die BMW AG auf einer Fläche von rund 160 Hektar ein neues, riesiges Montagewerk für Hochvoltbatterien, das sehr wahrscheinlich im niederbayerischen Irlbach (Landkreis Straubing-Bogen) errichtet werden soll.
Betrieb soll 2025 anlaufen
Wie dem kurz gefassten Bauantrag zu entnehmen ist, will BMW die Hochvolt-Komponenten an anderen Standorten entwickeln,in Wackersdorf aber werden diese Komponenten dann auf eine einwandfreie Qualität und Serientauglichkeit geprüft. Laut Bürgermeister Falter seien die neuen Technologien eine hochwertige Bereicherung für den Standort Wackersdorf. Mit dem Batterie-Testzentrum siedele sich in Wackersdorf erstmals ein Bereich mit BMW-Entwicklungsumfängen an. Ab dem Jahr 2025 will der Automobilhersteller dort umfangreiche Tests an Speichern, Batteriemodulen und elektrifizierten Fahrzeugen durchführen. Bereits im Herbst 2023 sollen die benötigten Prüfstände eingebaut und der Serienbetrieb vorbereitet werden, so Falter.
Vorgesehen ist dies in einem der imposantesten Gebäude im Wackersdorfer Industriepark, dem länglichem, Klinker verkleideten Komplex aus der Zeit des Baus der Wiederaufarbeitungsanlage (WAA).
Das ehemalige WAA- Gebäude hat rund 100 Zentimeter dicke Außenwände aufzuweisen, so dass sich Sommer wie Winter eine konstante Temperatur von rund 15 Grad im Inneren ergibt. Dies erweist sich nun für die BMW AG als sehr gut geeignet für die Umsetzung der neuen Technologie. Mit dem Batterie-Testzentrum werden nach Falter weitere qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. Der Gemeinderat stimmte dem Bauantrag ohne Nachfragen einstimmig zu.
Im weiteren Verlauf der öffentlichen Sitzung vergab das Gremium mit „Am Sonnenhang“ und „Bergäcker“ zwei Straßennamen für das neue Wohnbaugebiet in Meldau.
Am 27. Februar geht das neue Ärztehaus an der Schulstraße in Betrieb. Falter erläuterte dazu, dass damit im Bereich der Schulstraße eine angepasste Verkehrsregelung notwendig werde. In der Halteverbotszone kann auf bestimmten Flächen bis zu 30 Minuten kostenlos geparkt werden. Längs der Schulstraße werden drei hintereinanderliegende Kurzzeitparkplätze auf einer Länge von etwa 18 Metern angebracht. Damit es zu keinen Beeinträchtigungen der Ein- und Ausfahrt aus dem schräg gegenüberliegendem Parkplatz kommt, soll dessen Einfahrt zwei Meter in Richtung Sporthalle verlegt werden. Wie bereits berichtet, wird in diesem Jahr die Schulstraße im Rahmen der Neugestaltung Innerortsmitte verändert.
Zum Thema „Strom-Einsparmöglichkeiten bei der Straßenbeleuchtung“ informierte das Gemeindeoberhaupt, dass es zwei Varianten gebe: 1. Umstellung des Schaltprogramms, das heißt, die Straßenlampen werden etwa 15 Minuten später eingeschaltet. 2. Komplettabschaltung der Straßenbeleuchtung zu bestimmten Zeiten in der Nacht.
Sirenen-Thema vertagt
Von der Variante zwei riet Falter dringend ab, dies wäre aus Sicherheitsgründen ein fatales Signal. Die Umstellung des Schaltprogramms (15 Minuten später einschalten) wurde gegen fünf Stimmen mehrheitlich abgelehnt. Mit ebenfalls 14 zu 5 Stimmen sprach sich der Gemeinderat für die Beibehaltung der bisherigen Schaltzeiten aus.
Der Punkt „Beschaffung von mobilen Sirenen“ wurde nach kurzer Diskussionen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.