Bebauungsplan für das Brantl-Areal liegt wieder bei der Stadt

In der nächsten Sitzung kommt im Rodinger Stadtrat etwas auf den Tisch, was schon einmal dort lag und schon mehrfach behandelt wurde: Die Raiffeisenbank Chamer Land startet wieder einen Versuch, Baurecht auf dem Brantl-Areal mitten in der Stadt zu bekommen.
Der „Ball“ liegt also wieder im Feld der Stadt und ihres Stadtrates. „Der angepasste Bebauungsplan liegt der Stadt Roding vor und wird in der nächsten oder spätestens in der übernächsten Stadtratssitzung behandelt“, hat Bankvorstand Reinhard Paulus auf Nachfrage mitgeteilt. Ziel sei es, so bald wie möglich Baurecht zu bekommen. Sobald dieses vorliege, könne man sich um die Umsetzung Gedanken machen, so Paulus. Ob dann aber gleich gebaut wird, ließ der Bankvorstand offen. „Dabei spielt natürlich die allgemeine Marktsituation eine wesentliche Rolle!“, erläutert Paulus.
Eigentlich hatte die Raiffeisenbank das Gelände mitten in der Stadt gleich nach Kauf Mitte 2019 und dem Abriss der alten Brauereigebäude bebauen wollen. Dafür war in Zusammenarbeit ein Bebauungsplan aufgestellt worden, ein praktisch fertiger Bauplan für die drei Gebäude mit Modell und detaillierter Untersuchung etwa der Beschattung der Nachbargebäude erstellt.Doch scheiterte der Plan bereits in der Planungsphase an Bedenken der Regierung und des Landratsamtes sowie auch an Anwohnerklagen.
Stadt spricht von einem Fehler
Die Stadt mit Bürgermeisterin Alexandra Riedl sprach von einem Fehler, die Sache so angegangen zu sein und engagierte das ihr bekannte Städtebauplanungsbüro SHL Architekten und Stadtplaner aus Weiden. Mit dem war jedoch bereits zuvor die Raiffeisenbank in der Sache gescheitert. Nach Darstellung der Bank ließ SHL Termine verstreichen, legte nicht umsetzbare Pläne vor und hielt Absprachen nicht ein.
Dennoch suchte die Stadt um Bürgermeisterin Riedl einen Weg, um Anwohnereinsprüche, städtebauliche Vorgaben von den Fachstellen und die Anregungen und Plänen von SHL mit den Investorenvorgaben zusammenzubringen. Die eigenen, schlechten Erfahrungen setzten sich jedoch nach Darstellung der Bank nach dem städtischen Engagement von SHL für die Überplanung des Brantl-Areals fort.
Reinhard Paulus und Thomas Koch beklagten im Oktober 2022 Zeitverzögerungen durch SHL, Überplanungen von Flächen, die gar nicht zum Baugelände gehören und die fehlenden Umsetzung von Abspracheergebnissen – und das alles mit der Moderation durch die Stadt. Dabei liege die Anfangsplanung der Raiffeisenbank und die zuletzt abgesprochene Bebauungsmöglichkeit nicht weit auseinander, betonten die Vorstände – die Häuser seien nur etwas gedreht. Entsprechend fiel das Fazit der Bankvorstände aus: „Wir sind enttäuscht von der Stadt!“ Und sie zogen ihr Resümee aus den Vorgängen: Da der geplante Bau von etwa 50 Wohnungen auf den 3400 Quadratmetern bis jetzt nicht geklappt habe, sich aber die Marktlage im Baubereich verändert habe, müsse man schauen, wann das Projekt wirtschaftlich möglich sei. Das könne in drei, aber auch in fünf Jahren erst soweit sein, so Paulus.
Stadt betont: Sie will die Bebauung
Die Bürgermeisterin hatte im Stadtrat in einer Stellungnahme die Vorgänge und den Ablauf bedauert und betont, dass die Stadt die Bebauung wolle und die regionale Bank als Investor zu begrüßen sei. Man warte nun die Planungen und den Bebauungsplan der Raiffeisenbank ab und reiche den ohne Zeitverzögerung ans Landratsamt als Genehmigungsbehörde weiter und warte dann, was rauskomme. Ob es so läuft, wird sich in der nächsten oder spätestens übernächsten Stadtratssitzung zeigen.