„Schandfleck“ soll verschwinden: Burschenverein baut den Platzerstadl um

Von Christoph Klöckner · 23. Januar 2023 um 11:00

Es ist ein Thema, das oft Stadtgespräch ist und auch den Burschenverein Roding schon lange bewegt: Was passiert mit dem Platzerstadl, dem Schandfleck mitten in der Stadt? Nachdem sich lange Zeit nichts getan hat, ist am Ende des vergangenen Jahres Bewegung in das Thema gekommen.

Denn der Burschenverein Roding, der heuer sein 140. Jubiläum feiert, hat seinen Hut in den Ring geworfen. Bei der Jahresversammlung im November kam das Thema auf die Tagesordnung. Dabei hatten vor allem die Altburschen heftig diskutiert über das Für und Wider.

Die erste Abstimmung über das Projekt blieb aber ungültig, wie Vorstand Sebastian Gabler informiert. Grund: Satzungsgemäß war nicht die nötige Anzahl an Mitgliedern vorhanden.

Am Samstag, bei einem Frühschoppen, der als symbolischer Auftakt in das Jubiläumsjahr abgehalten wurde, wurde noch mal darüber abgestimmt. Bei dieser Abstimmung war man an keine Mindestanzahl an Mitgliedern gebunden. Doch das Interesse war groß, wie Vorstand Sebastian Gabler im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet. Fast 70 Burschen hatten sich eingefunden. Am Ende gab es ein klares Voting dafür, dass der Burschenverein Roding den Platzerstadl in der Königspergerstraße in Angriff nehmen will. „Es hat sich gezeigt, dass es wichtig und richtig war, zwischen der Jahresversammlung im letzten Jahr und dieser Sitzung noch einmal eine interne Sitzung abzuhalten, um in Ruhe über das Thema zu reden“, so Gabler. Denn hier sei mit vielen Vorurteilen– auch gegenüber dem Architekten Florian Brunner – aufgeräumt worden. Und die Pläne kamen noch mal auf den Tisch, um in ruhiger Atmosphäre diskutieren zu können. So beschreibt der Vorstand die Situation am Samstag als sehr gut.

Nachdem der Burschenverein seine Hausaufgaben gemacht hat und für die Umsetzung des Projekts gestimmt hat, liegt der Ball nun wieder im Feld des Rodinger Stadtrates.

Im Gespräch mit Burschenvorstand Sebastian Gabler merkt man, wie froh er ist, dass dieses Projekt nun in Angriff genommen werden kann. „Der Burschenverein war schon länger interessiert.“ Schließlich soll dort die Burschenkutsche untergebracht werden. Die Vorzüge umreißt Gabler so: „Wenn man so eine Örtlichkeit im Stadtzentrum hat, dann hat das natürlich schon seinen Charme.“

Dass die endgültige Entscheidung nun genau in das Jahr des Vereinsjubiläums fällt, sei aber Zufall, so Gabler. Eine Aussage über den Zeitrahmen wollte sich der Vorstand nicht entlocken lassen. Erst gelte es abzuwarten, wie sich der Stadtrat am Donnerstag zum Thema äußerst.

Allerdings macht der Vorstand schon klar: „Wir haben sicherlich eine gewisse Verpflichtung gegenüber unseren Verein, dass es hier vorwärts geht.“ Für die erste Bauphase, bei der auch die Fassade neu gemacht werden soll, habe man das Finanzielle schon abklären können. Gabler dazu sagt: „Das ist finanziell schon soweit abgesichert.“

Seit Jahren ist der verfallene Platzerstadel ein Schandfleck. Seit Jahren verdeckt eine weiße Plane dessen Fassade. Und seit Jahren scheitern Konzepte für eine Wiederbelebung. Nun scheint endlich ein Ende in Sicht.