Neue Initiative soll Neumarkts Innenstadt noch attraktiver machen

An welchem Tag bummeln die meisten Kunden durch Neumarkt? Nimmt die Attraktivität der Innenstadt ab? Was bringen Events wie die Nacht der Sinne? Solche Fragen könnte bald ein Messgerät beantworten, das am Oberen Markt Passanten zählt. Citymanager Christian Eisner liegen die ersten Auswertungen vor.
Sie zeigen eine besonders hohe Frequenz um die Mittagszeit sowie am frühen Nachmittag. Weil das Messgerät erst Ende November installiert worden ist, äußert sich Eisner noch sehr vorsichtig: Es brauche Zahlen über einen längeren Zeitraum, um valide Erkenntnisse daraus abzuleiten.
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Eine könnte sein, wie sich Brückentage auf das Einkaufsverhalten der Kunden auswirken: Kommen vorher mehr Menschen in die Stadt? Lohnt es sich für die Einzelhändler, sich personell darauf einzustellen? Welche Öffnungszeiten sind generell sinnvoll?
Konkrete Zahlen statt Gefühl
Auch die Effekte der Veranstaltungen von Aktivem Neumarkt wie Weinfest oder Nacht der Sinne soll das Programm von „Hystreet.com“ aufzeichnen. „Bisher hatten wir immer nur ein Gefühl, dass die Stadt voll war – jetzt können wir fundierte Daten abrufen“, erklärt der Citymanager, was hinter dem Projekt steckt.
Das Gerät ist an dem Gebäude mit der Adresse Obere Marktstraße 13 so hoch montiert, dass es nicht nur die Fußgänger zählt, die in beiden Richtungen auf dem Gehweg unterwegs sind, sondern ab einem etwas späteren Zeitpunkt auch Radfahrer sowie Autos auf der Straße. Dafür braucht es ein Software-Update, das im April folgt.
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Auch wenn dem Citymanager klar ist, dass ein einzelner Standort keine generellen Aussagen über die Belebung der ganzen Innenstadt liefern kann, nimmt die Marktstraße als Rückgrat der Altstadt doch eine herausragende Rolle ein.
Die Wirtschaftsförderung der Stadt Amberg arbeitet seit April vergangenen Jahres mit drei Messstellen, wie Alexander Seitz erklärt. Sie wurden ebenfalls „in der Hauptfrequenzachse Bahnhof – Marktplatz – Malteser installiert“. „Wir wollten weg von gefühlten Frequenzen bzw. von gefühlt besseren oder schlechteren Lagen, hin zu Fakten“, bestätigt Seitz, der für den Bereich Standortentwicklung und Netzwerke zuständig ist. So könnten Fakten geliefert werden, um die Lage einer Immobilie oder eines Ladens konkreter zu bewerten.
Damit wirbt auch der Anbieter „Hystreet.com“, der die Daten der Messgeräte frei zugänglich auf seiner Internetseite zur Verfügung stellt. Deshalb geht Seitz davon aus, dass noch mehr Unternehmer und Bürger die Amberger Zahlen für ihre Zwecke nutzen, als allein die Wirtschaftsförderung. Die Neumarkter Daten sind dort nicht abzurufen, denn Aktives Neumarkt hat das Gerät nicht gemietet, sondern gekauft.
Ansprüche verändern sich
Die Kundenfrequenz ist eine wichtige Information, die vor allem auf lange Sicht von Bedeutung ist. Nimmt sie saisonal ab oder zu und vor allem wie entwickelt sie sich über die Jahre hinweg? „Das Einkaufsverhalten entwickelt sich weg vom Bedarf hin zum Erlebnis“, sagt Christian Eisner.
Kunden gingen immer seltener in die Innenstadt, um gezielt etwas zu kaufen. Stattdessen nähmen sie sich Zeit, um in Begleitung durch die Straßen zu bummeln. Dann gehe es nicht in erster Linie ums Einkaufen, sondern um eine Freizeitbeschäftigung. Und diese veränderte Erwartungshaltung muss Neumarkts Innenstadt erfüllen.
„Dafür haben wir bereits eine sehr gute Grundkonstellation“, sagt Eisner: breite Gehwege, keine größeren Lücken. „Aber darauf darf man sich nicht ausruhen.“ Deshalb dürfe die Politik die seit Jahren geplante bauliche Attraktivierung der Altstadt nicht aus den Augen verlieren. Aktives Neumarkt werde mit der Nacht der Sinne, Schnäppchenmarkt, Flohmarkt und anderen Veranstaltungen seinen Part beitragen.