Millionen-Projekt in Bad Kötzting: Die Erlebnis-Brennerei öffnet

Es wäre schlichtweg falsch, zu schreiben: „Die Anleitner.Erlebnis.Brennerei öffnet Ende Januar.“ Schon seit 30 Jahren gibt es den Betrieb an der Pfingstreiterstraße – zunächst mit dem Namen Bärwurzerei Drexler, dann als Bärwurzquelle.
Christina und Johannes Anleitner haben den Betrieb völlig neu aufgestellt – mit umfangreicherem Sortiment, neuem Namen und jetzt eben auch neuem Gebäude. Denn tatsächlich ist es nach vielen Monaten Bauzeit Ende Januar so weit: Die Anleitner.Erlebnis.Brennerei öffnet– zunächst mit einem sogenannten Soft Opening. Die offizielle Eröffnung findet erst im Frühjahr statt, wenn auch der Terrassenbereich und die Dachterrasse fertig sind.
Eine Herausforderung
In der alten Brennerei hätte viel getan werden müssen. Die Dämmung war marode, die Isolierung alles andere als nachhaltig. Also: neu bauen. Die Abwicklung der Baustelle neben dem normalen Betrieb sei oftmals eine Herausforderung gewesen, erzählt Christina Anleitner. So wurden die Produkte zwischenzeitlich im Pop-up-Store in der Brennerei verkauft, wodurch auch das ohnehin fordernde Weihnachtsgeschäft gut abgewickelt werden konnte. Bis zur offiziellen Einweihung sollen die 22 Mitarbeiter – darunter eine extra eingestellte Caféleitung – Routine gewinnen. Bringt doch der Neubau der Erlebnis-Brennerei auch Neuerungen in den Arbeitsabläufen mit sich.
Eine Theke, zwei Seiten
Beispiel: Die „Kost.Bar“, das Herzstück des neuen Gebäudes, ist auf der einen Seite Probiertheke, an der das Anleitner-Sortiment verkostet werden kann. Auf der anderen Seite gibt es Kaffee-Spezialitäten, Kuchen und bayerische Tapas; kulinarische „Kost.Bar-Keiten“, oft aus der Region und häufig mit Bezug zum Verkaufssortiment. Wie der Frischkäse, dessen Gewürz auch verkauft wird.
Bevor das „Traditionshaus“ (das Gebäude der Bärwurz-Quelle) abgerissen wurde, mussten die Anleitners und ihre Mitarbeiter das alte Gebäude innerhalb einer Woche ausräumen. Gerade räumen sie wieder ein – die neuen, im Industrial Style gehaltenen Eisenregale mit Kreativem und Kulinarischem, mit Essig und Öl, Pralinen und Tee, und den Destillaten und Likören der Erlebnis-Brennerei. Die Öffnungszeiten bleiben anfangs (Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr, Samstag 9 bis 16 Uhr), später ist auch sonntags geöffnet.
Ein eigenes Energiekonzept
Energieversorgung:Der Betrieb läuft energetisch nahezu autark. Die Photovoltaik-Elemente auf dem Dach des Traditionsgebäudes wurden vor dessen Abriss abgebaut und auf dem Lagerhallen- und Brennerei-Dach reinstalliert. Zudem speichern Wärmepumpen die Abwärme aus der Brennerei.
E-Ladesäulen: Kunden mit Elektroautos können ihren Wagen künftig an zwei E-Tankstellen aufladen, vier Autos können dann gleichzeitig Strom tanken. Für E-Bikes wird ebenfalls eine Ladestation installiert.
Glas statt Ton:70 Prozent des Anleitner-Sortiments werden in Tonflaschen abgefüllt und verkauft, der Rest in Glasflaschen. Auch hier soll künftig das Energiekonzept greifen: Für die Herstellung von Glasflaschen wird weniger Energie benötigt als für die Produktion von Tonflaschen. Glas kann recycelt werden, Ton kommt in die Mülltonne oder wird als Bauschutt entsorgt. Was liegt also näher, als künftig mehr Produkte in Glasflaschen anzubieten? Zumindest werden Bär- und Blutwurz bald in zwei Versionen im Verkaufsregal stehen: in der Ton- und in der Glasflasche. Ob eines Tages komplett auf Glas umgestellt wird, hängt von den Kunden ab, sagt Christina Anleitner. Am Ende entscheide die Nachfrage der Kunden.




