Regisseur Bernhard Hübl findet in Rötz immer seine Traumbesetzung

Im dritten Anlauf wird 2023 Schneewittchen auf dem Rötzer Hausberg aufgeführt werden – zuerst war Corona dazwischengekommen, und im vergangenen Jahr schrieb das Schneewittchen Abitur. „Schule und Beruf gehen vor, da richt‘ ich mich danach“, betont Regisseur Hübl. Nun soll es klappen.
1995 bekam Bernhard Hübl einen Anruf, der ihn überraschte. Hans Seebauer, der „Vater“ der Neuauflage des Guttensteiner, fragte damals bei ihm an, ob er nicht die Regie für das Stück übernehmen wolle. Seit den Fünfziger Jahren war es nicht mehr aufgeführt worden.
Überrascht sei er gewesen, so Hübl, denn solche Inszenierungen – mit viel „Drumherum“ wie Pferden, Wägen und Feuer – fielen damals nicht in sein eigentliches „Fachgebiet“. Der Regisseur entschloss sich dennoch, nach Rötz zu fahren, sich die Kulisse auf dem Schwarzwihrberg und das Textbuch einmal anzusehen. Und bald stand für ihn fest: „Ok, ich mach‘s!“ Bei der ersten Versammlung habe er sich dem Ensemble vorgestellt, erzählt Hübl – etwas, das heute weiß Gott nicht mehr notwendig ist, denn die Stadt ist mittlerweile zur „zweiten Heimat“ des Kallmünzers geworden.
Schon bei der nächsten Versammlung fand die Besetzung für das Freilichtspiel statt: „Und siehe da“, freut Hübl sich noch heute, „für jede Rolle haben wir auf Anhieb den passenden Darsteller gefunden.“
Märchen sofort „ein Renner“
Die Tribünen für das Stück entstanden in einer Eigenleistung der Rötzer, und bald darauf folgten die ersten „Trockenproben“ im Fürstenkasten, ohne Kostüme und ohne Pferde. „Letztere mussten von vier Leuten nachgestellt werden – bei den Proben gehört eben auch der nötige Spaß dazu“, schmunzelt der Regisseur.
Der Rest ist Geschichte: Das Stück, das schon bei seiner Premiere – trotz Unwetters – den vollen Zuspruch der Zuschauer hatte, wurde zwei Jahrzehnte lang auf dem Schwarzwihrberg aufgeführt.
Schon immer, erzählt Hübl, sei es ein Wunsch von ihm gewesen, auf der Burg auch eine Aufführung für Kinder anzubieten. 2007 sollte der Wunsch erstmals erfüllt werden: Nachdem er sich mit Josef Ruhland, dem damaligen Vorsitzenden des Schwarzwihrbergvereins, besprochen hatte, beschloss man gemeinsam: „Greifen wir‘s an!“ Gemeint ist damit natürlich die „Märchenzeit für Jung und Alt“, die ebenfalls von Anfang an „ein Renner“ gewesen sei, so der 66-Jährige. „Das ist einfach ein Event: Die Erwachsenen, die mit den Kindern durch den Wald zur Burg hinaufwandern und dort ein bekanntes Märchen anschauen können.“
Währenddessen endete 2015 nach 20 Jahren die Ära des Guttensteiner auf der Schwarzenburg. Zum einen, so Hübl, hätte man einen Nachfolger für den langjährigen Hauptdarsteller finden müssen, zum anderen sei es schwierig geworden, ausreichend Reiter für das Stück zu organisieren.
Glücklicherweise gebe es jetzt, sozusagen als Ausgleich, die von Steffi Porsch – seiner Regieassistentin bei der Märchenzeit – geschriebenen Zeitreisen, so Hübl: „Das historische Angebot ist da.“ Eine Rückkehr des Guttensteiner – dann aber höchstwahrscheinlich unter anderer Regie – würde er für die Zukunft nicht komplett ausschließen, schließlich sei es ein wunderbares Stück, in dem kompakt, an der Person des Guttensteiner, der Untergang des Rittertums dargestellt werde. Doch nun stehen erst einmal die Vorbereitungen für die diesjährige Märchenzeit auf dem Programm. Schneewittchen soll 2023, nach mehrmaligem Verschieben, auf dem Rötzer Hausberg aufgeführt werden.
Mit dem Räuber Hotzenplotz sei im vergangenen Jahr aber ein tolles Ersatzstück gespielt worden. Bei dem sich wieder einmal gezeigt habe, so der Regisseur, dass in Rötz für jede Rolle die perfekte Besetzung gefunden werden könne – wie vor bald drei Jahrzehnten bei der Guttensteiner-Premiere. Die perfekte Besetzung für das Schneewittchen ist für den Kallmünzer schon seit Beginn der Planungen Victoria Eiber. Das Abitur hat sie hervorragend abgelegt, nun steht den Festspielen nichts mehr im Weg. Die Besetzung der weiteren Rollen wird erst noch bekannt gegeben.
Proben nach dem Fasching
Und dann liegen wieder zwischen 35 bis 50 Proben vor dem Ensemble. Nach dem Fasching soll es losgehen, zunächst wieder mit den Sprech- und Trockenproben im Fürstenkasten. Sobald das Wetter es erlaubt, „gehen wir auf den Berg“. Dort sind dann die Wege anders; was im Fürstenkasten drei Meter sind, können auf dem Berg 30 Meter sein.
Auf die Proben freut Hübl sich schon jetzt: nicht nur wegen des Stücks, sondern auch „wegen der Kameradschaft untereinander“, dem Input und den Ideen – „die ja nicht immer meine sein müssen“, wie er sagt. „Die Chemie stimmt einfach“. Das schließt für den Regisseur nicht nur das Ensemble mit ein, sondern „das ganze Drumherum“, wie Fahr- und Parkplatzdienst, und auch Feuerwehr und Sanitäter, die für den Notfall bereitstehen.
Parallel zu den Proben wird mit dem Bühnenbau begonnen, für den Wolfgang Schmidtler verantwortlich zeichnet – und stets eine super Arbeit macht, wie Hübl hervorhebt. Als nächstes wird das Einkleiden mit den Kostümen folgen, die schon seit Jahren von der Oberpfälzer Kleidertruhe in Vohenstrauß kommen, die Musikeinstellung, noch mehr Proben, schließlich die Generalprobe und dann: „Hofft man auf gutes Wetter und eine gelungene Premiere!“
Schneewittchen und die sieben Zwerge verzaubern die Zuschauer im Juli
Tickets:Bei der Märchenzeit für Jung und Alt wird dieses Jahr die Geschichte von Schneewittchen gespielt. Ab sofort kann man sich Tickets für die Schwarzenburg-Festspiele sichern. Zum einen ganz einfach buchen über okticket.de; im Rötzer Tourismusbüro, Tel. 09976/941160 kann man auch Gutscheine erwerben oder direkt Karten für eine Aufführung kaufen.
Termine:Folgende Eintrittspreise wurden festgelegt: Kinder (drei bis zwölf Jahre) 6 Euro, Erwachsene 10 Euro, Gruppen ab 20 Personen erhalten 10 Prozent Rabatt. Die Aufführungstermine: zwei Samstage, am 8. und am 22. Juli, um 17 Uhr; fünf Mal am Sonntag immer um 15 Uhr: 2., 9., 16., 23. und 30. Juli.