Darum ist der „German Eagle“ im vergangenen Jahr abgetaucht

Von Thomas Mühlbauer · 11. Januar 2023 um 05:00

Im Dartsport weiß sofort jeder, wer gemeint ist, wenn die Rede vom „German Eagle“ ist – es ist David Nachreiner. In seinen jeweiligen Altersklassen war er kaum zu schlagen. Im zurückliegenden Jahr ist es aber um den Waffenbrunner, der mittlerweile 16 Jahre alt ist, sehr still geworden. Dafür gibt es auch einen Grund.

„Es war ein durchwachsenes Jahr, denn ich spiele nicht mehr so viel wie früher“, bestätigt Nachreiner. Im Kindesalter war es einfacher den Sport zu betreiben, mittlerweile hat der 16-Jährige aber andere Prioritäten. „Mein Fokus liegt aktuell auf der Schule, ich besuche die elfte Klasse der Fachoberschule und deshalb steht Dart bei mir momentan an zweiter Stelle.“

Corona raubt die Lust

Viele sagten Nachreiner eine sportlich glorreiche Zukunft voraus. Diese will er (noch) nicht ganz zu den Akten legen: „Ich lasse es mir natürlich offen, vielleicht in zwei bis drei Jahren noch einmal richtig anzugreifen.“ Denn Nachreiner gibt auch zu: Die Schule ist nicht der einzige Grund, dass die Dartpfeile nicht mehr so viel fliegen wie in früheren Jahren. „Mir fehlt auch aktuell etwas die Motivation und die Lust.“

Einen Grund dafür sieht der 16-Jährige darin, dass es bei den Turnieren auch nicht mehr so lief wie in früheren Jahren. Denn auch im Dartsport ist der Sportler nicht davor geschützt, sich zu viele Gedanken zu machen. „Dart ist mitunter auch Kopfsache, und da muss ich schon zugeben, dass ich früher unbekümmerter war.“

Einen Teil dazu beigetragen hat aber auch die Coronapandemie, während welcher Nachreiner von heute auf morgen sämtliche Turniermöglichkeiten weggebrochen sind. „In dieser Zeit habe ich dann einfach auch immer weniger trainiert, weil mir die Lust gefehlt hat“, sagt Nachreiner. Im Jahr 2022 hat der Waffenbrunner somit nur wenige regionale Turniere gespielt. Teilgenommen hat er wieder an der Europameisterschaft in Slowenien, wo er im Einzel jedoch keine vordere Platzierung erreichte. „Ich habe da auch nicht gut gespielt“, sagt Nachreiner.

Im Team wurde er in der Kategorie Level B allerdings Vizeeuropameister. Das Finale ging dabei unglücklich verloren.

Welche Turniere er im Jahr 2023 spielen wird, das lässt sich Nachreiner offen. Wenn – dann wohl spontan nur ein paar regionale Termine, lässt der German Eagle wissen.

Zukunft ist offen

Wie die Profis derzeit spielen, dass hat sich Nachreiner in der ersten Januarwoche dann im Fernsehen angeschaut, als die Weltmeisterschaft über die Bildschirme flimmerte, und es Gabriel Clemens sensationell bis ins Halbfinale geschafft hatte. Wie es für Nachreiner weitergeht, wird die Zukunft zeigen.