Neumarkt stellt Parküberwachung um: Gelbe Karte für Parksünder

Erst einmal gibt es keine Knöllchen, sondern nur „Gelbe Karten“. Doch wenn die Mitarbeiter des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz ab 1. Februar einen Parksünder erwischen, wird es ernst.
Nachdem die Stadt Neumarkt ihre Parküberwachung aufgelöst hat, übernimmt der Zweckverband nun auch die Überwachung des ruhenden Verkehrs. Den fahrenden Verkehr hat er bereits seit 2019 mit seinen Blitzern ins Visier genommen – und das sehr erfolgreich, wie Oberbürgermeister Thomas Thumann am Montag bei einer Pressekonferenz im Rathaus vorrechnete. Denn während zunächst fast jeder fünfte Autofahrer zu schnell im Stadtgebiet unterwegs war, hält sich inzwischen nur noch jeder 20. Verkehrsteilnehmer nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit.
Auch die Fußgängerzone am Rathaus kontrolliert der Zweckverband. In der Anfangszeit erwischten die Kontrolleure innerhalb ihrer Arbeitszeit fast 100 Fahrer – mittlerweile nur noch neun bis 15.
Eine Verbesserung erhofft sich nicht nur der Oberbürgermeister, sondern auch die Polizei für den Parkverkehr, wie der neue Leiter der Neumarkter Inspektion, Wolfgang Schüler, betonte: „Es soll nicht der Eindruck einer Abzocke entstehen.“ Es gehe um die Verkehrssicherheit.
Wo die in Neumarkt noch manches Mal gefährdet ist, zählte der Leiter des Amts für Sicherheit und Ordnung, Daniel Gottschalk, auf. Dazu gehören beispielsweise Fahrzeuge, die auf dem Gehweg parken oder Feuerwehr- und Rettungszufahrten blockieren. Als Kreisbrandmeister der Neumarkter Feuerwehr kennt er solche Situationen aus Erfahrung.
Es gehe aber nicht nur um die Ahndung von Verstößen, sondern vor allem um Aufklärung, führte Tommy Dörner vom Kommunalen Zweckverband aus. Deshalb gebe es zunächst nur die „Gelbe Karte“ und deshalb plant Gottschalk öffentlichkeitswirksame Aktionen für die Bürger. „Wir möchten manche Regelungen wieder in Erinnerung rufen“, so Gottschalk. Zum Beispiel diese, dass parkende Autos eine Durchfahrtsbreite von mindestens 3,05 Metern frei lassen müssen, damit Müll- oder Rettungsfahrzeuge durchkommen.
Die Aufgabe der Parküberwachung lag 32 Jahre in den Händen städtischer Mitarbeiter, blickte der OB zurück. „Sie haben sehr gute Arbeit geleistet.“ Nach Versetzungswünschen und Pensionierungen wurde die Einheit aufgelöst. Die von ihnen ausgesprochenen 12 000 Verwarnungen hatten der Stadt 180 000 Euro im Jahr eingebracht. Auch künftig fließen die Bußgelder – abzüglich der Kosten für den Zweckverband – ins Stadtsäckel.