Hemau: Vandalismus im Rathausgarten sorgte für Ärger

Sowohl Lärm, Müll und Zerstörungswut, als auch die Frage, was dagegen getan werden kann, war im Jahr 2022 öfter Thema in der Stadt Hemau. Nun gibt es erste Maßnahmen.
Eine von ihnen wurde auf dem Hemauer Christkindlmarkt vorgestellt. So soll in der Stadt eine Sicherheitswacht eingeführt werden – und die Polizei nutzte den Markt, um Werbung zu machen.
Als die Prinzengarde im Juni eine Mexikanische Nacht als Ersatz für den Fasching feiern wollte, wurde den Hemauer Narren die Vorfreude gehörig verdorben. Eine Nacht vor der großen Fiesta im Stadtpark hatten Jugendliche dort eine ganze Festbude umgeworfen – mit erheblichem Schaden. Bei vielen Hemauern sorgte dieser schwere Fall von Vandalismus einmal mehr für Kopfschütteln.
Sicherheitsgefühl stärken
„Wir wollen die Bürger auf diese Art erreichen. Momentan warten wir auf Bewerbungen“, berichtete Andreas Niebler, der Leiter der Polizeiinspektion Nittendorf am Stand auf dem Christkindlmarkt. Die Sicherheitswacht soll an den Start gehen, sobald es genügend Bewerber gibt. Dadurch soll das Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt werden.
Das ist auch Arthur Bechert und Willi Kinkel wichtig. Die beiden sind bei der Sicherheitswacht bei der Polizeiinspektion Regensburg Süd im Einsatz. „Innere Sicherheit geht alle an. Jeder sollte sich Gedanken machen, was er beitragen kann, damit sich alle wohl fühlen“, sagen sie.
Das scheint aber im vergangenen Jahr in Hemau nicht immer der Fall gewesen zu sein. Gerade im Stadtpark und am Volksfestplatz sorgten große Menschenansammlungen – und folglich Lärm und Müll öfter für Ärger. Trotzdem haben sowohl Polizeichef Andreas Niebler als auch der Hemauer Bürgermeister Herbert Tischhöfer (CSU) festgestellt, dass sich die Lage im Vergleich zu den beiden Coronajahren deutlich beruhigt habe. „2022 war ein eher unauffälliges Jahr. Das liegt vielleicht daran, weil der Jugendtreff wieder offen hatte und mehr Veranstaltungen möglich waren“, sagt Niebler. Aktuell gebe es keine großen Probleme.
Tischhöfer hat beobachtet, dass das Lärm- und Müll-Problem eher in Wellen auftritt. „Und beim Vandalismus-Fall bei der Mexikanischen Nacht war wohl so eine Welle“, sagt er. Der Bürgermeister warnt davor, junge Menschen nicht vorzuverurteilen. „Wir haben so tolle und engagierte Jugendliche, die sich zum Beispiel freiwillig und hervorragend um den Dirtpark kümmern“, hebt er hervor. Diejenigen, die Ärger machen, seien im Vergleich nur recht wenige. „Es ist schade, dass immer nur über diese Gruppe gesprochen wird. Man darf nicht nur das Negative sehen“, appelliert Tischhöfer.
Bis 22 Uhr geöffnet
Der Bürgermeister hofft, dass die Sicherheitswacht eine weitere Schiene der Strategie gegen Lärm, Müll und Vandalismus ist. Damit diese eine adäquate Handhabe hat, gilt ab Neujahr in Hemau außerdem eine Grünanlagensatzung. „Dadurch kann Fehlverhalten geahndet werden. Es braucht einfach ein Papier, wo drinsteht, worauf es welche Konsequenzen gibt“, erklärt Tischhöfer.
Dadurch sei die Sicherheitswacht rechtlich abgesichert. Zum Beispiel steht in der Satzung, dass sich nach 22 Uhr niemand mehr im Rathausgarten aufhalten darf. Durch diese Satzung würden auch die Jugendlichen wissen, was sie dürfen und was nicht. Darüber informierte Tischhöfer die jungen Leute bereits im Oktober beim Jugendforum im Jugendtreff.