Flüchtiger Mörder: Fenstersprung ist nicht der erste Fall in Regensburg

Von André Baumgarten · 8. Januar 2023 um 16:00

Schon 2021 sorgten zwei ähnliche Fluchtversuche in Regensburg für Schlagzeilen. Ein verurteilter Mörder entkam hieram Donnerstag (5.1.) durch einen Sprung aus dem Fenster– das schafften die beiden anderen Männer nicht.

Die Flucht des 40-Jährigen sorgt seit Donnerstag für Schlagzeilen. Der Mann entkam zwei Polizisten durch einen Sprung aus dem Fenster des Regensburger Justizgebäudes. Damit ist der wegen Raubmordes zu lebenslanger Haft verurteilte Algerier nicht der Einzige. In jüngerer Vergangenheit türmten zwei Angeklagte aus dem Gericht – in einem Fall fiel vor fast genau 13 Monaten sogar ein Schuss aus der Dienstwaffe.

EinenGroßeinsatz von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr hatte Ende August 2021 ein 45-Jähriger ausgelöst. Der war während seines Prozesses so sehr in Rage geraten, dass er unvermittelt aufsprang und aus dem Sitzungssaal 106 rannte. Dabei ging es im Verfahren lediglich um Sachbeschädigung. Vom ersten Stock im Justizgebäude stürmte der Angeklagte zur nahen Treppe und stieg dann durch ein wohl geöffnetes Fenster hinaus.

Damit allerdings manövrierte er sich in eine ausweglose Situation: Er landete auf dem Dach eines Verbindungsbaus zwischen den beiden Gebäuden Augustenstraße 3 und 5. Doch da kam er aufgrund der zu großen Höhe nicht weiter – also drohte der Mann, zu springen.

Von Polizist in Gespräch verwickelt und gerettet

Eine Polizeistreife konnte den 45-Jährigen in ein Gespräch verwickeln und beruhigen. So abgelenkt, gelang es einem der Beamten, ihn von der Brüstung wegzuziehen. Das alles spielte sich damals quasi vor den Augen der Insassen der Justizvollzugsanstalt ab, die nur einen Steinwurf weit entfernt ist.

Einem verurteilten Straftäter erging es genau 99 Tage später ähnlich. Auch er suchte sein Heil in der Flucht, rannte aber in eine Sackgasse. Der Mann hatteam 2. Dezember 2021 das Überraschungsmoment ausgenutzt und nach dem Aussteigen Fersengeld gegeben.

Die Vorführbeamten nahmen sofort die Verfolgung in Richtung Mitarbeiterparkplatz und JVA auf. Um ihn zu stoppen, gab ein Polizist einen Warnschuss ab. Gegen den Zugriff wehrte sich der Mann so sehr, dass er erst dank der Hilfe zweier Justiz-Wachtmeister unter Kontrolle gebracht werden konnte.

Trotz Fluchtversuch zum Termin erschienen

Einen Termin hatte der Straftäter in diesem Fall beim Familiengericht – und kam da auch rechtzeitig hin. „Er konnte seinen Termin wahrnehmen“, bestätigte der Landgerichtssprecher Thomas Polnik damals. Allerdings wurde der Mann im zweiten Stock dann von vier Beamten bewacht. Wie der „erzwungene“ Gerichtstermin für ihn endete, ist unbekannt.

Anders ist das bei dem flüchtigen Mörder: Der wurde von der Strafrichterin am Donnerstag in Abwesenheit verurteilt.