B85-Ausbau liegt im Plan – harter Sandstein bereitet aber Kopfzerbrechen

Beim vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 85 vor den Toren Rodings schien alles reibungslos zu laufen. Fahrbahn asphaltiert, Lärmschutz montiert, Anschlussstelle Süd wieder freigegeben: Die Bauarbeiten wurden alle – wie geplant – vor Weihnachten abgeschlossen. Doch ein kleines Problem, wie es der zuständige Baudirektor Richard Bosl formuliert, haben die Straßenbauer mit ins neue Jahr genommen.
Sieben Meter unter der Erde ist die Firma Rädlinger auf Sandstein gestoßen, der so massiv ist, dass ihn die Fräsköpfe nicht bewältigen können. „Das Thema hat uns ab dem Herbst schon Kopfzerbrechen bereitet“, erzählt Bosl. Grund für die Bohrungen ist ein Abwasserkanal, der dort errichtet werden soll. Der alte, ein 300er, entspricht nicht mehr den gestiegenen Anforderungen und soll deshalb in der Nähe derUnterführung der Mitterkreither Straßemit einem 800er-Stahlbetonrohr ersetzt werden. Von dort wird das Wasser dann parallel zur Straßenentwässerung in Richtung Rückhaltebecken geleitet, ehe es über den Vorfluter in den Regenfluss gelangt.
„Bei den Bodenerkundungen ist der Sandstein in dieser Härte nicht entdeckt worden“, sagt er. Da der Stein härter war als gedacht, schaffte der Bohrer das Pensum 2022 nicht. Deshalb gibt es in Fahrtrichtung Roding auf Höhe der Firma Gehringer aktuell eine Engstelle mit leichter Verschwenkung nach links, ehe die Verkehrsteilnehmer vor der Anschlussstelle Mitterdorf wieder nach rechts gelenkt werden.
Bohrverfahren umgestellt
Schwereres Gerät soll laut Bosl nun im Frühjahr gegen den unerwarteten Widerstand in der Tiefe ankämpfen, um die verbliebenen 15 Meter Abflusskanal graben zu können. Dazu werde auch das Bohrverfahren umgestellt. Neben den rotierenden kommen künftig auch schlagende Werkzeuge zum Einsatz. Der Baudirektor rechnet mit zusätzlichen Kosten im sechsstelligen Bereich.
Um den Lückenschluss zu schaffen, müssen sowohl die Südfahrbahn als auch die Anschlussstelle Mitterdorf-Süd erneut für vier bis sechs Wochen gesperrt werden. „Dies wäre aber ohnehin notwendig geworden, da die Lärmschutzwände noch nicht komplett sind“, so Bosl. Mit einem Autokran müssen die transparenten Teile, die derzeit noch fehlen, eingehoben werden.
Auch die Erneuerung der Mitterkreiher Straße haben die Verantwortlichen ins Jahr 2023 geschoben. Diese wird bei der Unterführung nicht nur einen Meter tiefer gelegt, sondern auch mit einem Geh- und Radweg ausgestattet. Diese Maßnahme setzt das Staatliche Bauamt Regensburg zusammen mit der Stadt Roding um. Nach der Winterpause – laut Bosl je nach Witterung Ende Februar oder Anfang März − wird die Mitterkreither Straße für zweieinhalb bis drei Monate voll gesperrt. Zeitgleich wird der komplette Verkehr auf der B85 wieder auf die Nordfahrbahn gelegt.
Endspurt für Großprojekt
Danach fließt der Verkehr in beide Richtungen auf der Südfahrbahn, damit die neue Nordfahrbahn sowie die Anschlussstelle Mitterdorf-Nord gebaut werden können. Mit der Fertigstellung des Ausbaus rechnet Bosl im September oder Oktober. Trotz der Beeinträchtigung mit dem Sandstein besteht also keine Gefahr für den Freigabe-Termin im Herbst 2023.
Der offizielle Startschuss für den 3,4 Kilometer langen Ausbau zwischen Piendling und Mitterkreith fiel beimSpatenstich im Sommer 2017. Seitdem hat sich einiges verändert auf dem Abschnitt, auf dem täglich rund 16000 Fahrzeuge unterwegs sind. Der Baudirektor dankt allen Anliegern, die von den Bauarbeiten betroffen sind. „Es herrscht ein konstruktives Miteinander“, so Bosl.
Material-Engpässe hätten die Firmen nur bedingt getroffen, da sie alles frühzeitig bestellt hätten, sagt er. Die gestiegenen Preise für Energie und Baustoffe seien jedoch spürbar. Die Kosten werden sich bei 50 Millionen Euro einpendeln.

