Gespräche laufen bereits: Übernehmen Disko-Chefs aus Wackersdorf zweiten Club?

Von Martin Kellermeier · 6. Januar 2023 um 12:16

Erst seit wenigen Wochen betreiben Josef Feiler und Tom Sandhoff die Diskothek JT’s in Wackersdorf und wollen im früheren Musikpark nicht weniger als „eine neue Ära prägen“. Doch damit nicht genug: Die beiden 45-Jährigen planen schon ihr nächstes Projekt in der Region.

Während im Hintergrund das Personal alles für die nächste Party vorbereitet und die Kühlschränke auffüllt, nehmen Feiler und Sandhoff in einer der neuen VIP-Lounges Platz.Seit Ende Oktober sind sie mit ihrem JT’s am Startund wollen eine erste Bilanz ziehen. „Es ist gut angelaufen, der Betrieb läuft zufriedenstellend“, erklärt Sandhoff. Man habe sich die Wünsche der Gäste immer wieder zu Herzen genommen. So wurde beispielsweise in einem der beiden Bereiche das Musikangebot verändert. Die Songs aus dem Genre „Black“ habe man deutlich reduziert, und setze nun lieber auf Partykracher.

Doch nur wenige Minuten geht es im Gespräch um den Betrieb des JT’s. Dann platzt es aus Josef Feiler heraus: „Es kann durchaus sein, dass wir heuer noch einen weiteren Club betreiben.“ Was sehr vage klingt, ist offenbar schon weiter gegoren. „Es laufen im Hintergrund schon lange Gespräche“, berichtet Feiler. Um welche Diskothek es sich dabei handelt, lässt der Clubchef offen. Der Betrieb soll sich aber in einem Umkreis von 35 Kilometern zum JT’s befinden. „Aber keine Angst, es ist nicht das Pearls in Nabburg. Das sind ja nur 20 Kilometer“, ergänzt Feiler und schmunzelt dabei.

Feiler und Sandhoff haben keine Angst vor einer Erweiterung

Noch ist das freilich alles nur ein Gedankenspiel und die Tinte unter einem möglichen Pacht- oder Kaufvertrag ist auch längst noch nicht getrocknet. Vielmehr sollen im Frühjahr weitere Gespräche geführt werden. Wird man sich mit der Gegenseite einig und passen die Rahmenbedingungen, dann könnte es aber schon zum Saisonstart im Herbst losgehen. Bange vor einem weiteren Betrieb so kurz nach der Eröffnung des JT’s ist den beiden Geschäftspartnern offenbar nicht. Josef Feiler zeigt Unternehmermut: „Jeder Betrieb, in dem man als Unternehmer dahintersteht und anschiebt, kann eigentlich nicht in die Hose gehen.“

Umso bemerkenswerter ist Feilers Aussage, wenn man beleuchtet, dass sich die Diskobranche laut Sandhoff „derzeit etwas schwieriger“ gestalte. Daher sei man mit den Umsatzzahlen und dem Zulauf im JT’s nach den ersten Monaten auch zufrieden, zumal man immer mehr Stammgäste registriere.

Sandhoff führt den Erfolg auch auf seine Mitarbeiter zurück. „Wir hatten von Anfang an ein gutes Team“, lobt der Chef. Mit den Mitarbeitern sei man auch für das Jahr 2023 gut aufgestellt. Dann sollen auch erste Hochzeiten und Privatpartys in der Wackersdorfer Diskothek steigen.

Nach Feiern war den beiden Geschäftspartnern dagegen nach einer größeren Polizeikontrolle Anfang Dezember nicht mehr. Damals trafen die Beamten auf Türsteher, die wohl Drogen konsumiert hatten, und die Notbeleuchtung funktionierte auch nicht.

Nach Polizeikontrolle folgten Konsequenzen

Das JT’s musste bekanntlich schließen und durfte erst eine Woche später wieder aufsperren.Für Feiler und Sandhoff war das ein Schlag ins Gesicht, der Vorfall ist für sie aber mittlerweile abgehakt. Die Türsteher, bislang Angestellte im JT’s, wurden durch Fachkräfte einer externen Firma ersetzt. Und die Notbeleuchtung ist nun Chefsache. „Ich gehe jetzt an jedem Öffnungstag mehrmals durch den Laden und überprüfe, ob alles funktioniert“, erklärt Sandhoff. Er rätselt noch immer, wie es zu dem Ausfall überhaupt kommen konnte. „Das war schon skurril.“

Dem Clubchef liegt überhaupt viel an einem störungsfreien Betrieb. Er zeigt sich daher stolz, dass es im JT’s noch zu keinen nennenswerten Ausschreitungen gekommen ist. Das bestätigt auch Polizeioberkommissarin Daniela Hirmer von der Polizei Schwandorf. „Wir müssen nicht regelmäßig vor Ort sein“, sagt sie. Laut einer Bilanz seien ihre Kollegen seit Eröffnung erst dreimal im Bereich des JT’s gefordert gewesen. Doch um handfeste Auseinandersetzungen habe es sich dabei nie gehandelt. Einmal seien beispielsweise am Parkplatz aus einem unversperrten Auto Gegenstände entwendet worden.

Barkeeperinnen schätzen ihr Publikum für sein Verhalten

Die wenigen Fälle für die Polizei liegen wohl auch am Publikum im Club. Leonie Tischlak (20) und Alina Strempel (21) arbeiten seit der ersten Stunde im JT’s als Barkeeperinnen und haben einen guten Draht zu ihren Kunden. Diese seien „nicht zu jung“ und würden ihre Grenzen kennen. Der klassische JT’s-Besucher ist laut den beiden jungen Damen von der Bar zwischen 24 und 26 Jahre alt und trägt gerne einen Hoodie, dazu eine lässige Jeans. „Das Publikum ist sehr angenehm. Da macht auch zu später Stunde das Arbeiten noch Spaß“, sagt Strempel und mixt den nächsten Cocktail.

Mitarbeiter der ersten Stunde dürfen sich im JT’s die beiden Barkeeperinnen Leonie Tischlak (l.) und Alina Strempel nennen. -Foto: Martin Kellermeier