Dreister Bierklau beim Kuchlbauer: Den Tätern auf der Spur
Es war einer der Aufreger im Jahr 2022 im Landkreis Kelheim: Vier Mitarbeiter der Brauerei Kuchlbauer klauten Bier in großen Mengen und verkauften es weiter. Die Ermittler tragen weiterhin Details des Bandendiebstahls zusammen.
Sie sollten Bier unter die Menschen bringen. Das taten sie auch – aber definitiv nicht so, wie es sich ihr Arbeitgeber vorgestellt hatte. Die Beschuldigten zweigten über einen längeren Zeitraum Getränke in großen Mengen ab und verkauften diese weiter. Die vier langjährigen Mitarbeiter der bekannten Brauerei mit 80 Beschäftigten und 130.000 Hektoliter Jahresproduktion werdendes „schweren Bandendiebstahls“ bezichtigt, wie der Tatvorwurf lautet.
Drei Bierfahrer und ein Lagerist sind die Beschuldigten. Bei diesem Kreis der Tatverdächtigen, die alle aus dem Landkreis Kelheim stammen, blieb es bisher, erklärt der Regensburger Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher auf Nachfrage unserer Zeitung.
Auswertung der Handys läuft
Autos, Wohnungen und die Spinde der vier belangten Mitarbeiter wurden durchsucht, um Details zu den Diebstählen zu klären. „Derzeit werden insbesondere noch die Mobiltelefone der Beschuldigten ausgewertet“, sagt Rauscher. Die Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft erhoffen sich dadurch Hinweise auf den konkreten Tatumfang.
Denn eines scheint noch ungeklärt: Wie erheblich ist die „große Menge“, so der Polizeibericht vom 24. November, an Getränken, sprich Bier, die entwendet und verkauft wurde? Beispielhaft erwähnte der Oberstaatsanwalt einen Fall von einer Palette mit 40 Kasten Bier. Es dürfte aber deutlich mehr sein: Die Beschuldigten verübten ihre Diebstähle mindestens seit diesem September.
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Auskunft über Menge und finanziellen Schaden könnte mutmaßlich die Brauerei selbst geben. Doch Geschäftsführer Jacob Horsch äußert sich wie schon beim Bekanntwerden der Taten nicht. „Derzeit laufen die Ermittlungen. Erst wenn diese abgeschlossen sind, kann über tatsächliche Sachverhalte gesprochen werden“, erklärt Horsch auf Anfrage. Er wolle auch „zum Schutz der Angehörigen“ nichts sagen.
Zwei Hehler sind bekannt
Als Abnehmer des Diebesguts sind bis dato laut Oberstaatsanwalt zwei Personen bekannt. Gegen sie wird wegen des Anfangsverdachts der Hehlerei ermittelt. Nicht in allen Fällen verkauften die beschuldigten Brauerei-Mitarbeiter die geklauten Getränke weiter.
Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ lässt die Staatsanwaltschaft offen, wie die drei Bierfahrer und der Lagerist bei ihren Diebstählen vorgingen und wie sie das Entwenden der Getränke verschleiern konnten. Wie Täter in solchen Fällen agieren, entlarvte heuer ein Prozess über einen Bandendiebstahl bei einer Brauerei in Österreich. Dort hatten die überführten Mitarbeiter das Bier als Bruchware deklariert und weiterverkauft. Der Klau lief acht Jahre lang, der Schaden wurde mit 1,6 Millionen Euro beziffert. Insgesamt elf Angeklagte wurden verurteilt.
Ein derartiges Ausmaß ist im Fall der Abensberger Brauerei unwahrscheinlich. Wie lange die Ermittlungen noch andauern, ist nicht absehbar. Da es sich um „keine Haftsache“ (Rauscher) handelt, die Beschuldigten also frei sind, kann die Untersuchung des schweren Bandendiebstahl „im normalen Geschäftsgang“ abgearbeitet werden.