Am Fischpass im Eixendorfer läuft’s, am Wehr der Wutzschleife ist Pause

Das alte Wehr der Wutzschleife und der Bau einer Fischschleuse am Eixendorfer Stausee werden auch 2023 wichtige Themen in Rötz sein. Wir beleuchten den aktuellen Sachstand.
Mit dem Absenken des Eixendorfer Stausees waren im vergangenen Jahr drei Projekte in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Am emotionalsten betroffen waren die Rötzer vom geplantenAbriss des alten Wehrs an der Wutzschleife. Daneben verschwanden in der Wahrnehmung fast die finanziell deutlich bedeutenderen Projekte des Baus eines Entnahmeturms an der Staumauer und der Fischschleuse an Vorsperre. Während wir über das Großprojekt des Entnahmeturms bereits berichtet haben, soll in diesem Artikel auf die Planungen für 2023 beim Wehr an der Wutzschleife und bei der Fischschleuse geblickt werden.
Letzter Stand beim Wutzschleifen Wehr war die weiterbestehende Absicht des Wasserwirtschaftsamtes Weiden das Wehr abzutragen, um den Fluss wieder für Fische durchgängig zu machen und damit ökologisch zu verbessern.
Im weiteren Verlauf des Jahres ging es für das Wasserwirtschaftsamt darum, welcher Weg für eine wasserrechtliche Genehmigung eingeschlagen werden soll. In diesem Fall ist das Landratsamt Cham die Genehmigungsbehörde. Von hier kam die Empfehlung an das Wasserwirtschaftsamt Weiden, eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen. Die wäre für ein solches Verfahren eigentlich nicht notwendig. Auf Nachfrage erklärt das Landratsamt: „Dabei werden die gesamten Auswirkungen auf den Naturhaushalt untersucht, die durch diese Maßnahme ausgelöst werden. Insbesondere ist dabei interessant, wie sich die durch die Absenkung im Rückstaubereich des Wehres dann neu entstehenden Uferbereiche im Sinne der Biodiversität entwickeln. Der Mehrwert im Wasser ist ja bereits aufgezeigt worden. Die Umweltverträglichkeitsprüfung muss die Entwicklung innerhalb der unterschiedlichen Vegetationszeiten ausreichend berücksichtigen; deshalb ist dafür auch ein gewisser Zeitraum notwendig. Es ist aber dennoch davon auszugehen, dass die Prüfung im Herbst des Jahres 2023 in aussagefähiger Form vorliegt.“
Insekten im Blick
Das bestätigt Renata Bueno Alvas. Sie ist Fachbereichsleiterin für Wasserbau und Gewässerökologie beim Wasserwirtschaftsamt Weiden. Die Auswirkungen eines Rückbaus auf das Gewässer und die Lebewesen darin sei ja schon untersucht worden, sagt Bueno Alvas. Besonders untersucht würden diesmal Insektenarten wie Libellen, Tagfalter und Heuschrecken. Für das Wehr selbst bedeutet dies, dass 2023 keine Baumaßnahmen erfolgen, weil das dafür erforderliche wasserrechtliche Verfahren noch läuft. „Das Landratamt Cham wird dann anschließend als zuständige Wasserrechtsbehörde die endgültige Entscheidung zur wasserrechtlichen Genehmigung treffen. Dabei werden die Aussagen der Umweltverträglichkeitsprüfung maßgeblich mit einfließen.“ Die Freunde des alten Wehres werden also ein weiteres Jahr die Idylle an der Wutzschleife genießen dürfen. Die Gegner werden weiterhin auf die Durchgängigkeit des Gewässers für Fische warten müssen.
Mit der Durchgängigkeit der Schwarzach für Fische beschäftigt sich auch der 2,6-Millionen-Bau einer Fischschleuse an der Vorsperre des Eixendorfer Stausees. Im August dieses Jahres waren die Vorarbeiten für die Schleuse mit kleineren Sprengungen im massiven Granit des Uferfelsens erledigt. Danach konnte mit dem Bau des Schleusenbauwerks begonnen werden. Bis zur Winterpause in der ersten Dezemberhälfte wurden Bodenplatte Betonwände und Deckel hergestellt, berichtet Jochen Zehender. Der Diplomingenieur ist Geschäftsführer der Landeskraftwerke Bayern, die an der Vorsperre Strom gewinnen. Deswegen kümmern sie sich für das Wasserwirtschaftsamt Weiden um den Bau. Wie bereits mehrfach berichtet, handelt es sich bei der Fischschleuse an der Vorsperre um ein Projekt, dass es in dieser patentierten Form nur noch am Höllenstein-Kraftwerk gibt.
Ein wichtiger Teil des Rohbaus waren eine 3,30 Meter lange Bohrung durch die Vorsperre und der feste Einbau der Formteile durch die FEE. Kurz vor der Einwinterung wurden auch noch Schieber und Verschlussteile eingebaut. Damit steht sozusagen der Rohbau und das Kraftwerk an der Vorsperre konnte kurz vor Weihnachten wieder Storm erzeugen.
Vorbereitungen bei F.EE
Während sich die Firma Pfaffinger aus Passau um das eigentliche Bauwerk kümmert, kommen die Anlagen und die Steuerungstechnik für die Fischschleuse von der Firma F.EE in Neunburg. Hier wird im Winter die eigentliche Anlage und die Steuerungstechnik für den Einbau im Frühjahr vorbereitet. Die Anlage werde speziell für die Fischschleuse am Eixendorfer See gefertigt. „Von der Stange gibt es so etwas nicht“, sagte Zehender.
Weiterhin im Plan liegt die Fischschleuse bei den Bauzeiten. Noch im 1. Halbjahr 2023 soll sie fertiggestellt sein. Auch bei den Baupreisen habe es trotz der Entwicklung „keine großen Abweichungen“ gegeben, sagte Zehender über das 2,6 Millionen-Euro-Projekt.
