Nabaltec setzt auf erneuerbare Energien: PV-Anlage und Windkraft für den Eigenbedarf
Die Schwandorfer Nabaltec AG will ihren CO2-Ausstoß verringern und im direkten Anschluss an das Werksgelände eine PV-Anlage für den Eigenverbrauch errichten.
Langfristig könnte auch die Windkraft zur Energieversorgung des Aluminiumoxid-Verarbeiters beitragen. Der Planungsausschuss nahm dieses Vorhaben des Unternehmens in der Sitzung am Mittwoch äußerst wohlwollend zur Kenntnis.
Vorstandsvorsitzender Johannes Heckmann, der die Pläne präsentierte, stellte auch das Unternehmen kurz vor. Die Nabaltec ist nach seinen Worten nicht nur ein wichtiger Gewerbesteuerzahler, sondern mit knapp unter 500 Arbeitsplätzen auch ein bedeutender Arbeitgeber in der Großen Kreisstadt. Die Wirtschaftsdaten kennen seit einiger Zeit nur eine Richtung – nach oben. „Heuer werden wir ein Rekordjahr hinlegen“, sagte Heckmann.
Nabaltec ist einer der größten Energieverbraucher in der Nordoberpfalz
So hoch der Umsatz, so groß ist allerdings auch der Energiehunger des Industrieunternehmens. Pro Jahr benötigt die Nabaltec dem Vorstandschef zufolge 350000 Megawattstunden (MWh) Prozessdampf, der vom benachbarten Müllkraftwerk bezogen wird, 160000 MWh Erdgas und immer noch 80000 MWh Strom im Jahr. Letzteres ist, grob geschätzt, mehr als der Jahresverbrauch der Haushalte in Schwandorf. „Wir sind einer der größten Energieverbraucher in der nördlichen Oberpfalz“, sagte Heckmann. Die aktuellen Herausforderungen für die Nabaltec ergeben sich in Zeiten angestrebter CO2-Reduzierung und teurer Energie von selbst.
Kooperation mit der OTH Amberg-Weiden
Das Unternehmen habe deshalb heuer in Zusammenarbeit mit der OTH Amberg-Weiden begonnen, ein Transformationskonzept auszuarbeiten, um den Stromverbrauch aus fossilen Energieträgern zu verringern, so Heckmann. Beim Thema Photovoltaik seien die Pläne schon weit gediehen. Auf rund neun Hektar zwischen dem Werksgelände und der Dachelhofer Straße soll eine PV-Anlage entstehen, die mit einer Leistung von 11000 Megawatt im Jahr etwa 14 Prozent des Strombedarfs deckt.
Die Bebauung an der Alustraße ist laut Plan 140 Meter von dem Solarpark entfernt, die Stromerzeugung soll zu 100 Prozent für den Eigenbedarf erfolgen. Umgesetzt werden sollen diese Pläne laut Heckmann „so schnell wie möglich“, entscheidende Fortschritte erhofft man sich bis zum dritten Quartal des kommenden Jahres. Die Lage im Überschwemmungsgebiet ist für Heckmann im übrigen ein Hindernis, das überwindbar ist – durch eine mögliche Sondergenehmigung.
Noch ganz am Anfang steht die Nabaltec AG nach Angaben des Vorstandschefs beim Thema Windkraft, das aber Anfang 2023 ebenfalls vorangetrieben werden soll. Angesichts der Vorstellung zweier Windkraftprojekte im Stadtwesten und im Stadtgebiet von Burglengenfeld appellierte Heckmann an die Stadträte: „Denkt an die Nabaltec. Wir überlegen ebenfalls in die Richtung.“ Die Windkraft könnte es dem Unternehmen nach den Worten des Vorstandschefs ermöglichen, zusammen mit der PV-Anlage 25 Prozent des eigenen Strombedarfs zu decken. Auch hier sei allerdings die Nähe zum Standort mitentscheidend für die erforderliche Wirtschaftlichkeit.
Im Planungsausschuss wurden die Unternehmenspläne positiv aufgenommen. Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) begrüßte die Anstrengungen zur CO2-Einsparung. Das Thema Hochwasser sei im Laufe des Genehmigungsverfahrens zu klären, so der OB.
CSU: „Wenn Windkraft in Schwandorf stattfindet, sollte sie auch vor Ort genutzt werden“
Für die CSU erklärte Fraktionsvorsitzender Andreas Wopperer, dass die Bedeutung der Nabaltec „in diesem Gremium unstrittig“ sei. Er lobte ausdrücklich die Pläne, „den CO2-Fußabdruck zu verringern und die Energieversorgung zukunftssicher und günstig zu machen“. Ähnlich bewertete er das Windkraft-Projekt. Die frühere Kritik der CSU habe sich immer dagegen gewandt, „hier Windräder aufzustellen für eine Nutzung andernorts“. Entsprechend gelte, wie im Falle der Nabaltec: „Wenn Windkraft in Schwandorf stattfindet, sollte sie auch vor Ort genutzt werden“, so der CSU-Sprecher.
Wopperer warf die Frage auf nach einer möglichen Zusammenarbeit mit Windkraft-Investoren, die sich ja in jüngerer Zeit im Stadtrat vorgestellt hatten. Für Heckmann sind Kooperationen grundsätzlich denkbar, sofern ein Direktanschluss an die Nabaltec möglich und wirtschaftlich sei. Alternative Standorte wie die Deponien ziehe das Unternehmen nicht in Betracht, so der Vorstandschef auf Nachfrage von CSU-Stadtrat Hans Sieß.
Stadträte sind sich einig, sie sehen das Vorhaben positiv
Auch die anderen Fraktionen äußerten sich positiv. SPD-Sprecher Manfred Schüller sagte, das Nabaltec-Projekt stoße bei den Sozialdemokraten „auf offene Ohren“ und könne ein Vorbild auch für die Stadt Schwandorf sein. Kurt Mieschala (UW) fand es „toll, dass ein Vorzeigeunternehmen wie die Nabaltec diesen Weg beschreitet“. Auch bei der Grünen/ÖDP-Fraktion rannten die Pläne laut Stadtrat Alfred Damm „offene Türen ein“. OB Feller sicherte der Nabaltec alle denkbare Unterstützung zu.