Plötzlicher Tod: Trauer um junge Tierärztin aus Nittenau
Die Tierarztpraxis von Kerstin Peschel war beliebt in Nittenau. Vergangene Woche ist die junge Ärztin mit nur 38 Jahren unerwartet gestorben. Nicht nur in ihrer Familie hinterlässt sie eine tiefe Lücke – auch in der Tierversorgung wird sie schon jetzt schmerzlich vermisst.
„Leider geschlossen“ heißt es auf der Internetseite der Tierarztpraxis von Kerstin Peschel. Die 38-Jährige ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag plötzlich gestorben. Das bestätigt Renate Peschel, die Mutter der Verstorbenen. Am 4. Januar findet um 14 Uhr in der Erlöserkirche in Nittenau der Trauergottesdienst für die Veterinärin statt, anschließend ist Urnenbeisetzung am Friedhof.
Es war mehr als ein Beruf für Kerstin Peschel
„Ihr Leben war die Tiermedizin“, erzählt Peschel stolz über ihre Tochter. Ihr Abitur schloss sie mit hervorragendem Schnitt ab und ging anschließend nach München. Dort setzte sie ihren Traum in die Tat um und studierte Tiermedizin. Nach ihrem Studium arbeitete sie in verschiedenen Tierarztpraxen und war mobil tätig. Seit 2012 hatte sie ihre eigene Praxis in Nittenau. Der Betrieb, ihre Kunden und die Tiere seien ihr sehr am Herzen gelegen, berichtet die Mutter. Sogar so sehr, dass sie eigentlich jede freie Minute arbeitete – auch am Wochenende.
Das Schlimmste sei es für Kerstin Peschel gewesen, wenn sie ein Tier einschläfern musste. Was für viele ihrer Kollegen reine Routine ist, sei für sie jedes Mal belastend gewesen. „Da stirbt auch ein Teil von mir“, soll sie einst zu ihrer Mutter gesagt haben. Ihr Kundenstamm reichte bis nach Bad Abbach, Nabburg oder auch Neutraubling. Sie sei sehr beliebt gewesen.
Große Anteilnahme auf Facebook
Das sieht man auch an der Anteilnahme der Tierfreunde. Nicht nur auf Facebook unter einem Post zur Schließung liest man knapp 150 Kommentare, in denen Menschen ihr Beileid aussprechen, der Familie viel Kraft wünschen oder erzählen, was für eine tolle Ärztin sie war. Peschels Mutter berichtet auch, dass Blumen, Kerzen und ein Gesteck vor der Praxis abgelegt wurden. Auf dem Gesteck sind Herzen mit der Aufschrift „Aus Leidenschaft Tierärztin“ und „Sie gab Geborgenheit“ angebracht. Das hat sie sehr berührt, sagt die Mutter.
Für die Praxis soll ein Nachfolger gefunden werden
Um Kerstin Peschel trauern nicht nur ihre Eltern, sondern auch ihr kleiner Sohn und ihr Lebensgefährte. Bei all der Last denkt die Mutter schon jetzt an die Zukunft: „Ich wäre froh, wenn die Praxis im Sinne meiner Tochter weitergeführt wird,“ sagt die Nittenauerin. Deshalb suche sie nun einen Nachfolger. Auf der Internetseite der Praxis heißt es derweil, dass sich die Tierbesitzer für die Behandlung ihrer Lieblinge an andere Veterinäre wenden sollen. Doch das ist nicht leicht, denn in der Region gibt es generell wenig Tierärzte. Das bestätigt auch Tierärztin Petra Jordan aus Neunburg vorm Wald.
Die meisten Tierärzte sind ausgelastet
Sie ist gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende des Tierärztlichen Bezirksverbands Oberpfalz und bedauert den Tod von Kerstin Peschel sehr. Sie werde die Verteilung der Patienten in einer Versammlung ansprechen, allerdings könne man nicht viel machen, da eigentlich jeder Kollege ausgelastet sei. Sie betont aber auch, dass sicherlich jeder, der kann, gerne helfe. Von Seiten der Nittenauer Tierarztpraxis von Alois Hofstetter heißt es: „Wenn jemand kommen mag, kann er das gerne tun.“