Neues Restaurant in Cham: Hier gibt es bald Tapas und Tortillas
Im vor Kurzem geschlossenen Bräupfandl wird kein neuer Leerstand entstehen. Die Chamer bekommen hier künftig Tapas, Tortillas und Churros serviert. Neu-Pächterin Ivana Lefebvre bringt spanisches Lebensgefühl in die Kreisstadt.
Seit gut einer Woche sind Handwerker zugange, wo über drei Jahrzehnte langKarl Breu im Bräupfandlseine Gäste verwöhnt hat. Leckeres für den Gaumen soll es aber auch künftig in dem Eckgebäude an der Lucknerstraße zum Rindermarkt geben: Im La Esquina, Spanisch für „Die Ecke“, will Lefebvre künftig ihren Gästen spanische Küche anbieten – in der Form ein Novum in der Kreisstadt. Das „La Esquina“ wird Lefebvres zweites Standbein. Die 42-Jährige ist seit sieben Jahren Chefin im Baloo nur 200 Meter weiter die Straße hinunter – und wird das beliebte Cafe, in dem thailändisches und mexikanisches Essen angeboten wird, auch weiterführen. Doch auf der Suche nach einer neuen Herausforderung stieß sie mehr oder wenig durch Zufall vor wenigen Monaten auf das Bräupfandl.
Südländische Küche
„Ein Bekannter wusste, dass Herr Breu aufhört und die Räume frei werden“, erinnert sich Lefebvre. Bei der Besichtigung steht schnell fest: das passt. „Küche und alles waren tip-top“, sagt Lefebvre. Auch die Größe des Restaurants war genau das, was sie lange gesucht hatte – „aber in das historische Gebäude passt thailändische Küche einfach nicht hinein“, ist sie überzeugt. Südländische Küche schon eher, findet sie. „Das muss schon gut werden, Herr Breu hat ja über 30 Jahre lang gute Küche angeboten, das ist schon ein gewisser Druck. Ich will die Leute ja nicht enttäuschen.“
Sie und ihr Mann betreiben in Spanien ein weiteres Restaurant, in Estepona, in der Nähe von Marbella, in Andalusien. „Da hat sich das angeboten, dass wir auch in Cham spanische Küche anbieten“, sagt Lefebvre. Tapas mit feinsten frischen Zutaten und typische Gerichte aus Spanien werden neben ausgesuchten Weinen auf der Speisekarte stehen. „Natürlich ist es in Deutschland nicht ganz so einfach, einen guten Lieferanten zu finden dafür. In Spanien liegt ja alles vor der Haustür, aber hier muss man schon eine Weile suchen“, sagt die Gastronomin, die sich von solch einer Herausforderung nicht abschrecken lässt. Im Gegenteil. Sie freut sich auf die neue Aufgabe – viele Ideen hat sie schon umgesetzt.
Besteck und Teller sind bestellt, die Renovierung ist im Gange, Tapeten ausgesucht. Die Maler haben schon die Wände neu gestrichen, die alte Dekomalerei ist übertüncht. „Die war schön, aber das passt nicht zum neuen Stil“, sagt Lefebvre. Die Toiletten werden komplett erneuert, Installateure bohren und hämmern, Planen schützen die Bänke und Theke vor Staub und Schmutz. Beim Treppenaufgang soll ein riesiger gemalter Stier an der Wand die Besucher begrüßen, der alte Kronleuchter wird filigranen Hängelampen weichen. Das Thema: einfach und wie anno Dazumal, aber modern. Die Ideen, die Ivana Lefebvre dazu auf ihrem Handy festgehalten hat, zeigen wie auch die Ausstattung des Baloo, dass sie ein Händchen für Gestaltung hat. Auch für Deko und Einrichtung ist die Chefin selbst zuständig. Ideen holt sie sich aus Spanien, ihrem Heimatland Tschechien – Lefebvre stammt ursprünglich aus Domazlice, wo noch ihre Familie lebt, – und aus dem Internet. Demnächst steht die Möbelauswahl an. „Da habe ich schon viele Ideen“, verrät Lefebvre, die seit 20 Jahren in der Gastronomie arbeitet.
Auch das Personal steht schon fest. Eine Bedienung aus dem Bräupfandl wird auch im La Esquina weiter arbeiten, zwei Köche sollen aus Spanien kommen. Dazu kann Lefebvre auf ihr Personal aus dem Baloo zählen. Das Designstudio Seidl aus Bad Kötzting erstellt derzeit Speisekarte und Logo, die Gerichte werden ganz international auf Spanisch, Deutsch und Englisch auf der Karte erklärt. Gambas, Pulpo , Gazpacho, Churros, Tapas wie Käse und Serrano-Schinken, dazu gute Weine und Sherry aus Spanien sollen auf der Karte zu finden sein. „In Cham gibt es überall italienische Weine, aber selten spanische Weine. Das wollen wir ändern. Ich will den Chamern zeigen, wie viele gute Weine aus Spanien kommen.“ Gerichte vom Iberico-Schwein sollen die Tapas-Ideen ergänzen.
Das spanische Lebensgefühl und die spanische Esskultur sollen sich widerspiegeln. „Wenn wir in Spanien mit Freunden unterwegs sind, dann dauert das Essen stundenlang, alle teilen sich die Tapas, am Ende sind alle pappsatt“, schildert Lefebvre. „In der Straße entsteht eine südländische Gastronomie-Meile“, grinst sie mit Blick auf das griechische Restaurant zwei Häuser weiter.
Eröffnung in ein paar Wochen
Bis Mitte Januar, so waren die ersten Planungen von Lefebvre, sollte das „La Esquina“ eröffnen – vorausgesetzt, alle Lieferzeiten werden eingehalten. „Es kann aber sein, dass der Termin nicht zu schaffen ist“, sagt die Restaurantchefin. Bis spätestens im Februar aber können sich die Chamer auf spanische Genüsse im „La Esquina“ freuen.