Das ehemalige Evangelische Krankenhaus in Regensburg im Wartestand

Von Heike Haala · 7. Dezember 2022 um 06:30

Im Moment nutzt die Regierung der Oberpfalz das ehemalige Evangelische Krankenhaus am Emmeramsplatz in Regensburg. Allerdings lediglich den zweiten Stock. Der Rest des riesigen Komplexes steht leer - und das könnte auch noch eine ganze Weile dauern.

Bis das Haus saniert werden und eine neue Funktion im Gefüge der Altstadt übernehmen kann, wird es sich noch ziehen. Wegen hoher Investitionskosten und nicht planbarer Rahmenbedingungen soll bei dem Thema nun „abwartend und zurückhaltend agiert“ werden.

So steht es im Haushaltsplan für die Evangelische Wohltätigkeitsstiftung, den der Stiftungsausschuss am Mittwoch auf den Weg bringen soll. Kommende Woche steht das Thema auch auf der Tagesordnung für den Stadtrat. Dabei wird der6300 Quadratmeter umfassende Gebäudekomplexin dem Papier neben der Entwicklung der Grundstücke am Galgenberg und am Ostbahnhof als eines von drei Großprojekten bezeichnet, die neben dem Tagesgeschäft der Stiftung vorangebracht werden müssen. Während der Ostbahnhof und am Galgenberg im Jahr 2023 als Schwerpunkte im Fokus stehen werden, sieht es mit demHaus am Emmeramsplatzanders aus. „Sehr viele Bauunternehmen haben ihre Bauprojekte aufgrund der äußerst problematischen Gesamtsituation zurückgestellt“, heißt es in der Vorlage.

Keine Planungssicherheit

Eine Entspannung der „völlig unkalkulierbaren politischen und wirtschaftlichen Situation“ sowie eine positive Entwicklung in der Baubranche mit Planungssicherheit seien für ein weiteres verantwortliches Vorgehen wichtig. Wann diese Planungssicherheit wieder gegeben sein könnte, ist im Moment unklar. „Sobald die Lage wieder eine verlässliche Kostenberechnung durch die Fachberaterfirmen und eine entsprechende Zukunftsprognose zulassen wird, wird die Stiftungsverwaltung in Zusammenarbeit mit den beauftragten Firmen und in Abstimmung mit dem Stiftungsausschuss die Planungen und Beschlüsse weiter entwickeln“, kündigt Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, an.

Immer wieder war dasHausauch für Zwischennutzungen im Gespräch. Im Moment aber strebe die Stiftung laut von Roenne-Sytyra aber keine weitere Zwischennutzung an. „Zwischennutzungen und vertragliche Bindungen sind sehr stark einschränkend“, erklärt die Pressesprecherin. Die Stiftung brauche wegen der momentan noch nicht abschätzbaren wirtschaftlichen Lage aber Flexibilität. Zudem sei das Gebäude in seiner Nutzung stark eingeschränkt.

Es gibt nur kaltes Wasser

So gebe es wegen des Brandschutzes lediglich eine zeitlich begrenzte Nutzungsgenehmigung für Büroräume. Die erheblich sanierungsbedürftige Haustechnik ermögliche zudem lediglich eine Versorgung mit Kaltwasser. „Zur Nutzbarmachung der Räume mussten jeweils bauliche Maßnahmen von den Mietern vorgenommen werden“, sagt Von Reonne-Styra.

Das Gebäude

Krankenhaus:Nachdem das Krankenhaus ausgezogen war, nutzte das Bistum die Räume einige Zeit.

Zwischennutzung:Auch eine Initiative für Zwischennutzung streckte die Fühler danach aus. Außerdem gab es die Idee, in dem Komplex ein Haus für Vereine unterzubringen. Aber das wurde nichts.