Hauseigentümer baut Räume um: Was folgt auf den McDonald’s am Arnulfsplatz?
In der Altstadt von Regensburg gibt es keine McDonald’s-Restaurants mehr. Franchisenehmer Frank Mosher erklärt, warum.
Bis in die frühen Morgenstunden brutzelten Burger-Pattys auf dem Grill. Jahrzehntelang stillten in der McDonald’s-Filiale am Arnulfsplatz (Weißgerbergraben) Schüler, Passanten, Handwerker, Touristen und nachts dann Taxifahrer, Partygänger und allerlei „bunte Vögel“ ihren Hunger auf Pommes und Burger. „Das waren die absolut besten Umsätze“, sagt Franchisenehmer Frank Mosher. Trotzdem sperrte er seine beiden Filialen in der Altstadt zu: 2020 die am Arnulfsplatz und 2021 die in der Maximilianstraße. Warum die Restaurants geschlossen wurden, können viele Regensburger bis heute nicht nachvollziehen. Vor allem dem „goldenen M“ am Arnulfsplatz trauern einige nach – zumal die Räume in Toplage am Weißgerbergraben seither leerstehen.
Jetzt gibt es für Fans der Filiale am Arnulfsplatz aber ein positives Signal. Das Gebäude werde derzeit saniert und umgebaut, sagt eine Sprecherin des Eigentümers auf Nachfrage. „Wir sind dabei das Ganze abzuschließen.“ Wie lange genau die Arbeiten noch dauern, könne sie noch nicht sagen. Zu Gesprächen zu potenziellen Mietern wolle man sich derzeit auch noch nicht äußern. Es werde aber wahrscheinlich wieder ein gastronomischer Betrieb einziehen.
Frank Mosher von McDonald’s: Sperrzeit in Regensburg ist unfair
Dabei wird es sich aber nicht um einen McDonald’s handeln. Warum Frank Mosher den Mietvertrag überhaupt auslaufen ließ? „Diese Frage wird mir ungefähr zehnmal pro Woche gestellt“, sagt Mosher. „Ich muss dann sagen: Die Stadt erlaubte mir die Öffnung nachts nicht. Ich wurde meiner Meinung nach künstlich gesperrt.“
Mosher meint damit die Sperrzeitverordnung der Stadt, die Schank- und Speisewirtschaften südlich der Donau und innerhalb des Grüngürtels sowie in Stadtamhof und auf dem Oberen und Unteren Wöhrd eine Sperrzeit von 2 bis 6 Uhr vorschreibt. In den Augen des Unternehmers sei diese unfair bzw. treffe sie die Falschen. Mosher versuchte mehrere Jahre lang eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen, klopfte nach eigenen Angaben bei den Oberbürgermeistern Hans Schaidinger, Joachim Wolbergs und Gertrud Maltz-Schwartzfischer an. Doch alle hätten ihn im Stich gelassen. „Niemand wollte mir eine Genehmigung geben. Alle hatten Angst vor einem Präzedenzfall.“
Bereits im Jahr 2008 sei ein Antrag auf Sperrzeitverkürzung in Bezug auf die angefragte Gaststätte abgelehnt worden, bestätigt die Stadt auf Nachfrage. Da weder ein öffentliches Bedürfnis, noch besondere örtliche Verhältnisse vorgelegen hätten. „Nach pflichtgemäßer Ermessensentscheidung wurde der Antrag insbesondere aufgrund von zu erwartenden Lärmbelästigungen abgelehnt. So auch die letzte Anfrage im Frühjahr 2017, die an die Stadtspitze ging.“
Der Stadtrat habe mit seinem Beschluss die Altstadt beruhigen wollen, sagt Mosher. „Aber die Verursacher der Probleme – Clubs und Bars, die Alkohol verkaufen – bekamen Ausnahmegenehmigungen und wir nicht.“ Er verkaufe nur Essen, keinen Alkohol. Außerdem habe es in den Filialen Videoüberwachung und eigenes Security-Personal gegeben. „Bei mir kam keiner rein und ging dann besoffen wieder raus – ganz im Gegenteil.“
Weil Mosher nach eigenen Angaben auf seine Anfragen hin nie eine klare schriftliche Untersagung erhielt, sei er zunächst von einer Duldung ausgegangen. Als es dann einmal im Umfeld der Maximilianstraße eine Schlägerei gegeben habe, sei das Ordnungsamt auf ihn zugekommen und habe die Öffnung nach 2 Uhr verboten. „Beide Altstadt-Filialen haben wirtschaftlich sehr drunter gelitten.“ Er habe dann die Verträge auslaufen lassen und die Läden geschlossen.
Gleichzeitig würden sich auch die Wünsche der Kunden verändern. „Am Arnulfsplatz hätte kein Restaurant der Zukunft entstehen können“, sagt Mosher. Darunter versteht er, dass Kunden beispielsweise an großen Touchscreens oder per App Essen bestellen können, das ihnen an den Platz gebracht wird. Außerdem, so Mosher, würden die Kunden jetzt Wert auf gewisse Annehmlichkeiten legen. Ein Lieferservice, Parkplätze vor der Tür, ein Spielplatz für Kinder und Sitzplätze im Freien nennt er in diesem Zusammenhang.
Arnulfsplatz: Eine Ecke für Gastronomie
Trotzdem ist für den Franchisenehmer klar: Die Adresse am Weißgerbergraben ist eine Ecke für Gastronomie. Den Entschluss des Eigentümers, Entlüftung, Belüftung und Klimaanlage ausbauen zu lassen, könne er nicht nachvollziehen. Die Arbeiten dafür hätten ihn 190.000 Euro gekostet. „Und ich vermute, die meisten Interessenten wollen dann nicht erst mal 600.000 Euro in eine neue Lüftung investieren“, sagt Mosher. Der Besitzer der Räume in der Maximilianstraße habe hingegen die Anlagen eingebaut gelassen und es habe sich sofort wieder ein Mieter aus dem Gastrobereich gefunden.