Grenzen des Wachstums: Metallveredler RBM auf der Suche nach Fachkräften
Der Umzug von Leonberg nach Schwandorf war für die R. Brücklmeier Metallbau GmbH (RBM) ein Kraftakt. Nach dem Erwerb der ehemaligen Meiller-Halle an der Gutenbergstraße im Dezember 2021 nahm der Metallveredler Mitte Juni die Produktion auf. Inzwischen arbeiten etwa 110 Beschäftigte dort, und es könnten mehr werden. Eigentlich.
Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) und Armin Rank, der Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, nahmen sich am Donnerstag etwa eine Stunde Zeit für einen Ortstermin in den 8500 Quadratmeter großen Werkshallen. Vor einem knappen Jahr, nach dem Kauf des Industriegebäudes von Paragon, hatte Firmenchef Roland Brücklmeier beide über seine Umzugspläne informiert – seinerzeit noch in einer leeren Werkshalle. Doch inzwischen ist hier längst Leben eingekehrt.
Von den Büros führte der Rundgang mit dem Firmeninhaber und seiner Ehefrau Marina zunächst zur Abteilung Metallbearbeitung mit etwa 40 Beschäftigten, die im wesentlichen am Maschinenpark der zugekauften Firma Hübner Industriebedarf aus Coburg arbeiten. Auch zehn Mitarbeiter aus Oberfranken sind jetzt in Schwandorf im Einsatz und fertigen unter anderem Metallkomponenten für die Möbelindustrie. CNC-Fräsmaschinen, Rohr- und Plattenlaser und auch einige Schweißplätze stehen dafür zur Verfügung. Mit Hilfe des Zuerwerbs wolle das Unternehmen künftig vermehrt nicht nur Komponenten, sondern auch komplexere Baugruppen produzieren, sagt Brücklmeier.
Weitere Automatisierung ist geplant
Das eigentliche Standbein des Betriebs ist aber der Bereich der Metallveredlung, der auch einen Großteil der Halle für sich beansprucht. Es geht um Oberflächenbehandlung, also Lackieren, Pulverbeschichten und ein spezielles technisches Verfahren, die Kathodische Elektrotauchlackierung. Komponenten von bis zu 7,40 Meter Länge und bis zu fünf Tonnen Gewicht können auf diese Weise bearbeitet und korrosionsbeständig gemacht werden.
Zuvor allerdings geht es in eine überdimensionale Wasch- und Spülanlage, um die Werkstücke von Fett und anderen Rückständen zu befreien. Noch fahren Gabelstapler durch die Reihen mit Komponenten, doch auch beim Warentransport will das Unternehmen künftig stärker auf Automatisierung setzen.
Auch das Qualitätsmanagement genießt einen hohen Stellenwert. Es gibt sogar ein eigenes Labor, über das nach den Worten Brücklmeiers längst nicht alle Metallveredler verfügen. Ein eigenes Aggregat unterzieht darin die beschichteten Werkstücke einem echten Härtetest, um die Beständigkeit zu überprüfen. „Mit einer solchen Qualitätskontrolle kann man sich natürlich gut für weitere Aufträge bewerben“, so der Firmenchef.
Wichtige Kunden kommen laut Brücklmeier aus der Region – der Schwandorfer Landmaschinenhersteller Horsch zum Beispiel oder die Quadrus Metalltechnik aus Schmidgaden. Aber das Einzugsgebiet ist größer und reicht nach Angaben des Unternehmens bis in weite Teile Bayerns.
Kein Lehrling will Verfahrensmechaniker lernen
Mit dem Umzug nach Schwandorf hat RBM ein klares Signal für weiteres Wachstum gegeben. Und Oberbürgermeister Andreas Feller konnte zufrieden zur Kenntnis nehmen, dass die zusätzlichen Mitarbeiter laut Brücklmeier „fast alle aus Schwandorf kommen“. Aber es gibt auch Grenzen für die Expansion.
Die eine besteht in der Schwierigkeit, geeignete Fachkräfte zu bekommen. Roland Brücklmeier würde gerne Lehrlinge zu Verfahrensmechanikern ausbilden, aber beim Start des Ausbildungsjahres im September ging er leer aus. „Wir bräuchten noch zehn Mitarbeiter, um die Anlagen wirklich auslasten zu können“, sagt der Unternehmer.
Sogar Verpackung teurer
Die zweite Sorge betrifft die steigenden Material- und Energiekosten. Selbst beim Verpackungsmaterial haben sich die Preise verdreifacht, sagt Marina Brücklmeier. Und wenn im neuen Jahr die Stromverträge neu angepasst werden, wird auch das eine enorme Kostensteigerung mit sich bringen. „Ich rechne alleine bei den Stromkosten mit einer zusätzlichen Belastung von 60000 Euro im Monat, wenn der Staat da nichts mehr weiter unternimmt. Das ist schon eine Herausforderung“, weiß der Firmenchef. Und er bedauert: „Wir müssten das notgedrungen an unsere Kunden weitergeben.“