Holzkugel in Steinberg: Aus Weihnachtsmarkt wird Winterbiergarten
Die Chefs der Erlebnisholzkugel in Steinberg am See haben nach der letztjährigen Corona-Absage an einem neuen Konzept für die Weihnachtszeit getüftelt. Auch die Hauptattraktion soll dabei erstrahlen – trotz Energiekrise.
Das kurzfristige Weihnachtsmarkt-Veto des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) war für Kim Kappenberger und Tom Zeller ein Schlag ins Gesicht. Auch die Köpfe hinter dem Holzkugel-Areal am Steinberger See wollten Ende 2021 mit Buden und Lichtern die stade Zeit einläuten. Doch daraus wurde wegen der Corona-Pandemie nichts. Nun geht das Team mit einem neuen Plan durch den Winter.
Diesen stellt Pressesprecher Matthias Koch auf der Terrasse hinter der Kugelwirtschaft vor. Das türkisblaue Wasser des Steinberger Sees glitzert im Sonnenlicht, die Biertischgarnituren sind auf eine wohlige Sitztemperatur aufgeheizt. Gerade ist es noch schwer vorstellbar, dass sich genau hier in nur wenigen Wochen Menschen bei Glühwein, Bratwürsten und dem Schein der Lichterketten auf Weihnachten einstimmen sollen.
Bewusst auf Buden verzichtet
Doch die Vorbereitungen laufen beim Team der Erlebnisholzkugel bereits auf Hochtouren. Einen klassischen Weihnachtsmarkt soll es aber heuer nicht geben. „Wir wollen nicht wieder alle Buden mühsam aufbauen und im Ernstfall wieder kurzfristig alles abreißen“, begründet Koch die Entscheidung im Namen der Holzkugel-Chefs. Genau das war nämlich im vergangenen Jahr der Fall, als Mitte November bekannt wurde, dass coronabedingt bayernweit alle Weihnachtsmärkte abgesagt werden müssen.
„Genau deswegen haben wir uns heuer dazu entschieden, etwas zu organisieren, das im Ernstfall nicht so teuer und aufwendig ist, abzusagen“, sagt Koch. Schnell war klar, dass die Alternative etwas für Jung und Alt sein soll. Schließlich setze man bei der Holzkugel vor allem auf Familien. Die Wahl fiel letztendlich auf einen Winterbiergarten. Das Konzept bringt Matthias Koch schnell auf den Punkt. „Wir wollen mit allerlei leuchtender Deko, Aktionen und Angeboten Weihnachtsstimmung verbreiten, aber eben ohne die klassischen Verkaufsbuden.“
Der Winterbiergarten hat von 25. November bis 23. Dezember immer von Freitag bis Sonntag geöffnet und bietet Platz für bis zu 400 Personen. Unter der Woche bleibt das Areal geschlossen. Wie für einen Biergarten üblich werden die Gäste auf Bierbänken im Außenbereich Platz nehmen – auch bei frostigen Temperaturen. Heizpilze oder dergleichen seien nicht geplant. „Dafür gibt es ja eine große Auswahl an heißen Speisen und Getränken“, sagt Koch schmunzelnd.
Kredenzt werden unter anderem Punsch und Glühwein, aber auch ausgefallenere Getränke wie Glüh-Gin oder Glühwein-Mojito. „Und wenn jemand wirklich friert, wäre auch der Innenraum der Kugelwirtschaft geöffnet“‚ so Koch.
Auch das Programm ist bereits festgezurrt: Der Freitag soll ganz im Zeichen der Musik stehen. Regionale Solokünstler und Bands wie Ben Stone, Saitensprung oder Ohrange spielen auf, daneben gibt es eine Glühwein-Happy-Hour. Beginn ist um 15 Uhr und Ende um 20 Uhr.
Der Samstag ist für die Familien ausgelegt. Hier startet der Winterbiergarten bereits um 11 Uhr und endet um 20 Uhr. Auf dem Programm stehen unter anderem Auftritte der Wackersdorfer Turmkramperl sowie der Zauberin und Kinder-Entertainerin Monique Sonnenschein. Der Sonntag soll sich hingegen mehr der Kulinarik widmen. Ab 9.30 Uhr gibt es den Sonntagsbrunch und ab der Mittagszeit wird es ein weihnachtliches Menü geben. Ende ist gegen 18.30 Uhr geplant.
Keine Angst vor Kritik
Das Glanzlicht des Areals, die begehbare Holzkugel, soll während der Weihnachtszeit optisch im Fokus stehen. Geplant ist nach Kochs Worten eine „spektakuläre“ Illumination, die am Wochenende zu den Öffnungszeiten des Biergartens für zusätzliche Weihnachtsstimmung sorgen soll – auch in Zeiten der Energiekrise.
Unter diesem Gesichtspunkt öffentlich in Kritik zu geraten, fürchten die Verantwortlichen aber nicht. „Man ist heutzutage natürlich vor keinem Shitstorm mehr sicher, aber dann muss er halt stürmen“, sagt Koch. Man sei auf dem Standpunkt, dass man etwas bieten möchte und dies auch dürfe. „Wir sehen da keinerlei moralische Verwerflichkeit, uns zur Weihnachtszeit so schön wie es geht zu präsentieren. Das ist letztendlich unser Job“, sagt Koch und blickt in Richtung Mittagssonne. „Bleibt nur noch zu hoffen, dass das Wetter mitspielt. Schnee wäre schön.“
Geschäftsführer ziehen positive Bilanz
Sommer:Es war eine gute Sommersaison an der Erlebnisholzkugel am Steinberger See. „Nach den zwei Corona-Jahren wollten die Menschen einfach wieder raus, was erleben und sich und ihren Familien eine gute Zeit machen. Das Wetter hat mitgespielt und wir haben das an den Besucherzahlen deutlich gemerkt. Darüber sind wir sehr froh“, so Geschäftsführer Kim Kappenberger.
Zahlen:2021 konnte sich die Holzkugel trotz der Pandemie-Einschränkungen über rund 130000 Gäste freuen. 147000 waren es in der laufenden Saison und durch das Weihnachtsgeschäft ist das Team optimistisch, diese Zahl noch steigern zu können.
Öffnungszeiten:Bis zum Ende der Herbstferien am 6. November bleibt die Erlebnisholzkugel normal geöffnet. Von 7. bis 20. November verabschieden sich sowohl die Holzkugel als auch die Kugelwirtschaft in den Betriebsurlaub, ehe ab dem 25. November der Winterbiergarten startet. Dieser läuft bis zum 23. Dezember.