Blaskapelle Josef Pfeffer feiert 40-jähriges Bestehen

Von Vera Knoll · 24. Oktober 2022 um 11:00

Sepp Pfeffer ließ es sich nicht nehmen, den Großteil der Konzertbesucher am Eingang persönlich zu begrüßen. Brechend voll war die Rodinger Stadthalle am Samstagabend bereits eine knappe Stunde vor Beginn der Geburtstagsfeier der Blaskapelle Pfeffer.

Klanggewaltig eröffneten die 14 Musiker den Konzertabend mit dem Marsch „Klostermanns Musikanten“ und begeisterten sofort ihr Publikum, darunter Freunde und Kollegen aus umliegenden Musikkapellen, insbesondere Wolfgang Grünbauer, sowie Ehrengäste aus der Kommunalpolitik und Vereinsabordnungen.

„Gute Blasmusik ist beständig und keine Modeerscheinung, Blasmusiker sind griabige Leit“, so der Leiter der Blaskapelle Pfeffer in seinem Grußwort. Nicht nur „griabig“ im Soloteil der Tenorhörner, sondern auch intensiv in den Tutti-Passagen wurde die Sehnsucht aus der dargebotenen Polka „Musikantensehnsucht“ spürbar.

Nach dem eher entspannten Walzer „Böhmisches Gold“ strahlten insbesondere die Trompeten im Marsch „Die Sonne geht auf“ und füllten die Stadthalle mit sattem musikalischen Licht.

Die „Zwei Schürzenjäger“, Stefan Pfeffer am Tenorhorn und Josef Niklas am Flügelhorn, übernahmen die Solopartien der gleichnamigen Polka. Holger Kruschina, der die Moderation des Abends innehatte, kündigte die beiden Solisten humorvoll an und ließ das Publikum nach der „Egerländer Festtagspolka“ an seinen Gedanken zu den „Wadln“ der beiden Solisten teilhaben. Erheitert und aufgelockert durch die humoristische Zwischenrede des Stadtpfarrers klatschten die Gäste des Geburtstagskonzerts beim „Tölzer Schützenmarsch“ gerne mit.

„Im schönen Prag“ erklangen nicht nur dezente Tenorhorn-Passagen, ebenso griff hier der Kapellmeister Sepp Pfeffer zum Mikrofon und zeichnete die Erinnerungen des Arrangeurs des Stückes, Franz Bummerl, an die tschechische Hauptstadt.

Alle wippen mit

Uli Luger beeindruckte am Schlagzeug im Marsch „Lieblingstrommler“ und erntete nicht nur tosenden Zwischenapplaus, sondern zog seine Musikerkollegen in seinem großen Solo so sehr in den Bann, dass alle mitwippten. Auf „Zwei Schwestern“ sowie „In Vita Optimum“, mit einer überzeugenden Unisono-Passage im Tenorhorn, diese übernahmen Stefan Pfeffer und Marco Schmidbauer, folgte ein Stück für Alphörner. Stefan Pfeffer, Josef Pfeffer, Josef Kerscher, Manfred Früchtl und Reinhard Kerscher entließen die Konzertbesucher mit „Dr. Alphorn Bolero“, dargeboten auf der Nebenbühne, in die Pause.

„Gruß an Böhmen“ eröffnete den zweiten Teil des Konzerts, bevor die Tochter von Sepp Pfeffer, Karina, ihren Vater gesanglich bei „Böhmische Liebe“ unterstützte. Die beiden Stücke führten hin zum Walzer mit dem tschechischen Namen „Maly Darek“.

Ein Musikerwitz über die Es-Klarinette von Holger Kruschina bildete die Überleitung zum folgenden Stück „Mens Sana in Corpore Sano“, bei dem die Tubisten Manfred Früchtl und Reinhard Kerscher in einer satt-voluminösen Basspassage den Kontrast bildeten zu den feinen Phrasierungen und Verzierungen der hohen Es-Klarinette von Jörg Kleidl im restlichen Stück. Zurücklehnen konnte man sich beim Walzer „Rosalie“ und dem Slowrock „Zauber der Alpen“ für Alphorn-Solo mit Stefan Pfeffer als Solist. Es folgte eine Komposition von Christian Höcherl – „Von Herz zu Herz“.

Auch Pfarrer auf der Bühne

Spätestens beim „Astronautenmarsch“ bewegten nun auch die letzten Konzertbesucher ihre Füße im Takt des schmissigen Konzertmarsches mit, bestimmt auch angesteckt von der sichtbaren Begeisterung des Keyboarders und Gründungsmitglieds Helmut Riedl.

„Von Freund zu Freund“ – nicht nur die vorletzte Polka, sondern auch das Motto des Geburtstagskonzerts, wie Sepp Pfeffer in seiner Begrüßung andeutete: Musik von Freunden für Freunde. Bürgermeisterin Alexandra Riedl überbrachte nicht nur Glückwünsche und ein kleines Präsent, sondern auch den Wunsch nach vielen weiteren Jahren mit der Blaskapelle Pfeffer.

Im letzten Stück des Abends, „Gute Nacht“, übernahm Pfarrer Holger Kruschina die Gesangspartie, und nach Standing Ovations und drei Zugaben verabschiedete die Geburtstagskapelle ihre Gäste.